2022 wird das IRS 30 Jahre alt. 1992 wurde es unter dem Namen „Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung“ gegründet. Anlässlich des Jubiläums haben Ehemalige und Kooperationspartner*innen des Instituts uns Videobotschaften mit ihren Eindrücken und Erinnerungen an das IRS geschickt.

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In dieser Ausgabe widmen wir uns speziell den industriell errichteten Großwohnsiedlungen ostdeutscher Städte und ihrem Rollenwandel von attraktiven, modernen Wohngebieten zu medial stigmatisierten Orten des Wegzugs und von dort zu neuen Ankunftsorten der Migration.

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Raumbezogene Sozialforschung

Das IRS erforscht die Raumbezüge und Raumkontexte sozialen Handelns in ihrer Prozesshaftigkeit und ihrer historischen Dimension mit sozialwissenschaftlichen Methoden. In besonderem Fokus stehen die soziale Konstruktion von Räumen und handlungstheoretische Zugänge.

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Der Forschungsschwerpunkt untersucht, wie Räume durch interaktives, innovatives, kreatives, wissensbasiertes und unternehmerisches Handeln geschaffen und verändert werden. Er fokussiert dabei das komplexe Zusammenwirken von zivilgesellschaftlichen, öffentlichen und privatwirtschaftlichen Akteuren.

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Der Forschungsschwerpunkt analysiert die politische Aushandlung, planerische Gestaltung und Transformation der sozialen und räumlichen Entwicklung von Städten und Regionen. Er untersucht dabei vor allem die Governance von zunehmend unsicheren, komplexen und mehrdeutigen Problemsituationen.

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Der Forschungsschwerpunkt befasst sich mit der Gestaltung, Planung und Aneignung von Räumen in der neueren Geschichte. Aktuell stehen dabei die Geschichte der Urbanisierung, die Architektur- und Städtebaugeschichte der DDR, die Bedeutung von Materialität im historischen Wandel der gebauten Umwelt sowie die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Raumentwicklung im Mittelpunkt des Interesses.

Aktuelles

29. September | 2022
Rückblick auf die internationale Sommerschule am IRS

Im August 2022 befasste sich die fünfttägige Sommerschule „The Socialist City: Planning, Transformation and Aftermath“ des IRS mit Fragen der Stadtplanung und Wohnungsbau in der „sozialistischen Stadt“. Diskutiert wurden die Themen am Beispiel der Sowjetunion, Polens, Jugoslawiens sowie anhand von Gegenbeispielen aus Frankreich. Exkursionen im ehemaligen Ost-Berlin zu den Schwerpunkten Stadtplanung und Architektur in der Karl-Marx-Allee (ehemalige Stalinallee), Denkmalschutz (Nikolaiviertel und Gendarmenmarkt) und staatliche Überwachung (Hochschönhausen) gaben den Forschenden zusätzliche Einblicke zum Thema. mehr Info

01. September | 2022

Medienschaffende, die sich für die Entwicklung von Städten, Dörfern und Regionen interessieren, haben nun die Möglichkeit, für zwei Monate in einer raumwissenschaftlichen Leibniz-Einrichtung zu einem selbstgewählten Thema zu arbeiten. Ihnen stehen die Ressourcen der Einrichtung für Recherchen zur Verfügung. Darüber hinaus können sie in engem Austausch mit Wissenschaftler*innen raumbezogene Forschungsaktivitäten von innen kennenlernen. Vergütet wird die Arbeit durch ein Stipendium, das von der Leibniz-Gemeinschaft finanziert wird. Als erstes tritt nun die Akademie für Raumentwicklung in der Leibniz-Gemeinschaft (ARL) in Hannover als gastgebende Einrichtung auf. mehr Info

17. August | 2022
Aufnahmen der Architekturfotografin Monika Uelze in den Wissenschaftlichen Sammlungen des IRS

Die Wissenschaftlichen Sammlungen des IRS besitzen über 200.000 Fotos. Anlässlich der Langen Nacht der Wissenschaften 2022 stellten sie die Posterausstellung „Menschen in Marzahn“ mit einigen Bildern der Berliner Architekturfotografin Monika Uelze zusammen und zeigten sie im Atrium des Hauses der Leibniz-Gemeinschaft. Die Aufnahmen entstanden Mitte der 1980er-Jahre in Berlin-Marzahn und dokumentieren Bauten und Aspekte des Lebens in der damals neuen Großwohnsiedlung. Wo genau die Aufnahmen entstanden sind, ist oft nur durch längere Recherchen herauszufinden. Die Öffentlichkeit kann dabei helfen. mehr Info

02. August | 2022
Interview mit der ehemaligen IRS-Abteilungsleiterin Heike Liebmann

Prof. Dr. Heike Liebmann ist Mitglied der Geschäftsführung der B.B.S.M. Brandenburgische Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierung mbH, eine 1990 gegründete und auf die unabhängige Beratung öffentlicher Auftraggeber spezialisierte Gesellschaft mit Sitz in Potsdam. Am IRS war Heike Liebmann ab der Gründung im Jahr 1992 beschäftigt. Die IRS-Forschungsabteilung „Regenerierung von Städten“ leitete sie von 2007 bis 2012. Sie ist Honorarprofessorin am Institut für Stadtplanung an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg. Im Interview spannt sie den Bogen von ihrer eigenen Forschungstätigkeit am IRS zu aktuellen Herausforderungen der Stadtentwicklungspraxis. mehr Info

21. Juli | 2022
Rückblick auf das 52. Brandenburger Regionalgespräch des IRS

Während die Praxis sie fordert, ist die Wissenschaft eher skeptisch – das Topos der sozialen Mischung wird zwar seit Jahrzehnten erforscht, bleibt allerdings genauso schwammig wie umstritten. Unter der Moderation von Gerhard Mahnken und Mitarbeit von Lino Knocke brachte das 52. Brandenburger Regionalgespräch als hybride Podiumsdiskussion sechs verschiedene Positionen aus Wissenschaft und Praxis zusammen. Es adressierte folgende Fragen: Welche Bedeutung hat soziale Mischung für die Entwicklung von Großsiedlungen? Welche Erfahrungen werden vor Ort mit dem Zusammenleben unterschiedlicher Bewohner*innengruppen gemacht? Wie sollte eine Belegungspolitik aussehen und ab wann wirkt sie diskriminierend? mehr Info

Neue Publikationen

22. September | 2022

Der Klimawandel wird nicht überall gleich wahrgenommen, verstanden und bewertet. Entsprechend unterscheiden sich die Praktiken des Umgangs damit erheblich. Solche klimakulturellen Unterschiede finden sich heute weniger zwischen Nationalstaaten als zwischen verschiedenen Akteursgruppen und sozio-politischen Koalitionen. Ein neuer Sammelband, der von Thorsten Heimann, Jamie Sommer, Margarethe Kusenbach und Gabriela Christmann herausgegeben wird, richtet den Blick auf solche „klimakulturellen Formationen“ sowie ihre große Vielfalt in Nordamerika und Europa: von Kulturen der Klimaanpassung in ländlichen Räumen Südeuropas und bei der indigenen Bevölkerung Nordeuropas zu kulturspezifischen Strategien für mehr Klimaschutz in deutschen Städten oder in den Südstaaten der USA. mehr Info

29. August | 2022
Zwei neue Artikel zeigen, wie Städte zu Vorreitern der Klimapolitik werden

Zwei neue Fachartikel aus der Forschungsgruppe Urbane Nachhaltigkeitstransformationen beleuchten, wie Städte zu Vorreitern der Klimapolitik werden, sowohl beim Klimaschutz als auch bei der Klimaanpassung. Statt der in dieser Rolle oft genannten Metropolen wie etwa Paris nehmen die Autor*innen kleinere Großstädte in Deutschland in den Blick. Dabei zeigen sie, dass auch Städte mit schwierigen Ausgangsbedingungen den Weg in die Spitzengruppe finden können. mehr Info

02. August | 2022
Dissertationsschrift von Henning Boeth veröffentlicht

Henning Boeth, IRS-Mitarbeiter bis Sommer 2021, untersuchte in seiner Dissertation anhand der Fallstudien Brandenburg/Havel und Bamberg, welche Möglichkeiten öffentliche Akteure in Politik und Planung zur kommunalen Steuerung von Reurbanisierung in Mittelstädten haben. Konzeptionell bezieht sich die Arbeit auf planungstheoretische Ansätze, denen ein Steuerungsverständnis im Sinne von Governance zugrunde liegt. Planung wird somit nicht nur als ein linearer Prozess gesehen. Stattdessen werden – vor dem Hintergrund der Besonderheiten der Steuerungs- und Planungspraxis in Mittelstädten – die zugrundeliegenden Aushandlungsprozesse und die Handlungslogiken der Akteure in den Fokus gerückt. Die Dissertation wurde im November 2021 im Rohn Verlag veröffentlicht. mehr Info

Weitere Publikationen