Forschungsgruppe

Stadtentwicklungspolitiken

Die Forschungsgruppe befasst sich mit der politischen Aushandlung und planerischen Gestaltung der Stadtentwicklung. Im Fokus steht der lokale Umgang mit globalen Prozessen wie der Finanzialisierung von Stadtentwicklungsprozessen, dem Wachstum sozialräumlicher Disparitäten und der verstärkten internationalen Migration. Der Ausgangspunkt der Forschung ist die Diagnose, dass die Steuerungskapazitäten kooperativer, netzwerkartiger und partnerschaftlicher Arrangements in der Stadtentwicklung zunehmend in Frage gestellt werden. Es bilden sich neue Formen der Aushandlung von Konflikten heraus, die mit den etablierten Annahmen zu „Urban Governance“ und „kommunikativer Planung“ nicht mehr adäquat beschrieben und erfasst werden können. Vielmehr stellen Konflikte etablierte politisch-planerischen Entscheidungsverfahren in Frage und erfordern neue Governanceansätze. Mit ihren Untersuchungen leistet die Forschungsgruppe einen Beitrag zur Weiterentwicklung von Steuerungsformen in der Stadtentwicklungspolitik und trägt zu einer besseren Gestaltbarkeit des städtischen Wandels bei.

Aktuelle Projekte

Das Leitprojekt untersucht die Verschränkung von Wohnungs- und Klimakrise. Am Beispiel der urbanen Wärmewende in Deutschland hinterfragt es den scheinbaren Widerspruch zwischen der Versorgung mit bezahlbarem Wohnraum und dem klimagerechten Bau und Betrieb von Wohnungen. Aufbauend auf Erkenntnissen aus der Klima-Governance, der Wohnungsforschung und der Planungstheorie fördert es den transdisziplinären Dialog mit Akteuren, die sich für eine sozial-ökologische urbane Wärmewende einsetzen. mehr info

Das Teilprojekt „Contestation over Property Regimes and Housing: (Un)doing Commodified Urban Land Ownership in India and Germany” im Rahmen des DFG-Sonderforschungsbereichs “Strukturwandel des Eigentums” widmet sich den rechtlichen und alltäglichen Formen der Herausforderung privater Eigentumslogiken in Indien und Deutschland. Michael Schwind und Dr. Lisa Vollmer bearbeiten am IRS die deutsche Fallstudie und untersuchen die zunehmende Mobilisierung des Rechts durch zivilgesellschaftliche Gruppen in der Auseinandersetzung mit dem vorherrschenden privaten und kommodifizierten Bodeneigentumsregime. mehr info

Ob Stuttgart 21, Windenergieanlagen oder Bebauungspläne in wachsenden Großstädten: Die räumliche Planung ist verstärkt mit Konflikten konfrontiert. Dabei geraten die klassischen Formen der Bürgerbeteiligung an ihre Grenzen. Konflikte werden zunehmend in die direkte Demokratie oder Gerichte verlagert. Ziel dieses Projektes ist es, vorhandene Planungstheorien weiter zu entwickeln, indem rationale, kommunikative und agonistische Planungstypen im Umgang mit Konflikten unterschieden und Planungskonflikte an empirischen Fallbeispielen in der Praxis untersucht werden. Dazu zählen: Hamburg-Pergolenviertel und Berlin- Lichterfelde-Süd, Freiburg-Dietenbach und Bremen-Rennbahngelände sowie der Uferwegkonflikt Potsdam-Griebnitzsee. Die Ergebnisse werden in einer Monographie im transcript Verlag im Jahr 2026 publiziert. mehr info