Leitprojekt

Caring – Valuating – Transitioning

Forschungsschwerpunkt: Ökonomie und Zivilgesellschaft

Projektleitung im IRS: Prof. Dr. Suntje Schmidt

Projektteam: Jonathan Hussels Valentin Mühlich

Laufzeit: 01/2026 - 12/2029

Das Leitprojekt interessiert sich für Organisationen, deren Mitglieder gesellschaftliche Missionen als Zukunftsbilder entwickeln. Mit deren Umsetzung in die Praxis versuchen diese Organisationen – häufig auf lokaler Ebene – sozioökonomische und sozioökologische Transitionsprozesse zu gestalten. Ihre Missionen sind für uns aus zweierlei Hinsicht interessant: Sie sind wie kleine Fenster in die Zukunft, denn sie formulieren Zielkorridore für gesellschaftliches Handeln. Zugleich sind sie sehr stark mit Werten behaftet, oft orientiert an großen gesellschaftlichen Herausforderungen oder UN-Nachhaltigkeitszielen. Bio-Energiedörfer, MehrWertOrte, Mietshaussyndikate, innovative Umnutzungsmodelle für leerstehende Bauernhöfe oder Formen von solidarischer Landwirtschaft zeigen eindrucksvoll, wie viel auf lokaler Ebene bewegt werden kann. Aber wie breiten sich diese Ideen aus? Wie tragen sie zu einem gesellschaftlichen Wertewandel bei und nehmen dadurch Einfluss auf dringend notwendige Wandlungsprozesse auf nationaler und globaler Ebene?

Hier setzt das Projekt an und konzentriert sich auf drei zentrale Forschungsfragen: (1) Wie und unter welchen räumlichen Bedingungen findet die Aushandlung von Werten und Zukunftsvisionen in missionsorientierten Organisationen statt, und welchen Einfluss nimmt sie auf deren Entwicklung? (2) In welchen Handlungskontexten agieren missionsorientierte Organisationen und wie gestaltet sich das Wechselverhältnis zwischen ihnen und ihrem Umfeld? (3) Was können wir von erfolgreichen und gescheiterten Organisationen für die Gestaltung von Veränderungen lernen?

Diese Fragen beantwortet das Team des Leitprojektes nicht allein, sondern arbeitet dafür eng mit lokalen Initiativen und Organisationen zusammen. In sogenannten Futuring-Workshops werden gemeinsam mit Aktiven vor Ort, Zukunftsbilder entwickelt und deren Umsetzung angedacht. Das bedeutet, dass in einem interaktiv angelegten Format zukünftige Entwicklungen in den jeweiligen Aktivitätsfeldern der Organisationen (z.B. Bio-Energie oder gerechte Verteilung von Wohneigentum) systematisch erkundet werden, um mögliche Zukunftsszenarien zu entwickeln. Zudem werden die Forschungsteilnehmenden in die Analyse von Zwischenergebnissen eingebunden, um darauf aufbauend zukunftsgerichtete Entwicklungsräume zu gestalten. Ein weiteres Ziel ist es, mit den Teilnehmenden gemeinsam ein praxisorientiertes, transdisziplinäres Folgeprojekt auf den Weg zu bringen.