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Neue Forschungsagenda für kommunalen Klimaschutz
Veröffentlichung zu Ehren der Umweltpolitik-Forscherin Kristine Kern†
Wie wichtig Klimaschutz und -anpassung auf kommunaler Ebene sind, hat der Hitzesommer 2026 gerade eindringlich vor Augen geführt. Eine der ersten Forscherinnen, die sich mit dem Klimaschutz auf der lokalen Ebene beschäftigte, war Kristine Kern, die am IRS die Forschungsgruppe „Urbane Nachhaltigkeitspolitiken“ leitete. Sie starb unerwartet im Februar 2025. Nun wurde auf der Grundlage ihrer Arbeit eine zukunftsgerichtete Forschungsagenda veröffentlicht.
Ein internationales Team von Autor*innen um Kristine Kerns frühe Weggefährtin Harriet Bulkeley (Professorin an der Durham University, Vereinigtes Königreich) würdigt Kristine Kerns Arbeit in einer Agenda für die künftige Forschung zu lokaler Klimapolitik. Ko-Autor*innen dieses Beitrags sind unter anderem Wolfgang Haupt (IRS) sowie Elisa Kochskämper und Peter Eckersley (ehemals IRS).
Agenda mit fünf neuen Themenfeldern
Die neue Forschungsagenda, die den Umgang mit dem Klimawandel in kleineren Kommunen und ländlichen Gebieten hervorhebt, erschien im Sommer 2026 im internationalen Fachjournal npj Climate Action. Während bisherige Forschungsbemühungen oft auf große und international gut vernetzte Städte abzielten, soll sich der Fokus demnach künftig vermehrt auf kleinere Kommunen und ländliche Räume richten. So soll ein größerer Teil der Gesellschaft für lokale Klimaschutzmaßnahmen gewonnen werden. In Deutschland leben laut dem Deutschen Landkreistag etwa 68 Prozent der Bevölkerung in kreisangehörigen Kommunen.
Basierend auf der wegweisenden Arbeit von Kristine Kern benennen die Autor*innen fünf Themenfelder für die zukünftige Forschung:
- Die Erarbeitung eines besseren Verständnisses der oft sehr heterogenen kleineren Kommunen und deren Funktionsweisen, welche sich oft von großen Städten unterscheiden;
- Klimapolitik- und Governance-Innovation auf kommunaler Ebene, einschließlich der Rolle von besonders engagierten politischen Akteur*innen (sogenannte policy entrepreneurs);
- Finanzielle Kapazitäten für und fiskale Aspekte des kommunalen Klimaschutzes;
- Mehrebenen-Dynamiken und die Art und Weise, wie sie kleinere Kommunen beeinflussen;
- Kleinere und kommunale Netzwerke für Klimaschutz.
- Die Verstetigung kommunalen Klimaschutzes jenseits prekärer „Projektifizierung“ sowie interkommunaler Austausch und Zusammenarbeit über Gemarkungsgrenzen hinweg.
All dies kann aus Sicht der Autor*innen am besten in kollaborativen Forschungsansätzen erreicht werden, wie sie auch die Arbeitsweise und Haltung von Kristine Kern geprägt haben. Sie verband Akribie, Dynamik und Inspiration mit einem ausgeprägten Blick für die praktische Umsetzung.
