Verschwundenes Erbe – Rekonstruierte Bauwerke (V.E.R.B.)
Forschungsschwerpunkt: Zeitgeschichte und Archiv
Projektleitung im IRS: Dr.-Ing. Stefanie Brünenberg Dr. Harald Engler
Verbundpartner: Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung (Koordination) Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur
Förderorganisation: Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt
Laufzeit: 11/2026 - 10/2029
Ziel von V.E.R.B. ist die Analyse der Wechselwirkungen zwischen gesellschaftlicher Erinnerung, digitaler Transformation und Wandel der gebauten Umwelt am Beispiel ostdeutscher Bausubstanz. Geplant ist digitale Erschließung, partizipative Rekonstruktion und Aufbereitung des Erbes der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts mit Fokus auf Ostmoderne. Erfasst werden Gebäude und Ensembles, deren Abriss oder Umbau Stadtbild und kollektive Erinnerung nachhaltig prägten. Als Objekte dienen touristische Zentren (z. B. Ostseeküste), Wohngebiete als Alltagsgeschichte sowie Best-Practice-Versuche wie das Haus der Statistik.
Entwickelt wird eine webbasierte Plattform für historische Fotos, Zeitzeugenberichte und Erinnerungen. Sie fungiert als kollektiver Wissensraum, verknüpft Alltagsgeschichte mit Stadtentwicklung und adressiert ethische Fragen sowie politische Instrumentalisierung durch Reflexion von Erinnerungspraktiken.
Teilvorhaben A am IRS übernimmt die Projektleitung. Es bearbeitet kollektive Erinnerung, Identitätsbildung und Transformationsprozesse seit 1945 sowie deren politische Instrumentalisierung. Zudem verantwortet es methodische Grundlagen, Interviews, Citizen-Science-Erhebungen, partizipative Formate (Moving Lab) sowie dokumentarische Arbeiten zur Bestandsidentifikation und Metadatenkatalogisierung in enger Kooperation mit Partner B.
Teilvorhaben B (Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig) ergänzt die sozialwissenschaftlichen Arbeiten medieninformatisch. Im Fokus steht eine KI-gestützte Rekonstruktionspipeline, die heterogene Datenquellen zu digitalen 3D-Modellen verschwundener Bauwerke zusammenführt. Techniken kompensieren Datenunvollständigkeiten; Bürger*innen werden als aktive Validierer eingebunden. Die HTWK Leipzig stellt die technische Infrastruktur von Datenaufbereitung bis zur Plattformintegration sicher. Durch Verzahnung mit partizipativen Formaten wird gewährleistet, dass Lösungen gesellschaftlich eingebettet sind und als wissenschaftliches Erkenntnisinstrument verantwortungsvoll genutzt werden können.