08. Oktober 2026 | Pressemitteilung

Zwischen Wohnungsnot und Innovation: Was Berlin in der Wohnungspolitik besonders macht

Neuer Sammelband beleuchtet 30 Jahre Berliner Wohnungspolitik

Berlin ist beides: Brennpunkt der Wohnungsnot und Labor für wohnungspolitische Innovationen. Wie dieses Spannungsverhältnis entstanden ist und was es für die Zukunft des Wohnens bedeutet, zeigt der neue Sammelband „Wohnen in Berlin. Zwischen Verwertung und Vergesellschaftung“. Herausgegeben haben ihn die Stadtforscher*innen Lisa Vollmer und Matthias Bernt vom Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung (IRS) gemeinsam mit dem Sozialwissenschaftler Andrej Holm von der Humboldt-Universität zu Berlin.

In 23 Beiträgen nehmen Autor*innen aus Forschung, Politik und stadtpolitischen Netzwerken 30 Jahre Berliner Wohnungspolitik in den Blick. Sie untersuchen Eigentumsverhältnisse und die Mietenbewegung ebenso wie neue wohnungspolitische Instrumente und bislang wenig beachtete Entwicklungen. So beschäftigt sich die Geografin Lenna Enne mit informellen Wohnpraktiken wie Untervermietung oder Überbelegung - einem Bereich, der in der Forschung bislang wenig Aufmerksamkeit erfahren hat. Leonie Hanewinkel, Paul Pichler und Lisa Vollmer vergleichen landeseigene und kommerzielle Wohnungsunternehmen mit Blick auf den energetischen Zustand der Wohnungen und deren Modernisierungsstrategien.

Zugleich zeigt der Band, wie in Berlin neue Formen wohnungspolitischer Gestaltung entstanden sind. Der Mietendeckel und die aktuellen Vorschläge für ein „Sicheres-Wohnen-Gesetz“ sind ein Beispiel dafür, dass auch der private Mietmarkt reguliert werden kann. Als innovativ gelten auch die Mieterräte in den landeseigenen Wohnungsunternehmen, die Bewohner*innen neue Möglichkeiten demokratischer Mitbestimmung eröffnen. Nicht zuletzt wird im Band die Forderung nach der Vergesellschaftung großer Wohnungsbestände und damit die Frage nach den Eigentumsverhältnissen in der Wohnraumversorgung thematisiert.

Wie kann Wohnen in Berlin wieder bezahlbar werden? Und welche politischen Weichenstellungen sind dafür notwendig? Darüber diskutieren die Herausgebenden am Freitag, 9. Oktober 2026 ab 19.30 Uhr in der Buchhandlung Pro qm in Berlin-Mitte mit Niklas Schenker (Die Linke Berlin) und Susanna Raab (Berliner Mieter*innenbewegung), die ebenfalls Beiträge zum Buch geleistet haben.  

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.