14. August 2026 | Nachricht

Kompakt, gemischt, gut angebunden

Call for Papers für ein Schwerpunktheft in Raumforschung und Raumordnung | Spatial Research and Planning (RuR)

Kompakte, nutzungsgemischte Quartiere mit kurzen Wegen und guter Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr – dafür steht das Konzept des Transit-Oriented Development. In Deutschland ist dieses allerdings bislang kaum mit der Weiterentwicklung bestehender Quartiere verknüpft. Ein Schwerpunktheft der Fachzeitschrift Raumforschung und Raumordnung" möchte diese Lücke schließen. 

Transit-Oriented Development (TOD) gilt international als ein Schlüsselkonzept nachhaltiger Stadt- und Regionalentwicklung. Es verknüpft Siedlungsentwicklung und leistungsfähigen öffentlichen Verkehr räumlich und funktional, mit dem Ziel kompakter, gut erreichbarer Quartiere, in denen das Auto seltener gebraucht wird. Studien belegen, dass Menschen in solchen Quartieren einen größeren Teil ihrer Wege mit Bus und Bahn zurücklegen.

In der deutschen Regional- und Stadtentwicklung hat sich TOD bisher nur wenig als leitendes Prinzip durchgesetzt. Der Forschungsstand ist überschaubar. Das geplante Schwerpunktheft der Fachzeitschrift Raumforschung und Raumordnung | Spatial Research and Planning (RuR) möchte dies ändern und empirische Erkenntnisse, theoretische Perspektiven sowie Planungserfahrungen zusammenführen. Denn vor allem eine Frage ist bislang kaum untersucht: Wie lassen sich TOD-Prinzipien für die Bestandsentwicklung nutzen – also für vorhandene Quartiere statt für Neubau auf der grünen Wiese? Während sich die internationale Forschung überwiegend auf wachsende Metropolen konzentriert, rücken zunehmend Klein- und Mittelstädte, Bahnhofsquartiere sowie suburbane und ländliche Räume in den Blick. Gerade dort eröffnen sich unterschiedliche Fragen: etwa nach Handlungsspielräumen bei begrenztem Wachstum, nach regionaler Kooperation und nach bodenpolitischen Rahmenbedingungen.

Für den Call for Papers sind Beiträge zu TOD in unterschiedlichen Raumtypen, zu Planung und Governance auf verschiedenen Maßstabsebenen, zu Finanzierung und Bodenpolitik sowie zu bezahlbarem Wohnen, Aufwertung und Verdrängung willkommen. Besonders gefragt sind Fallstudien und daten- oder praxisbasierte Analysen an den Schnittstellen von Stadt-, Verkehrs-, Regional- und Freiraumplanung.

Beiträge können auf Deutsch oder Englisch in den Kategorien „Forschungsbeitrag / Research Article“ und „Kommentar / Commentary“ eingereicht werden und durchlaufen das übliche doppelblinde Begutachtungsverfahren. Abstracts werden bis zum 30. September 2026 per E-Mail bei den Gastherausgeber*innen erbeten; die Rückmeldung erfolgt bis zum 31. Oktober 2026, fertige Manuskripte sind bis zum 31. Januar 2027 einzureichen. Die Printausgabe ist für Herbst 2027 geplant. Herausgegeben wird das Heft von Stefan Siedentop (TU Dortmund), Arvid Krüger (Universität Kassel) und Martina Hülz (ARL).


Die Fachzeitschrift Raumforschung und Raumordnung | Spatial Research and Planning (RuR)  wird gemeinsam vom IRS und weiteren raumwissenschaftlichen Einrichtungen im Netzwerk Leibniz R  herausgegeben. Für das IRS gehört Manfred Kühn, Wissenschaftler im Forschungsschwerpunkt „Politik und Planung“, als Co-Editor zur Herausgebergruppe der Zeitschrift. Er steht am IRS für Rückfragen zum Call zur Verfügung.