26. August 2026 | Pressemitteilung

Bauen für die DDR: Originalzeichnungen von Josef Kaiser aus dem IRS-Archiv in der Berlinischen Galerie

Ausstellung zeigt kaum bekannte Entwürfe des Architekten

Originale Entwurfszeichnungen des Architekten Josef Kaiser (1910–1991) aus den Wissenschaftlichen Sammlungen des IRS sind ab 28. August 2026 in der Berlinischen Galerie zu sehen. Die Ausstellung „Josef Kaiser. Bauen für die DDR“ beleuchtet erstmals umfassend das Werk des Architekten, der in der DDR bekannte Bauten wie das Kino International oder das Außenministerium entwarf. Zu sehen sind auch bislang kaum bekannte Entwürfe aus dem wertvollen Kaiser-Teilnachlass am IRS.

Zu den Leihgaben des IRS für die Ausstellung gehören der Entwurf für einen nicht realisierten Erweiterungsbau für das DDR-Außenministerium und Pläne für ein Varieté- und Revuetheater in Berlin, die um 1980 nach dem Abriss des alten Friedrichstadtpalastes entstanden. Sie stammen aus dem Nachlassteil von Josef Kaiser, den das IRS wissenschaftlich erschlossen hat. Dieser dokumentiert eine große Brandbreite seines Schaffens. Er umfasst unter anderem Entwürfe für bekannte Gebäude wie das Kino International, das Kino Kosmos und das Restaurant Moskau (heute: Café Moskau) in der Stalinallee (heute: Berliner Karl-Marx-Allee), Arbeiten für Wohnbauten sowie Pläne für das Nationaltheater in Budapest. Zum Bestand gehören auch theoretische Arbeiten Kaisers, darunter ein Artikel von 1954 zu den „Methoden des sozialistischen Realismus in der Architektur“. Der andere Teilnachlass von Josef Kaiser befindet sich in der Berlinischen Galerie.

Über die Ausstellung hinaus veranstaltet das IRS gemeinsam mit der Berlinischen Galerie und dem Landesdenkmalamt Berlin am 22. Januar 2027 ein Symposium unter dem Titel „Sichtbarwerden. Josef Kaiser und die Architekturen der DDR“. 

„Mit unseren Leihgaben und Scans, durch Hinweise und als Kooperationspartner für das Symposium tragen wir zur Auseinandersetzung mit einem der wichtigsten Architekten der DDR und seinem Werk bei“, sagt Kai Drewes, Leiter der Wissenschaftlichen Sammlungen am IRS.

Josef Kaiser und seine Architektur

Josef Kaiser (1910–1991) begann seine Karriere als Architekt 1935 in Weimar. Er zählt zu den prägenden Vertretern der DDR-Architektur. Zwischen 1950 und 1970 realisierte er im Kollektiv überwiegend repräsentative öffentliche und Staatsbauten. Viele seiner Werke stehen heute unter Denkmalschutz und gelten als Ausdruck eines neuen gesellschaftlichen Aufbruchs.

Die Wissenschaftlichen Sammlungen des IRS

Das Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung (IRS) in Erkner bei Berlin untersucht die Wechselwirkung zwischen gesellschaftlichen Veränderungen und der Transformation von Räumen. Seine Wissenschaftlichen Sammlungen sind ein einmaliges Spezialarchiv für die jüngere ostdeutsche Bau- und Planungsgeschichte mit einem Schwerpunkt auf der DDR-Zeit sowie den Transformationsjahren ab 1990. Sie beherbergen unter anderem über 170 Vor- und Nachlässe vor allem von Architekt*innen und Planer*innen.

Über das IRS-Onlineportal Stadt-Raum-Geschichte können die digital verfügbaren Bestände recherchiert werden. Der Nachlass Josef Kaisers ist bislang nur in Teilen digitalisiert.
Bei Fragen zur Nutzung wenden Sie sich bitte an Anja Pienkny.

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Kurzfilm zur Ausstellung