04. Februar 2026 | Ausgewählte Publikation

Deutsche Städte im Klimawandel

Neues Buch präsentiert Ergebnisse aus neun Jahren Forschung zu kommunaler Klimapolitik

Eine neue Monographie zeigt, wann und unter welchen Umständen deutsche Städte klimapolitisch aktiv wurden, in Klimaschutz und Klimaanpassung. Die Ergebnisse basieren auf detaillierten Fallstudien und statistischen Erhebungen in ganz Deutschland. Darüber hinaus gibt das Buch konkrete Empfehlungen für die kommunale Verwaltung und Politik.

Bereits seit 2017 forscht eine Gruppe am IRS zu Klimapolitik in deutschen Stadtkommunen. Jetzt werden die wichtigsten Ergebnisse aus neun Jahren Forschung gesammelt in einem Buch veröffentlicht. Der Band „Deutsche Städte im Klimawandel“ von Wolfgang Haupt, Peter Eckersley und Kristine Kern untersucht die Entstehung und Entwicklung städtischer Klimapolitik in Deutschland.

Entlang welcher Pfade entwickelt sich Klimapolitik in Städten? Welche Städte sind Vorreiter, welche eher Nachzügler, und inwiefern lassen sich Städte bestimmten klimapolitischen Gruppen oder Typen zuordnen? Welche strukturellen Faktoren beeinflussen, ob eine Kommune klimapolitisch aktiv wird oder nicht? Wie lassen sich Klimaschutz und Klimaanpassung in das kommunale Verwaltungshandeln integrieren? Und was können besonders engagierte Einzelpersonen in Stadtpolitik und -verwaltung ausrichten? Diesen Fragen widmet sich das Buch ausführlich. Darüber hinaus bietet es konkrete Vorschläge und Referenzbeispiele sowohl für die Kommunalpolitik als auch für die Klimapolitik auf Landes- und Bundesebene. Die Grundlagen dafür bilden 33 qualitative Fallstudien sowie quantitative Analysen auf der Basis veröffentlichter klimapolitischer Maßnahmen in 104 deutschen Groß- und Mittelstädten.

Das Buch fußt maßgeblich auf Empirie, welche die Forschungsgruppe „Urbane Nachhaltigkeitstransformationen“ seit 2019 zunächst unter Leitung und später unter Mitarbeit von Prof. Dr. Kristine Kern generiert hat. Leider hat Kristine Kern die Fertigstellung dieses Buch nicht mehr miterleben können. Sie verstarb unerwartet im Februar 2025.

Im Vorwort zum neuen Band würdigt Forschungsgruppenleiter Wolfgang Haupt die Leistung von Kristine Kern. Darin heißt es: Wirklich rund wurde unsere Arbeit aber nur durch die jahrzehntelange Erfahrung und den kritischen Blick von Prof. Dr. Kristine Kern, einer echten Pionierin in der Forschung zur städtischen Klimapolitik. Bereits seit den frühen 2000er-Jahren hat sie sich mit diesem Forschungsfeld beschäftigt und es national und international entscheidend entwickelt und geprägt. So gehören etwa ihre gemeinsamen Aufsätze mit der britischen Geographin Harriet Bulkeley bis heute zur einschlägigen Standardliteratur in diesem Bereich.

Kristine Kern ist es maßgeblich zu verdanken, dass die Stadt auch in der politik- und verwaltungswissenschaftlichen Forschung als zentrale Akteurin in der Klimapolitik etabliert ist. Wie können Städte Vorreiter in der Klimapolitik werden? Wie verbreiten sich umweltpolitische Innovationen im Mehrebenensystem überhaupt (eben nicht nur in nationalstaatlicher Hinsicht)? Und wie sind solche Diffusionsprozesse in sozio-räumliche Prozesse, zum Beispiel der Energiewende oder der Klimafolgenanpassung, eingebunden? Welche Rolle spielen makroregionale Strategien und transnationale Städtenetzwerke in Europa? Wie können Wege zu urbanen Transformationen aussehen? Zu all diesen und vielen weiteren Fragen hat Kristine Kern entscheidende Antworten geliefert und Forschungsfelder nachhaltig geprägt."

20. Februar 2025 | Nachricht

Mit großer Bestürzung und Trauer haben wir vom Tod unserer Kollegin und Freundin Kristine erfahren. Mit Prof. Dr. Kristine Kern verlieren die wissenschaftliche Gemeinschaft und das IRS eine herausragende und international hoch angesehene Forscherin. mehr Info