04. Februar | 2021

Transfer und Skalierung von lokaler Klimapolitik

Konzeptionelle Ansätze, Voraussetzungen und Potenziale | Februar 2021

Der vorliegende Forschungsbericht befasst sich mit dem Transfer von Klima-Policies (z.B. Strategien zur Dekarbonisierung oder Ansätze zur Klimawandelanpassung) zwischen Städten und fokussiert sich hierbei auf Literaturbeiträge aus den Politik- und Verwaltungswissenschaften sowie der Humangeographie. Policies werden hierbei als übergreifender Begriff verstanden, der auf Problemlösung abzielende Aktivitäten staatlicher Akteur*innen zusammenfasst. Im Fokus des Berichts stehen insbesondere konzeptionelle Ansätze zu Transfer und Skalierung, interne und externe Voraussetzungen für den Transfer, sowie die Entstehungsbedingungen und das Transferpotential von Policies. Zentrale Erkenntnisse der Literaturstudie sind:

  • Die spezifischen Kontextbedingungen der aufnehmenden Stadt sind entscheidend für das Gelingen des Transfers, wobei die Erfolgsaussichten bei sich ähnelnden Städten (z.B. ähnliche Größe und institutionelle Rahmenbedingungen) am größten sind.
  • Policies werden nur äußerst selten unverändert von einer Stadt auf eine andere übertragen.
  • Ebenso wichtig wie die räumliche Skalierung (Übertragung einer Policy von einer Stadt auf eine andere) ist auch die zeitliche Skalierung (langfristige institutionelle Einbettung und Verstetigung der Policy).
  • Transfer und die Skalierung von Policies können durch lokale Schlüsselakteur*innen (z.B. Umweltdezernent*innen) sowie durch Transferagenturen (z.B. Energie- und Klimaagenturen) entscheidend begünstigt werden.

Der Bericht wurde erstellt im Rahmen des BMBF-geförderten Projekts ExTrass Urbane Resilienz gegenüber extremen Wetterereignissen – Typologien und Transfer von Anpassungsstrategien in kleinen Großstädten und Mittelstädten (2018-2020). ExTrass verfolgt das Ziel, die Resilienz von Groß- und Mittelstädten gegenüber Hitze und Starkregen messbar zu stärken sowie Transferpotenziale zwischen Städten besser nutzbar zu machen. Dabei wird Resilienz als adaptiver (Lern-)Prozess verstanden, in dem Kommunen Maßnahmen aufgreifen und um-setzen, von denen ein schadensreduzierender Effekt bei Wetterextremen erwartet wird (z.B. die Reduktion von Sachschäden oder von Rettungseinsätzen). 

Auf diesen konzeptionell ausgerichteten Bericht folgt Ende 2021 ein weiterer Bericht. Dieser umfasst - anders als der vorliegende Bericht - auch empirische Ergebnisse zum Thema Transfer von Policies zwischen Städten, die im Rahmen des Projekts ExTrass generiert wurden. Zudem wird der Fokus dann weniger auf Policies sondern stärker auf konkreten Instrumenten und Maßnahmen zur lokalen Klimaanpassung liegen.

Aus dem Inhalt

  • Konzeptionelle Ansätze zu Transfer und Skalierung von Policies
  • Interne und externe Voraussetzungen für den Transfer von Policies
  • Entstehung und Bestandteile von Policies
  • Schlussfolgerungen und weiterer Forschungsbedarf