Land schafft Wandel

No 104 | Mai 2026

Menschen in ländlichen Räumen bewältigen Wandel nicht nur – sie gestalten ihn aktiv. Das ist die Kernbotschaft der neuen Ausgabe von IRS Aktuell. Vereine, Genossenschaften, engagierte Gemeinschaften und Kleinstunternehmen entwickeln neue Lösungen, ohne sich selbst als innovativ zu bezeichnen. Serverfarmen in aufgegebenen Bundeswehrbunkern, solidarische Landwirtschaft auf Kirchenland, Bürgerwindparks als Keimzelle grüner Mobilität: Das Potenzial ist real, aber oft unsichtbar.

Unsere Forschenden zeigen, warum ländliche Innovation anders funktioniert als städtische – und welche spezifischen Stärken dabei oft übersehen werden: Peripherie zwingt zur Improvisation. Rückkehrerende bringen Wissen von außen. Überschaubare Gemeinschaften ermöglichen Vertrauen. Selbst konservativer Widerstand gegen Neues kann kreativ machen. Und manchmal liegt das Neue in der Wiederentdeckung traditioneller Praktiken – etwa beim Getreideanbau und dem Backen von Brot. Wissensarbeit wird heute zunehmend multilokal zwischen Stadt und Land organisiert, auch hierin besteht eine Chance.

Gleichzeitig läuft die Förderpolitik tendenziell an diesen Realitäten vorbei. Programme orientieren sich an städtischen Strukturen und technologischer Innovation. Was sich ändern müsste – und wie ein neuer Denkrahmen aussehen könnte – zeigen wir in dieser Ausgabe. Worauf es bei der Förderung ländlicher Räume ankommt, und wie sie politisch sichtbarer werden können, darüber berichtet eine LEADER-Regionalmanagerin im Interview.