PD Dr. Eva Maria Gajek
Wissenschaftlerin | Zeitgeschichte und Archiv

Eva Gajek ist Historikerin mit Schwerpunkten in der Sozial-, Wirtschafts- und Kulturgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. In ihrer Forschung verbindet sie Fragen sozialer Ungleichheit mit Raum-, Eliten- und Reichtumsforschung. Seit September 2026 vertritt sie die Leitung des Forschungsschwerpunktes „Zeitgeschichte und Archiv“ am IRS und zugleich die Professur für Historische Stadt- und Raumforschung an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder). Zudem leitet sie seit Mai 2025 das Projekt "Where the Rich Live: Mapping Villa Neighborhoods and Cultures of Wealth in Germany’s Long Twentieth Century" (RichMap). Das Vorhaben wird im Programm „Leibniz-Kooperative Exzellenz“ gefördert und widmet sich der raumbezogenen Erforschung von Reichtum und sozialer Ungleichheit in der Moderne.

Im Wintersemester 2024/25 vertrat Eva Gajek die Professur für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte an der Universität Duisburg-Essen. Zuvor war sie Fellow am Sonderforschungsbereich Dynamiken der Sicherheit (SFB 138) an der Universität Marburg. Von 2022 bis 2024 forschte sie als Researcher am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln, zuvor (2019–2022) als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Leibniz-Forschungsgruppe „Geschichte und Theorie des globalen Kapitalismus“ an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Von 2011 bis 2019 war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Fachjournalistik Geschichte am Historischen Institut der Justus-Liebig-Universität Gießen tätig.

Eva Gajek studierte Neuere und Neueste Geschichte, Technik-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte sowie Neuere Deutsche Literaturwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum. Ihre Promotion schloss sie 2011 als Stipendiatin des Graduiertenkollegs „Transnationale Medienereignisse“ an der Justus-Liebig-Universität Gießen ab. 2024 habilitierte sie sich ebendort mit einer wissens- und wahrnehmungsgeschichtlichen Arbeit über Reichtum im langen 20. Jahrhundert in Deutschland.

Für ihre wissenschaftliche Arbeit wurde Eva Gajek mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Hedwig-Hintze-Preis des Verbands der Historiker und Historikerinnen Deutschlands (2014) sowie der Dissertationsauszeichnung der Universität Gießen (2012). 2016/17 war sie Mentee im Förderprogramm Proprofessur. Mentoring für Wissenschaftlerinnen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und der hessischen Universitäten. Eva Gajek ist assoziiertes Mitglied der Leibniz-Preis-Forschergruppe „Wealth and Social Inequality“ am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung.

Ihre Forschung beschäftigt sich mit der Kulturgeschichte des Ökonomischen, insbesondere mit Reichtum, Eigentum und sozialer Ungleichheit. Weitere Schwerpunkte liegen in der Mediengeschichte und der europäischen Kulturgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts.

Portrait: © Astrid Dünkelmann 

Projekte

Drittmittelprojekte

Das Forschungsprojekt „RichMap – Where the Rich Live“ untersucht die Entstehung und Entwicklung von Villenvierteln in Deutschland im langen 20. Jahrhundert. Im Fokus steht nicht nur, wie bestimmte Stadtteile zu „guten Adressen“ wurden, sondern auch, wie sie diesen Status über Jahrzehnte hinweg bewahren konnten, ihn verloren und – insbesondere im Osten Deutschlands – nach politischen und gesellschaftlichen Umbrüchen teilweise wiedererlangten. Methodische Innovationen des Projekts sind unter anderem digitale Karten, sogenannte „Thick Maps“ sowie Citzen-Science-Maßnahmen, um die Perspektiven von Anwohner*innen und Stadtbewohner*innen einzubeziehen. mehr Info

Ausgewählte Publikationen nach Erscheinungsjahr

2026
Gajek, E. M. (2026). Von der Adresse zur Stadtstruktur: Symbolische Ordnung und soziale Ungleichheit im Ruhrgebiet. Soziale Passagen, 2025(17), 347–364.
Gajek, E. M., & Güttler, N. (2026). Der Traum vom Frankfurter Grunewald. Eine [kurze] Wissens- und Mediengeschichte des Villenviertels Lerchesberg. in U. Schneider (Hrsg.), Eigentum, Bodenwert und Visualisierung. Kataster im 19. und 20. Jahrhundert: (Schriften des Historischen Kollegs (Band 112)
Gajek, E. M., & Stamm, I. (2026). City Conquerors: How wealth elites occupy urban spaces. Oxford University Press.
Gajek, E. M. (2026). Ausstellungsrezension, Suburbia. Träume vom Eigenheim – Wege aus der Wohnungskrise. H-Soz-u-Kult, Sept 2026.
Gajek, E. M. (2026). (Wealth) Elites. in M. H. D. van Leeuwen (Hrsg.), Research Handbook on Historical Sociology (S. 178-193). [8] (Research Handbooks in Sociology). Edward Elgar.
Gajek, E. M., & Rast, L. (2026, Mär 11). Sozialdaten und symbolisches Kapital: Villenviertel als methodisches Labor. https://sozialdaten.hypotheses.org/1111
2025
Gajek, E. M., & Römer, F. (2025). Reichtum. Docupedia, 2025. https://dx.doi.org/10.14765/zzf.dok-2854
Gajek, E. M. (2025). Doppelrezension zu: Jürgen Dinkel, Alles bleibt in der Familie. Erbe und Eigentum in Deutschland, Russland und den USA seit dem 19. Jahrhundert, Böhlau Verlag, Köln 2023; Ronny Grundig, Vermögen vererben. Politiken und Praktiken in der Bundesrepublik und Großbritannien 1945–1990, Wallstein Verlag, Göttingen 2022. Archiv für Sozialgeschichte, (65). https://library.fes.de/pdf-files/afs/82043.pdf
Gajek, E. M. (2025). Ostdeutsche Villenviertel in der Transformation: Eine sozialräumliche Spurensuche. in M. Böick, C. Goschler, & R. Jessen (Hrsg.), Jahrbuch Deutsche Einheit 2025 (S. 197-218). Ch. Links. https://www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/de/vermitteln/wissenschaft/publikationen-wissenstransfer/jahrbuch-deutsche-einheit
Gajek, E. M. (2025). Vom Unfall zur Ordnung: Die Kutsche und die Entwicklung von Verkehrsräumen vom 18. zum 19. Jahrhundert. Gießener Universitätsblätter, (58), 117-130. https://www.giessener-hochschulgesellschaft.de/download/GU/GU-58-2025.pdf
2024
von Hodenberg, C., Brückweh, K., Gajek, E., Hayashi, R., Lawrence, J., Streeter, M. F. R., & Tisch, D. (2024). Social Science Data as a Challenge for Contemporary History. Journal of Modern European History, 22(4), 460-474. https://doi.org/10.1177/16118944241290890

Ausgewählte Publikationen nach Publikationstyp

Sammelband/-werk
Gajek, E. M., & Stamm, I. (2026). City Conquerors: How wealth elites occupy urban spaces. Oxford University Press.
Aufsatz in Fachzeitschrift
Gajek, E. M. (2026). Von der Adresse zur Stadtstruktur: Symbolische Ordnung und soziale Ungleichheit im Ruhrgebiet. Soziale Passagen, 2025(17), 347–364.
Gajek, E. M., & Römer, F. (2025). Reichtum. Docupedia, 2025. https://dx.doi.org/10.14765/zzf.dok-2854
Gajek, E. M. (2025). Vom Unfall zur Ordnung: Die Kutsche und die Entwicklung von Verkehrsräumen vom 18. zum 19. Jahrhundert. Gießener Universitätsblätter, (58), 117-130. https://www.giessener-hochschulgesellschaft.de/download/GU/GU-58-2025.pdf
von Hodenberg, C., Brückweh, K., Gajek, E., Hayashi, R., Lawrence, J., Streeter, M. F. R., & Tisch, D. (2024). Social Science Data as a Challenge for Contemporary History. Journal of Modern European History, 22(4), 460-474. https://doi.org/10.1177/16118944241290890
Beitrag in Sammelband/-werk
Gajek, E. M., & Güttler, N. (2026). Der Traum vom Frankfurter Grunewald. Eine [kurze] Wissens- und Mediengeschichte des Villenviertels Lerchesberg. in U. Schneider (Hrsg.), Eigentum, Bodenwert und Visualisierung. Kataster im 19. und 20. Jahrhundert: (Schriften des Historischen Kollegs (Band 112)
Gajek, E. M. (2026). (Wealth) Elites. in M. H. D. van Leeuwen (Hrsg.), Research Handbook on Historical Sociology (S. 178-193). [8] (Research Handbooks in Sociology). Edward Elgar.
Gajek, E. M. (2025). Ostdeutsche Villenviertel in der Transformation: Eine sozialräumliche Spurensuche. in M. Böick, C. Goschler, & R. Jessen (Hrsg.), Jahrbuch Deutsche Einheit 2025 (S. 197-218). Ch. Links. https://www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/de/vermitteln/wissenschaft/publikationen-wissenstransfer/jahrbuch-deutsche-einheit
Beitrag in Forum oder Blog
Gajek, E. M., & Rast, L. (2026, Mär 11). Sozialdaten und symbolisches Kapital: Villenviertel als methodisches Labor. https://sozialdaten.hypotheses.org/1111
Rezension in Fachzeitschrift
Gajek, E. M. (2026). Ausstellungsrezension, Suburbia. Träume vom Eigenheim – Wege aus der Wohnungskrise. H-Soz-u-Kult, Sept 2026.
Gajek, E. M. (2025). Doppelrezension zu: Jürgen Dinkel, Alles bleibt in der Familie. Erbe und Eigentum in Deutschland, Russland und den USA seit dem 19. Jahrhundert, Böhlau Verlag, Köln 2023; Ronny Grundig, Vermögen vererben. Politiken und Praktiken in der Bundesrepublik und Großbritannien 1945–1990, Wallstein Verlag, Göttingen 2022. Archiv für Sozialgeschichte, (65). https://library.fes.de/pdf-files/afs/82043.pdf

Ausgewählte Vorträge

2026
Hinter hohen Hecken. Zur Geschichte und Kartierung von Villenvierteln im langen 20. Jahrhundert

26. Januar | 2026

2025
Zwischen Marktöffnung und Misstrauen: Immobilienfirmen in Ostdeutschland nach 1989/90,

Tagung "Murky Business“

07. November | 2025
Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Universität Göttingen , Göttingen

Sozialdaten und symbolisches Kapital: Villenviertel als methodisches Labor

17. September | 2025

Immobilien in Ostdeutschland

Das Erbe sozioökonomischer Transformationen. Die Geschichte der Treuhand und ihre soziologische Bedeutung

12. September | 2025
Technische Universität Berlin, Berlin, Deutschland

Exklusive Adressen? Villenviertel als soziale Räume im 20. Jahrhundert

08. Juli | 2025

Exploring the History of Wealth through Ransom Cases

20. Juni | 2025

RichMap: Where the Rich Live

08. Mai | 2025

Aktuelles
04. Dezember | 2025

„Gute Adressen“ sind vielen ein Begriff. Aber wie wurden sie zu dem, was sie sind? Das Forschungsprojekt „RichMap – Where the Rich Live“ untersucht deutsche Villenviertel des langen 20. Jahrhunderts. Eva Maria Gajek, Historikerin im Forschungsschwerpunkt „Zeitgeschichte und Archiv“, ist Ko-Leiterin des Projektes. mehr Info

PD Dr. Eva Maria Gajek in den Medien

Der Millionär von nebenan (Paywall)
(Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.07.2026)
Im Milliardärsdorf
(Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 25.06.2026)