Grund und Boden

No 105 | Oktober 2026

Ob für Ernährung, Bau oder gesunde Ökosysteme: Wir alle hängen vom Boden ab. Auch die Geschichte von Gesellschaften wird geprägt vom Boden und von der Art, wie Menschen mit ihm umgehen. Bisher hat die historische Forschung den Boden aber kaum als analytische Brille genutzt, um Geschichte zu verstehen. Das ändert sich. Das Team des IRS- Forschungsschwerpunkts „Zeitgeschichte und Archiv“ zeigt in dieser Ausgabe, was die Geschichtswissenschaft lernen kann, wenn sie konsequent vom Boden her denkt: als neues analytisches Konzept und als Forschungsgegenstand.

Von Sibirien über Rumänien, (Ost-)Deutschland und Großbritannien bis nach Südafrika und Argentinien: Die Historiker*innen des Forschungsschwerpunkts zeigen, machen deutlich, welche Bedeutung die physischen Eigenschaften von Böden für historische Prozesse haben. Und sie zeichnen nach, welche Rolle die Abgrenzung, Aneignung und Nutzung von Boden spielen, sowohl bei der Aufrechterhaltung gesellschaftlicher Machtverhältnisse als auch in transformativen Prozessen gesellschaftlichen Wandels.