Dr. Clemens Villinger
Clemens Villinger ist seit August 2026 Mitarbeiter im DFG-geförderten Projekt „Der Wert der DDR-Architektur. Der Einfluss der Tätigkeiten der Treuhand-Liegenschaftsgesellschaft auf die öffentliche Wahrnehmung des baulichen Erbes der DDR“. In seiner Forschung verbindet der Historiker kultur-, wissens- und wirtschaftshistorische Ansätze, um Gesellschaftsgeschichte entlang ihrer ökonomischen Grundlagen, ihrer Wissensordnungen und ihres Alltags zu erzählen. Neben der Geschichte der DDR und der deutsch-deutschen Transformation hat er insbesondere zur Wissens- und Ideengeschichte von Normalität im 20. Jahrhundert gearbeitet.
Im Frühjahr 2026 war Villinger als stellvertretender künstlerischer Leiter für den Ausstellungsteil „Die Innere Front“ von Henrike Naumann im Deutschen Pavillon der Venedig-Biennale verantwortlich. Von 2023 bis Juli 2026 war er am Deutschen Historischen Institut London (DHI) tätig, wo er zur deutsch-britischen Geschichte von Normalität im 20. Jahrhundert forschte. Zuvor arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Friedrich-Schiller-Universität Jena (2022–2023) und am GESIS–Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften in Köln (2020–2022).
Von 2016 bis 2020 war Clemens Villinger als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam tätig. Dort gehörte er der von Prof. Dr. Kerstin Brückweh geleiteten Forschungsgruppe „Die lange Geschichte der ‚Wende‘. Lebenswelt und Systemwechsel in der DDR und Ostdeutschland vor, während und nach 1989/90“ an. 2021 wurde er am Max-Weber-Kolleg der Universität Erfurt mit der Arbeit „Vom ungerechten Plan zum gerechten Markt? Konsum, soziale Ungleichheit und der Systemwechsel von 1989/90“ promoviert.
Vor seiner wissenschaftlichen Tätigkeit war Villinger Mitarbeiter der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und absolvierte ein Volontariat bei der Stiftung Berliner Mauer in den Bereichen Oral History, Ausstellungen sowie Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.