29. Juni 2026 | Nachricht

„Klimaanpassung ist eine Gerechtigkeitsfrage"

IRS-Forscherin Julia Teebken in Wissenschaftlichen Beirat Klimaanpassung berufen

Die Extremhitze der letzten Junitage des Jahres 2026 legte gesellschaftliche Ungleichheit offen. Nicht nur Kleinkinder und alte Menschen waren, wie oft betont, besonders von der Sommerhitze betroffen. Sichtbar wurde auch die Bedeutung der sozialen Position: Wer sitzt im klimatisierten Büro und wer muss auch bei 40 Grad mit dem Fahrrad Essen ausliefern? Wer lebt in einer aufgeheizten Wohnung unter dem Dach und wer kann sich in ein Haus mit Pool im Garten zurückziehen?

Julia Teebken untersucht in der Forschungsgruppe „Lokale Klimapolitik“ die ungleichen Auswirkungen des Klimawandels, wie auch die ungleichen Möglichkeiten der Menschen, auf dessen Folgen zu reagieren. Im Zentrum ihrer Forschung steht die Frage: Was kann die Politik tun, um die Bedingungen gerechter zu gestalten?

Julia Teebken sagt, Maßnahmen wie Entsiegelung und Fassadenbegrünung seien zwar wichtig, dabei dürfe es aber nicht bleiben. Klimaanpassung sei auch eine Verteilungs- und Finanzierungsfrage. Damit sie langfristig Erfolg habe, müsse sie stärker mit der Arbeits-, Wohnungs- und Sozialpolitik zusammengedacht werden.  Und Kommunen bräuchten eine finanzielle Ausstattung, die es ihnen erlaube, Klimaanpassung dauerhaft zu leisten.

Nun wurde Julia Teebken in den neuen Wissenschaftlichen Beirat Klimaanpassung des Berliner Senats berufen. Am Dienstag, dem 30. Juni 2026 findet die konstituierende Sitzung statt. „Die soziale Frage des Klimawandels beginnt lange bevor die nächste Hitzewelle kommt und entscheidet sich nicht allein in der Umweltpolitik. Damit Klimaanpassung langfristig gelingt, müssen wir sie stärker mit anderen Politikfeldern zusammendenken als bisher. Dafür möchte ich mich im Beirat einsetzen“, erklärt die Politikwissenschaftlerin.