Im Dialog mit Expert*innen aus der kommunalen Praxis: Was können wir aus der Migrations- und Klimakrise lernen?
Research department: Politics and Planning
Project Leader within IRS: Dr. Madlen Pilz Dr. Wolfgang Haupt
Consortium: Leibniz Institute for Research on Society and Space (Coordination) Leibniz Institute of Ecological Urban and Regional Development
Funding Organization: Leibniz-Gemeinschaft
Duration: 10/2024 - 09/2025
Sowohl Integrations- als auch Klimapolitik als zwei zentrale gesellschaftliche Transformationsaufgaben sind in Kommunalverwaltungen als Querschnittsaufgaben ausgelegt. Allerdings arbeiten deutsche Verwaltungen oft sehr hierarchisch und wenig ressortübergreifend. Zu diesem Ergebnis kamen auch zwei BMBF-geförderte transdisziplinäre Forschungsprojekte, an denen das IRS in der Vergangenheit beteiligt war: StadtumMig (2019 - 2024), durchgeführt unter anderem gemeinsam mit dem Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR), mit dem Fokus auf Integration; und ExTrass (2017 - 2024) mit dem Fokus auf Klimapolitik.
Im Vergleich zwischen beiden Projekten hat sich gezeigt, dass in beiden kommunalpolitischen Bereichen ähnliche Faktoren deren Umsetzung als Querschnittsaufgaben einschränken. Neben der versäulten Organisation von Verwaltungen gehören dazu: mangelnde Zeitressourcen und fehlendes Fachwissen bei den Mitarbeitenden sowie zum Teil auch eine ideologische Ablehnung der Thematik.
Mit Blick auf diese Gemengelage widmet sich dieses transdisziplinäre Projekt einem Dialog, in dem Wissenschaftler*innen des IRS und IÖR gemeinsam mit Verwaltungsmitarbeitenden der Frage nachgehen, wie Querschnittsaufgaben in Verwaltungen unter den aktuellen Bedingungen besser umgesetzt werden können.
Im Fokus des Austauschs steht erstens die Frage, was aus den Erfahrungen in beiden Politikfeldern für die Umsetzung von Querschnitzaufgaben gelernt werden kann. Zweitens wird gefragt, welche Kapazitäten und Faktoren zu einer Verbesserung der Situation beitragen, die Transformation von Verwaltung unterstützen. Drittens geht es darum zu klären, welche niedrigschwelligen Formate sich zur Vermittlung von Wissen über Integrations- und Klimafragen in Verwaltungen eignen.
Im Mittelpunkt des Projekts stehen drei Dialogveranstaltungen. Auf dem ersten Dialog haben die Wissenschaftler*innen beider Institute ihre Forschungsergebnisse zu den Herausforderungen und Hindernissen bei der Umsetzung von Integrations- und Klimaschutz- bzw. anpassungsaufgaben als Querschnittsaufgaben vorgestellt, die sie aus dem Vergleich der Projekte StadtumMig und ExTrass gezogen haben. Im Anschluss wurden diese gemeinsam mit den anwesenden Verwaltungsmitarbeitenden diskutiert. Auf dem zweiten Dialog wurde der Begriff der transformativen Kapazitäten eingeführt. Er diente als Orientierung zur Diskussion und Systematisierung der bisherigen Erfahrungen der Diskussionsteilnehmer*innen mit den Veränderungen in den Verwaltungsbereichen.
Ziel des dritten Dialogs ist es, gemeinsam konkrete Strategien und Schritte für weitere Veränderungen in den Verwaltungsbereichen zu drei Themenschwerpunkten zu eruieren: Strukturen, Generierung von neuem Fach- und Erfahrungswissen sowie Stabilisierung und Verstetigung der Bereiche auch bei wechselnden Rahmenbedingungen.
Die Ergebnisse aus dem Vergleich der beiden vorangegangenen Projekte sowie der Auswertung der Dialogveranstaltungen werden in einer Dokumentation sowie einem Policy Paper öffentlich zugänglich sein und auf einem IRS Regionalgespräch am 14. Mai 2025 der Fachöffentlichkeit vorgestellt. Des weiteren werden die Ergebnisse auch in einer wissenschaftlichen Publikation aufbereitet.