„Do It!” Partizipation und Innovation durch „Machen“ in Open Creative Labs

Politische Gestaltungsaufgaben und Förderoptionen | Mai 2018

Das vorliegende Paper markiert den Abschluss des zweijährigen Forschungsprojektes „Open Creative Labs in Deutschland: Typologisierung, Verbreitung, Entwicklungsbedingungen und politische Gestaltung“ (08/2015-10/2017). Das Projekt wurde im Rahmen der Innovation- und Technikanalyse des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert. Ziel der vorliegenden Ausführungen ist es, ausgehend von den zentralen Ergebnissen des Projektes politische Gestaltungsmöglichkeiten und Förderoptionen auszuleuchten.

In dem Projekt ging es darum, die Bandbreite von Open Creative Labs in deutschen Metropolregionen zu erheben, zu beschreiben und deren Potential zur Partizipation von Bürgerinnen und Bürgern an technologischen Prozessen und innovativen Projekten zu verstehen. Diese Erkenntnisse bilden eine Entscheidungsgrundlage für Politikgestalterinnen und -gestalter auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene. Vor dem Hintergrund der Projektergebnisse zeichnet sich eine besondere Relevanz in den Bereichen Wissenschaft und Forschung, (Schul-)Bildung, Wirtschaft sowie Stadt- und Regionalentwicklung ab. Darüber hinaus fallen Open Creative Labs mit ihren Besonderheiten in die Verantwortung von mehreren Ressorts. Deswegen sind integrierte, ressortübergreifende Politikansätze von besonderer Bedeutung.

Open Creative Lab ist ein neu geschaffener Dachbegriff, der eine große Bandbreite an auf Offenheit, Teilhabe, Gemeinschaft, Partizipation und kreativen Schaffens ausgerichtete Orte überspannt. Hierzu zählen beispielsweise offene Werkstätten, Maker und Hacker Spaces, Coworking Spaces ebenso wie startup Acceleratoren und Inkubatoren. Der Begriff Open Creative Lab benennt dabei neue Formen des temporären Organisierens, die auch neue Räumlichkeiten mit sich bringen. Diese neuen Formen des Organisierens und Zusammenarbeitens speisen sich aus verschiedenen gesellschaftlichen Bewegungen, etwa der „Maker“ oder der DIY (do-it-yourself) -Bewegung. Sie antworten auf gesellschaftliche Umstrukturierungen in der Arbeitswelt, etwa der Ausweitung von Projektarbeit, Diversifizierung von Arbeitstypen oder der Entgrenzung von Karrieren. Dementsprechend heterogen ist der Jargon, der sich um Open Creative Labs herum herausgebildet hat.

In den verschiedenen öffentlichen Diskursen um Open Creative Labs überwiegt ein optimistischer Ton. Diese Orte werden für ihre Innovativität genauso gepriesen wie für die erweiterten Möglichkeiten zur Partizipation von Bürgerinnen und Bürgern an Prozessen der problembezogenen Forschung und Technologieentwicklung. Auch im politischen Raum verzeichnen Lab-Formate eine enorme Konjunktur. Während noch vor einigen Jahren politisch-administrative Akteure vor allem einen neugierigen und v.a. fragenden Blick auf dieses neue, sich dynamisch verändernde Phänomen geworfen haben, wird es heute bereits intensiv politisch gefördert (z.B. Digital Hubs in Deutschland, BMWi; Innovative Hochschule, BMBF; Lab-Programm der Helmholtz-Gesellschaft). Im verstärkten Drang zum Handeln hält das Verstehen des Phänomens kaum mehr Schritt.

Aus dem Inhalt

  • Open Creative Labs – eine Begriffsannäherung
  • Zentrale Forschungsergebnisse
  • Methodisches Vorgehen
  • Open Creative Labs in Deutschland. Ein Überblick
  • Partizipatives Potential von Open Creative Labs
  • Innovatives Potential von Open Creative Labs
  • Politische Gestaltungsaufgaben und Förderoptionen
  • Allgemeine strategische Orientierungen
  • Ressortspezifische Gestaltungsmöglichkeiten