Raumtheoretische Ansätze in der IRS-Forschung

No 89 | November 2017

Die Komplexität von Raum, sozialem Handeln und (sozio-räumlichen) Transformationsprozessen zu beschreiben und zu analysieren sowie deren wechselseitige Beziehungen zu verstehen, sind Kernanliegen der IRS-Forschung. Diese Ausgabe von „IRS aktuell“ stellt die Dimension „Raum“ in den Mittelpunkt und zeigt an Beispielen aus der IRS-Forschung, welche Raumperspektiven für die Wissenschaftler/-innen aus unterschiedlichen Disziplinen am Institut erkenntnisleitend sind und welche theoretisch-konzeptionellen Überlegungen diesen Perspektiven jeweils zugrunde liegen.

Den Auftakt bildet ein Bericht über die erste IRS Spring Academy „Investigating Space(s): Current Theoretical and Methodological Approaches“, die im Frühjahr 2017 erstmals durchgeführt und mit Mitteln der VolkswagenStiftung gefördert worden ist. Adressaten der dreiteiligen Veranstaltungsreihe sind Doktorand/-innen aus dem interdisziplinären Feld raumbezogener Sozialforschung. Die IRS Spring Academy 2017 beschäftigte sich mit dem Thema „Temporality and Procedurality“. Dazu wurden neueste Raumkonzeptionen sowie Methoden der empirischen Sozialforschung präsentiert und gemeinsam mit den Teilnehmer/-innen diskutiert. 

26 Nachwuchswissenschaftler/innen aus 12 Nationen verbrachten am IRS vier intensive Tage gemeinsam mit international renommierten Referent/-innen und IRS-Wissenschaftler/-innen. Für die beiden Folgejahre sind weitere IRS Spring Academies mit den Schwerpunkten „Virtual Realities and Socio-Spatial Practices“ (2018) sowie „Topologies“ (2019) geplant, die ebenfalls von der VolkswagenStiftung gefördert werden. 

In den anschließenden vier Beiträgen wird die Verbindung von theoretisch-konzeptionellem Fundament und empirischer Forschung thematisiert. Die Artikel stellen beispielsweise dar, wie Sozial-Konstruktivismus und ein relationales Raumverständnis die Basis für die IRS-Forschung zu Naturgefahren und Klimawandel bilden und wie die Herausbildung „neuer Energieräume“ aus einer Prozessperspektive heraus erforscht wird. Mit dem Begriffspaar „Raum und Ort“ konnte die unterschiedliche Bedeutung von Räumen kreativer Wissensarbeit und von Open Creative Labs als Orte herausarbeitet werden. Nicht zuletzt zeigt ein Beitrag unter anderem am Beispiel von Innovationsprozessen, dass in der IRS-Forschung der Raum nicht allein als Objekt interessiert, das durch Planung und Entwicklung verändert wird, sondern auch als Ressource in Entwicklungsprozessen. 

Aus dem Inhalt

  • Raumtheoretische Ansätze in der IRS-Forschung 
  • Entdeckungen in Raum und Zeit – Spitzenforscher und Nachwuchswissenschaftler auf der IRS Spring Academy 2017
  • Relativ konstruiert: Kulturräume im Kontext des Klimawandels 
  • Topologien des Lernens – Open Creative Labs als lokale Anker globaler Gemeinschaften
  • Prozesse und Strategien für neue Energieräume 
  • Raum als Gegenstand und als Ressource des Wandels 

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