24. April | 2017

International Forschen

No 88 | April 2017

Ursachen und Auswirkungen des Zusammenspiels von Umweltwandel und Migration, globale Produktionsnetzwerke und Wertbildungsprozesse in einem Segment der Modebranche, kulturelle Unterschiede in der Wahrnehmung von Klimawandel beiderseits der Oder: Die Themen und Gegenstände der IRS-Forschungen erfordern oftmals international ausgerichtete bzw. vergleichend angelegte Forschungsdesigns. Internationalität ist mehr denn je eine unabdingbare Voraussetzung für die Qualität von Forschungen. Erst durch die Diskussion von Befunden mit renommierten Kolleginnen und Kollegen aus aller Welt, mit der Präsentation auf den großen Tagungen der internationalen Fachgesellschaften sowie in gemeinsamen Projekten und Publikationen wird exzellente Forschung möglich.

International zu forschen gehört schon immer zum Selbstverständnis des IRS. Seit seiner Neugründung zum Jahresanfang 1990 war das IRS bestrebt, sich von dem ehemals stark regional geprägten Forschungsfokus zu lösen. Obgleich der Austausch mit Wissenschaftlern aus aller Welt als essenziell für die Qualität der Forschungen angesehen wurde, musste Internationalität in den Forschungsbeziehungen und in der empirischen Forschung immer wieder neu entwickelt und gelebt werden.

Mit der erstmaligen Bereitstellung eines Internationalisierungsbudgets im Rahmen des Forschungsprogramms 2012-2014 und der Entwicklung einer Strategie zur Steigerung der internationalen Sichtbarkeit des IRS ist eine Empfehlung aus der Evaluierung 2010 aufgegriffen worden, die globale Relevanz der IRS-Forschung künftig stärker international zu vermitteln und das IRS für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Ausland attraktiv zu machen. Mittelfristige Prioritätensetzungen, etwa durch die Wahl von Fokusräumen der internationalen Kooperation oder die Einstellung einer Referentin für Internationales im Jahr 2013, ergänzten sich mit konkreten neuen Formaten wie der Reihe „IRS International Lectures on Society and Space“ und dem neuen „IRS Fellowship Programme“. Das Internationale hat sich seitdem noch tiefer in die Denk- und Arbeitsstrukturen des IRS eingraviert und ist in einer Vielzahl von Facetten sichtbar. Das vorliegende Heft bietet daher einen Überblick zu Entwicklungen, Erfolgen und Erkenntnissen der Internationalisierung, die das Institut heute prägen.

Zunächst wirft der Artikel „Internationalität im heutigen IRS-Forschungsalltag“ einen Blick zurück und zeichnet die Entwicklungen entlang persönlicher Erfahrungen von vier IRS-Wissenschaftlern nach. Mit der Darstellung der Kooperationsbeziehungen zu Polen wird ein spezifischer Fokusraum des IRS genauer vorgestellt und es werden die vielfältigen Aktivitäten in ihren Zusammenhängen analysiert. Entlang dreier Projekte rücken weitere Facetten in den Mittelpunkt. Die Internationalität der Nachwuchsausbildung ist Thema des Beitrags zum European Training Network „Social Entrepreneurship in Structurally Weak Rural Regions: Analysing Innovative Troubleshooters in Action (RurAction)“. In den Beiträgen zu den Projekten „Geographien der Dissoziation. Die soziale Konstruktion von Werten aus räumlicher Perspektive“ und „New Regional Formations“ wird gezeigt, wie unsere empirische Forschung im Ausland und deren kooperative Bearbeitung mit unseren jeweiligen internationalen Projektpartnern ineinander greifen.

Aus dem Inhalt

  • International denken, international forschen
  • Internationalisierung im IRS-Forschungsalltag
  • Tradition und Zukunft - IRS-Kooperationen mit Polen
  • Hinter den Kulissen der Pelzbranche. Oder: Wie ein Produkt zu seinem Wert kommt
  • Internationale Nachwuchsausbildung im European Training Network "RurAction"
  • Zwischen global und regional: Forschungen zu Umweltwandel und Migration

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