Innovationen in der räumlichen Planung

No 86 | Mai 2016

Was haben eine Gestattungsvereinbarung für Zwischennutzungen in Leipzig, das Instrument des Quartiersmanagements, die Internationale Bauausstellung Emscher Park und die Planung des neuen Stadtviertels Seestadt Aspern in Wien gemeinsam? Es sind die neuen Wege, die von den zuständigen Planern gegangen werden: Sie brechen mit etablierten Routinen – wie etwa der Kriminalisierung von Hausbesetzern oder den nutzungsgetrennten Stadtquartieren der Moderne – und entwickeln die räumliche Planung damit weiter. Im DFG-Forschungsprojekt „Innovationen in der Planung: Wie kommt Neuartiges in die Planung“ (Innoplan) haben Wissenschaftler des IRS, der TU Berlin und der Universität Stuttgart diese in der Planungspraxis etablierten Neuerungen in vier Handlungsfeldern untersucht und als Innovationen in der Planung konzeptionalisiert. Die vorliegende Ausgabe von IRS aktuell stellt die Ergebnisse des Projekts, das im Frühjahr 2016 beendet wurde, dar und setzt diese in den Kontext internationaler wissenschaftlicher Diskurse.

Innovationsforschung hat vor allem in den Wirtschafts- und Organisationswissenschaften eine lange Tradition. Im Feld der räumlichen Planung sind Innovationsprozesse jedoch vergleichsweise wenig beforscht. Dies gilt insbesondere für die Bedingungen, unter denen neue Handlunsgweisen entstehen und sich verbreiten sowie die Art und Weise, wie sie sich in der Planungspraxis etablieren. Das DFG-Projekt „Innoplan“ will einen Beitrag leisten, um diese Lücke zu schließen: In vier Handlungsfeldern – Reflexive Regionalpolitik, Raumpioniere und Zwischennutzungen, Quartiersmanagement sowie Planung und Bau neuer Stadtteile – haben die Forscher Innovationsprozesse rekonstruiert und nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden gesucht. Die vier Innovationsbiographien, die im Hinblick auf eine möglichst vollständige Analyse von der Genese der Innovation bis zur Verbreitung und Institutionalisierung ausschließlich erfolgreiche – also in der Planungspraxis etablierte – Neuerungen beschreiben, werden in den Beiträgen ab Seite 10 in diesem Heft vorgestellt. Zentrale theoretisch-konzeptionelle Erkenntnisse aus dem Innoplan-Projekt beschreibt Prof. Dr. Oliver Ibert, einer der vier Projektleiter und Abteilungsleiter im IRS, im Beitrag „Ideen, Akteure, Orte und Konflikte – Innovationen in der Planung als sozialer Prozess.“

Der abschließende Höhepunkt des Projekts war zweifellos die internationale Konferenz „Innovations in Spatial Planning – Towards the Emergence and Mobility of Novel Approaches in Urban and Regional Plannung“, die am 25./26. Februar 2016 im IRS in Erkner stattgefunden hat und von der DFG mitfinanziert worden ist. Die Konferenzteilnehmer, die aus sieben Ländern kamen, präsentierten in fünf thematischen Sessions ihre Forschungsergebnisse und diskutierten die Tragfähigkeit des Innovationsbegriffs für die Planung in einem internationalen Kontext. Die Abschlusskonferenz des Projekts Die Konferenz können Sie ab Seite 7 in Wort und Bild nachvollziehen.

Aus dem Inhalt

  • Wie kommt Neuartiges in die räumliche Planung?
  • Ideen, Akteure, Orte und Konflikte - Innovationen in der als soziale Prozesse
  • Internationale Perspektiven auf Innovationen in der räumlichen Planung
  • Innovationen in der Planung als unwahrscheinliche Ereignisse
  • Aktuelle Zwischennutzungsprojekte zeigen: Auch Facebook prägt unsere Städte
  • Zwischen Generalisierung und Lokalität - Quartiersmanagement in der Planungspraxis
  • Stolperstein Sprache: Großes Siedlungen in Deutschland und in Österreich

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