12. September | 2017

Soziale Innovationen in ländlichen Räumen

In einer abgelegenen Region in Zentral-Griechenland gründen Bauern eine Genossenschaft, um Stevia anzubauen und zu verarbeiten. In der Eifel-Gemeinde Kyllburg organisieren Bewohner/-innen eine Kulturmeile in leerstehenden Geschäften. In Treptitz in Sachsen nehmen die Einwohner/-innen die Abwasser- und Nahwärmeversorgung kurzerhand selbst in die Hand. Diese drei Beispiele zeigen, dass in strukturschwachen ländlichen Regionen immer wieder engagierte Personen ausgetretene Pfade verlassen und mit innovativen Ideen und Konzepten drängende Probleme vor ihrer Haustür angehen. Damit stemmen sie sich gegen die landläufige Auffassung, ländliche Regionen – insbesondere mit gravierenden Strukturproblemen wie Abwanderung, Finanzknappheit, Abkopplung von Infrastrukturen sowie von politischen und ökonomischen Prozessen – seien innovationsfern und ihre Bewohner/-innen passiv und resigniert.

Die Forschungsabteilung „Kommunikations- und Wissensdynamiken im Raum“ erforscht seit einigen Jahren – aufbauend auf langjährige Forschungsarbeiten zu sozialen Innovationen in Stadtquartieren – kreative und innovative Projekte in ländlichen Räumen. Im haushaltsfinanzierten Leitprojekt „Innovationen in Landgemeinden“ (2015-2018) fokussieren sich die Wissenschaftler/-innen auf die Rahmenbedingungen, Akteure und Prozesse kreativer Gemeindeentwicklung am Beispiel von sechs Untersuchungsgemeinden in Deutschland. Darüber hinaus widmen sie sich in mehreren Drittmittelprojekten besonderen Aspekten der Thematik: Mit „Crowd Production“ unterstützen sie einen Identitätsbildungsprozess in einer Kleinstadt durch ihre wissenschaftliche Beratung. Die EU-Projekte „RurInno“ und „RurAction“ weiten den Blick in mehrfacher Hinsicht: Zum ersten setzen sie empirisch einen Fokus auf ländliche Regionen im europäischen Ausland, zum zweiten untersuchen sie den besonderen Akteurstyp der Sozialunternehmen in ländlichen Räumen und zum dritten stehen sie für eine einzigartige Verbindung von Forschung und Praxis, da die Sozialunternehmen gleichberechtige Partner in den Konsortien sind und intensive Dialoge über die Praxisrelevanz der Forschungsergebnisse möglich werden.

Bereits wenige Monate nach Beginn der Forschungsarbeiten zu sozialen Innovationen in ländlichen Räumen hat sich ein reger Austausch zwischen IRS-Wissenschaftler/-innen und Praktiker/-innen auf allen räumlichen Skalen – von der Kommune über die Landes- und Bundesebene bis hin zu Regionen im europäischen Ausland sowie der supranationalen Ebene der Europäischen Union – entwickelt.. Die folgende Chronologie gibt einen Überblick über die zugrunde liegenden Forschungsprojekte und ausgewählte Transferaktivitäten.

Juli 2017: Beratung einer Enquete-Kommission in Brandenburg

26. Juli | 2017 | Aktuelles
„Zukunft der ländlichen Regionen vor dem Hintergrund des demographischen Wandels“

Während der 19. Sitzung der Enquete-Kommission „Zukunft der ländlichen Regionen vor dem Hintergrund des demographischen Wandels“ gaben Prof. Dr. Gabriela Christmann und Dr. Tobias Federwisch am 14. Juli 2017 im Brandenburger Landtag in Potsdam ein Statement ab. Den Fokus legten sie auf „Förderstrukturen und -strategien für soziale Innovationen auf dem Land“. mehr Info

Juni 2017: 43. Brandenburger Regionalgespräch in Erkner

14. Juni | 2017 | Veranstaltung
Dialog zwischen Forschung und Praxis auf dem 43. Brandenburger Regionalgespräch

Strukturschwache ländliche Räume sehen sich vor große Herausforderungen gestellt: Eine geringe wirtschaftliche Produktivität, fehlende Infrastrukturen, Probleme in der Nahversorgung und ein fortschreitender demografischer Wandel mit ungebremsten Abwanderungsbewegungen sind nur einige Beispiele für die vielfältigen Problemlagen. Darüber hinaus gelten diese Räume als wenig innovations-affin. Dennoch können in Brandenburg, wie in vielen anderen deutschen Bundesländern und europäischen Regionen, viele kreative Projekte beobachtet werden, die sich diesen Trends entgegenstellen. Ausgehend von diesem gemeinsamen Befund diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Forschung und Praxis auf dem 43. Brandenburger Regionalgespräch, welche Akteure unter welchen – hemmenden und fördernden - Rahmenbedingungen soziale Innovationen realisieren und welchen Impact diese Initiativen auf die Räume haben. mehr Info

Mai 2017: RurInno Policy Round Table in Brüssel

26. Mai | 2017 | Veranstaltung
Policy Round Table „Social Entrepreneurship as Driver of Change in Marginalised Rural Europe“ am 23. Mai 2017 in Brüssel

Lösungen für die Herausforderungen strukturschwacher ländlicher Regionen sind auf allen politischen Handlungsebenen gefragt. Neben lokalen und regionalen Akteuren sind auch Verantwortliche auf nationaler und europäischer Ebene gefordert, spezifische Problemlagen wie den Mangel an Fachkräften und jungen Menschen, soziale Exklusion, Armut, Arbeitslosigkeit, Finanzknappheit, geringer politischer Einfluss und marode Infrastruktur zu adressieren. Welche Potenziale Sozialunternehmen für mögliche Lösungen haben, diskutierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gemeinsam mit Unternehmen sowie Vertreterinnen und Vertretern der EU-Agrar- und -Regionalpolitik auf dem Policy Round Table „Social Entrepreneurship as Driver of Change in Marginalised Rural Europe“ am 23. Mai 2017 in Brüssel. mehr Info

April 2017: Beteiligung an einer Transferveranstaltung in Bad Alexandersbad

Am 7. und 8. April 2017 veranstaltete die Ökologische Akademie e.V. im bayrischen Bad Alexandersbad eine Transferveranstaltung mit dem Titel "Wie Forschung und Lernen zur Entwicklung im ländlichen Raum beitragen - Wissenschaftlich begleitete Nachhaltigkeitsprozesse in Landgemeinden". Ziel der Veranstaltung war es, im Dialog zwischen Wissenschaftler/-innen, Studierenden und Mitarbeiter/-innen aus (Umwelt-)Bildungseinrichtungen sowie aus Ämtern für ländliche Entwicklung zu erörtern, welche Rahmenbedingungen, Lernprozesse und Methoden zukunftssichere Prozesse im ländlichen Raum auszeichnen und wie das Zusammenwirken von Wissenschaftler/-innen und Praktiker/-innen aus den Bereichen Bildung, bürgerschaftliches Engagement, Landesplanung und Kommunalpolitik gestaltet werden kann.

Dr. Anika Noack stellte auf der Veranstaltung gemeinsam mit dem Bürgermeister der Gemeinde Kyllburg Bedingungen, Akteure und Prozesse kreativer Gemeindeentwicklung am Beispiel von Kyllburg vor. Die Gemeinde ist einer der Untersuchsräume im Leitprojekt "Innovationen in Landgemeinden" der IRS-Forschungsabteilung "Kommunikations- und Wissensdynamiken im Raum".

Das Programm der Veranstaltung steht an dieser Stelle zum Download zur Verfügung.

März 2017: Veröffentlichung eines Policy Briefs

Dem EU-Projekt „Social Innovations in Structurally Weak Rural Regions: How Social Entrepreneurs Foster Innovative Solutions to Social Problems“ (RurInno) gehören neben dem IRS das Institut für Innovationsmanagement der Johannes Kepler Universität Linz sowie vier Sozialunternehmen aus vier ländlichen Regionen Europas an. Neben der gleichberechtigten Zusammenarbeit von Organisationen aus Wissenschaft und Praxis zeichnet sich das RurInno-Projekt auch durch die Kombination aus Forschung und Weiterbildung aus. Zentrale Instrumente sind längere Aufenthalte der Forschenden sowie der Praktiker an den Partnereinrichtungen, um sowohl eine tiefgehende Beforschung der Regionen, ihrer spezifischen Probleme und der Aktivitäten der Sozialunternehmen als auch einen intensiven Wissensaustausch zwischen Forschung und Praxis sowie die Aneignung von Fertigkeiten zu ermöglichen. In diesem Dialog wurde ein Policy Brief entwickelt, der die Herausforderungen und die notwendigen Rahmenbedingungen für soziales Unternehmertum in ländlichen Regionen benennt und daraus Handlungsempfehlungen für politische Akteure unterschiedlicher Ebenen ableitet. Der Policy Brief mit dem Titel "Social Entrepreneurship as Driver Of Change in Marginalised Rural Europe" wurde im März 2017 veröffentlicht.

Januar 2017: Transferveranstaltung in Olsztyn, Polen

Dr. Ralph Richter (IRS) und Prof. Dr. Matthias Fink (Johannes Kepler Universität Linz) haben am 11. Januar 2017 den Keynote-Vortrag auf der Transferkonferenz "Social Entrepreneurship and Innovation in Rural Poland – Links between Science, Social Business and Politics" gehalten und darin aus ihren Forschungen zu Sozialunternehmertum und sozialen Innovationen in ländlichen Räumen im Rahmen des EU-Projekts "RurInno" berichtet. Die Konferenz wurde vom Marschall der Wojewodschaft Ermland-Masuren (Województwo warmińsko-mazurskie) ausgerichtet. Zu den rund 40 Teilnehmer/-innen gehörten Akteure aus den Feldern Wissenschaft, Sozialwirtschaft und Politik/Verwaltung.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website des RurInno-Projekts: rural-innovations.net

Januar 2017: Session auf dem 10. Zukunftsforum Ländliche Entwicklung

Transferveranstaltung
25. Januar | 2017
Oder: Wie kommen neuartige Ansätze in unsere Dörfer?

In vielen Dörfern entwickeln Menschen sozial-innovative Ansätze, um den gesellschaftlichen Herausforderungen zu begegnen. Da das Wissen über erfolgreiche Ansätze aber vielfach vor Ort gebunden bleibt, arbeiten einige Akteure an Verfahren zur Verbreitung von sozialen Innovationen. Die Veranstaltung beschäftigt sich mit den Möglichkeiten der Verbreitung sozialer Innovationen auf dem Land. Dabei kommen Wissenschaftler und Praktiker gleichermaßen zu Wort und beantworten die Frage, wie neuartige Ansätze in unsere Dörfer kommen können. mehr Info

Oktober 2016: Beteiligung an einer Transferveranstaltung in Baiersbronn

Prof. Dr. Gabriela Christmann beteiligte sich am 13. Oktober 2016 an der Transferveranstaltung „Innovationen auf dem Land - Planerische Impulse für Bauten, Orte und Regionen“ in Baiersbronn. In ihrem Vortrag befasste sie sich mit dem Thema „Innovationen in Landgemeinden: Bedingungen, Akteure und Prozesse“. Die Tagung thematisierte ländliche Räume als Orte von Innovation und verließ damit die häufig übliche Sichtweise auf ländliche Räume als benachteiligt und abgelegen. Die Veranstaltung wurde in Kooperation mit der Akademie Ländlicher Raum Baden-Württemberg, dem Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg sowie der Gemeinde Baiersbronn durchgeführt. Im Mittelpunkt standen neue Wege der Kreativität und des Erfindungsreichtums - sei es für neue Wohnformen und Arbeitsplätze, sei es für Daseinsvorsorge, Infrastruktur, Mobilität sowie für eine ländliche Baukultur.

Die Tagung ist in Form einer Broschüre umfassend dokumentiert. Die Broschüre steht zum Download (pdf-Datei) zur Verfügung.

September 2016: BMBF-Kongress "Innovationen für die Gesellschaft"

Im September 2016 richtete das Bundesministerium für Bildung und Forschung in Berlin den Kongress "Innovationen für die Gesellschaft– Neue Wege und Methoden zur Entfaltung des Potenzials sozialer Innovationen" aus. Der Kongress führte zum ersten Mal die vielfältigen Initiativen und Communities zum Thema „Soziale Innovation in Deutschland“ zusammen. Hierbei verfolgte der Kongress eine Reihe miteinander verknüpfter Ziele. So galt es nicht nur, das Potenzial sozialer Innovationen bei der Bewältigung der großen gesellschaftlichen Herausforderungen in unterschiedlichen Handlungsfeldern zur Diskussion zu stellen und konzeptionell weiter zu denken, sondern darüber hinaus auch neue prioritäre Handlungsfelder und -möglichkeiten zur Förderung sozialer Innovationen durch das BMBF zu identifizieren sowie die notwendigen Rahmenbedingungen zu erörtern. Der Kongress diente zudem als Plattform, um zentrale Akteure zu vernetzen. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage nach neuen Wegen und Methoden zur Entfaltung des Potenzials sozialer Innovationen und die Rolle der Wissenschaft in diesen Prozessen. 

Prof. Dr. Gabriela Christmann brachte ihre Expertise auf der Basis langjähriger Forschungen zu sozialen Innovationen in den Kongress ein und leitete die Session "Regionale Entwicklung und soziale Integration". Die Session widmete sich strukturschwachen ländlichen Regionen, die vom demografischen Wandel geprägt sind und sich vor vielfältige Herausforderungen gestellt sehen. In der Session wurde am Beispiel von ausgewählten sozial-innovativen Projekten in ländlich geprägten Regionen – sei es im Bereich der Nahversorgung oder der Entwicklung neuer wirtschaftlicher Perspektiven – aufgezeigt, was fördernde und hemmende Faktoren für die Entstehung und Ausbreitung neuartiger Lösungsansätze sind, welches Wissen und welche anderen Ressourcen vor Ort gebraucht werden, um sie mit Erfolg implementieren zu können, und welche Rolle wissenschaftliche Erkenntnisse dabei spielen. Gegenstand der Beiträge war zudem, welche Bedeutung Beteiligungsformen von Bürgern und Bürgerinnen im Prozess haben. Vor diesem Hintergrund wurde intensiv diskutiert, welchen Beitrag soziale Innovationen für die soziale Integration in ländlichen Gebieten und die Regionalentwicklung leisten können.

Die wichtigsten Ergebnisse aus Vorträgen, thematischen Sessions, Worldcafés, Podiumsbeiträgen und Diskussionen wurden in einer Broschüre zusammengetragen. Alle an sozialen Innovationen interessierten Menschen erhalten so einen guten Überblick über den Stand der Debatte in Deutschland. Ergänzend zur Homepage des Kongresses, auf der ebenso viele Impressionen und Downloads angeboten werden, erlaubt die Broschüre nicht nur einen Rückblick in die Forschung und das Festhalten des Kongressgeschehens, sondern auch einen Ausblick in die Zukunft sozialer Innovationen und welche Rahmenbedingungen sie beleben und stärken können.

Download der Broschüre "Innovationen für die Gesellschaft– Neue Wege und Methoden zur Entfaltung des Potenzials sozialer Innovationen" (pdf-Datei)

März 2016: Zukunftswerkstatt in Bischofswerda

04. März | 2016 | Veranstaltung
Zukunftswerkstatt in Bischofswerda

Viele ostdeutsche Kleinstädte sind auch 25 Jahre nach der Wiedervereinigung von vielfältigen Herausforderungen geprägt. Dabei verstellen die zumeist problemorientierten Denk- und Handlungsroutinen den Blick auf die Potenziale der jeweiligen Stadt. Auch in der sächsischen Kleinstadt Bischofswerda hat sich über Jahre ein ausgeprägter Negativdiskurs entwickelt, der die lokale Entwicklung hemmt und schwierig zu durchbrechen ist. Dafür arbeiten im Forschungsprojekt „Crowd Production“ Wirtschafts-, Sozial- und Technikwissenschaftler gemeinsam mit Praxispartnern aus Bischofswerda daran, die städtischen Potenziale wieder zu entdecken und neue Handlungsoptionen zu gewinnen. Am 3. März 2016 führten sie in Bischofswerda eine Zukunftswerkstatt durch, die neue Impulse für die Gemeindeentwicklung geben sollte. mehr Info

Januar 2016: Session auf dem 9. Zukunftsforum Ländliche Entwicklung

01. Februar | 2016 | Veranstaltung
Das IRS präsentierte sich mit dem Leitprojekt „Innovationen in Landgemeinden“ beim 9. Zukunftsforum für Ländliche Entwicklung in Berlin

In vielen strukturschwachen Landgemeinden können Aktivitäten beobachtet werden, mit denen die Menschen die viel beschworene Abwärtsspirale aus struktureller Wirtschaftsschwäche und demographischem Wandel durchbrechen möchten. Sie experimentieren mit neuen Ideen und Konzepten und finden einen Umgang mit den spezifischen Herausforderungen vor Ort. Die IRS-Forschungsabteilung um Prof. Dr. Gabriela B. Christmann widmet sich solchen innovativen Denk- und Handlungsansätzen im Rahmen des Forschungsprojekts „Innovationen in Landgemeinden“. Erste Ergebnisse des bis 2018 laufenden Projektes wurden im Rahmen des 9. Zukunftsforums Ländliche Entwicklung am 21.01.2016 im City Cube Berlin vor einem großen Publikum präsentiert. mehr Info

2015 und 2016: Politikberatung in verschiedenen Formaten

Prof. Dr. Gabriela Christmann beteiligte sich im Frühjahr 2015 und 2016 an der Reihe „Leibniz im Bundestag“. Im Zuge dieses von der Leibniz-Gemeinschaft initiierten Formats tauschte sie sich mit den Bundestagsabgeordneten Angelika Glöckner (SPD),  Xaver Jung (CDU) und Astrid Grotelüschen (CDU/CSU) über soziale Innovationen in Landgemeinden aus. Konkret ging es dabei um Aspekte von Zwischennutzungen in Leerständen, um die Bedeutung von Schlüsselfiguren, um die Rolle von Sozialunternehmen und das Engagement von Bürger/ -innen sowie um die Rolle von Negativdiskursen im demografischen Wandel und um Möglichkeiten, diese zu verändern. Zudem diskutierte Christmann mit den Abgeordneten bisherige Förderpolitiken und -programme für ländliche Regionen sowie Perspektiven in den Bereichen Bildung, Nahversorgung, Kunst und Kultur.

Darüber hinaus wurde Christmann – als Resultat der Diskussionsveranstaltung „Innovationen in Landgemeinden. Zur kreativen Gemeindeentwicklung in strukturschwachen Regionen“ im Rahmen des 9. Zukunftsforums Ländliche Entwicklung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft – im Februar 2016 in die SPD-Bundestagsfraktion eingeladen, um über Innovationen in ländlichen Regionen zu sprechen.

Die Basis: Grundlagen- und anwendungsorienterte Forschungsprojekte

Der Dialog zwischen IRS-Forschung und Praxis gründet sich auf langjährige Forschungen zum Themenkomplex "Soziale Innovationen in ländlichen Räumen". Diese Forschungen fanden unter anderem im Rahmen folgender Forschungsprojekte statt:

Das Leitprojekt erforscht Landgemeinden in strukturschwachen ländlichen Regionen, in denen Bürger sowie gesellschaftliche Akteure aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft kreative Projekte zur Lösung ihrer lokalen Problemlagen entwickelt haben. Ziel der Forschung im Leitprojekt ist die Analyse solcher innovativen Projekte. Das Spektrum des bürgerschaftlichen Engagements in den ausgewählten Landgemeinden umfasst die Bereiche regenerative Energien, Nahversorgung sowie Kunst und Kultur. mehr info

In weiten Teilen Europas sind strukturschwache ländliche Regionen mit ähnlichen Problemen konfrontiert. Die wirtschaftliche Produktivität ist gering, ebenso das Angebot an qualifizierten Arbeitsplätzen. Bildungs- und kulturelle Angebote können in diesen Regionen nicht in dem Maße vorhanden sein wie in Agglomerationsräumen. RurInno setzt an dieser Stelle an. Es bringt Forscher und Praktiker aus zwei Forschungseinrichtungen und aus vier – in ländlichen Räumen arbeitenden – Sozialunternehmen zusammen, die gemeinsam drei Ziele verfolgen: Zum ersten den Wissensaustausch zwischen Forschung und Praxis zu fördern, zum zweiten das empirische Wissen über Bedingungen für soziale Innovationen im ländlichen Raum zu verbessern und zum dritten die Sichtbarkeit der Arbeit der sozialen Unternehmen in Politik und Gesellschaft zu erhöhen. mehr info

Die Europäische Kommission konstatiert in ihrem Bericht „Social innovation research in the European Union“ (EU 2013) einen Mangel an Forschungen zu sozialen Innovationen in ländlichen Regionen. RurAction füllt diese Forschungslücke. Das Forschungs- und Ausbildungsnetzwerk bringt renommierte Wissenschaftler und erfahrene Praktiker aus Bereichen der sozialwissenschaftlichen Raumforschung, der sozialen Innovationsforschung und des sozialen Unternehmertums zusammen, um zu erforschen, wie in strukturschwachen ländlichen Regionen sozial-innovative Lösungen für bestehende Problemlagen entwickelt werden. mehr info

Das BMBF Forschungsprojekt „Crowd Production“ leistete einen Beitrag zur Entwicklung von Bischofswerda und zur Erforschung von Innovationsprozessen. Das IRS war für das Teilprojekt „Wissenschaftliche Konzeption und Begleitung der Zukunftswerkstatt Bischofswerda sowie Evaluation des Gesamtprozesses“ zuständig. mehr info

Im Modellprojekt des Förderprogramms „Zusammenhalt durch Teilhabe“ des Bundesministeriums des Innern, ging es darum, auf ländliche Räume angepasste, innovative Medienstrategien, Kommunikations- wie auch Interaktionsformen zu entwickeln, zu etablieren und zu verbreiten, um auf diesem Wege demokratisches Engagement, Partizipation und Kreativität zu wecken. Das IRS unterstützte die Projektdurchführung mittels der Aufarbeitung des Forschungsstandes zu zivilgesellschaftlichem Engagement, Teilhabe und Kommunikation in ländlichen Regionen. mehr info