13. Dezember | 2016

Open Region: Neue Perspektiven für die regionale Wirtschaftsförderung

Die Idee der Open Region entspringt einer Neuorientierung in der wissenschaftlichen Grundlagenforschung. In der raumbezogenen Sozialforschung wurde die Räumlichkeit von Innovationen über Jahrzehnte hinweg primär als eine territorial zu denkende Frage gedacht, die sich in der Innovativität von Regionen widerspiegelt. Territoriale Innovationsmodelle konzentrierten sich auf die räumliche Ballung von innovativen Unternehmen und Organisationen sowie den sozialen, wirtschaftlichen und funktionalen Interaktionen zwischen diesen Einheiten innerhalb erfolgreicher Regionen.

Grundsätzlich können wissenschaftliche Ideen auf zwei Arten gesellschaftliche Relevanz und Wirkung entfalten. Erstens, wenn aus der Gesellschaft Fragestellungen formuliert werden, die im wissenschaftlichen Raum aufgegriffen und in wissenschaftliche Erkenntnisziele übersetzt werden. Zweitens, wenn wissenschaftliche Neuorientierungen in der Grundlagenforschung zu einer anderen Art des praktischen Handelns einlädt. Open Region ist der zweiten Art zuzurechnen. Der lange Weg von der Grundlagenforschung in verschiedene Praxiskontexte ist sowohl durch pro-aktive Einbeziehung von Praktikern in die Konzeptentwicklung als auch durch eher reaktives Eingehen auf Nachfragen aus Politik und Verwaltung vorangetrieben worden. Direkte Formen der Interaktion zwischen Wissenschaftlern und Praktiker (vom informellen Gespräch unter vier Augen über informell gehaltene Workshops bis hin zu stärker formalisierten Vorträgen auf Konferenzen) werden ergänzt um indirekte Formen der Kommunikation (Publikationen in der Öffentlichkeitsarbeit, Verfassen von Working Papers, wissenschaftliche Artikel). Verfolgen Sie hier wichtige Stationen einer Idee vom Konzept in der Grundlagenforschung zu einer in verschiedenen Praxisarenen verhandelten Lösungsoption.

Open Region: Idee und Konzept

Konzeptioneller Ausgangspunkt für Open Region bildete eine Neuorientierung in der Forschung, die als eine von der Clusterforschung zur Prozessforschung umschrieben werden kann. Was lernen wir über die Räumlichkeit von Innovationen, wenn wir uns auf den Prozess von der Generierung einer Idee bis zu ihrer Umsetzung konzentrieren?

Die wesentlichen Erkenntnisse dieser Neuorientierung lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  1. Innovationen sind mobil, d.h. die Ideen wandern im Verlauf ihrer Entfaltung, Weiterentwicklung und Konkretisierung von ihrem Ursprungsort an andere wichtige Orte. Dabei überschreiten sie oft territorialen Grenzen von Regionen und Nationen.
  2. Innovationen sind multi-lokal, d.h., es ist im Verlauf von Innovationsprozessen typisch, dass an mehreren Orten gleichzeitig an unterschiedlichen Aspekten der Innovation gearbeitet wird.
  3. Innovationen können sowohl nahe als auch distanzierte Beziehungen zu ihrem Vorteil nutzen. Typisch sind vielschichtige Beziehungen, die durch die Gleichzeitigkeit von Nähe und Distanz gekennzeichnet sind (z.B. kooperierende Fachkollegen, die für unterschiedliche Firmen arbeiten, sind sich fachlich nahe, aber organisational fern).

Vor diesem Hintergrund sind Territorien nicht mehr als dauerhafte Konstrukte zu verstehen, die Innovationsbeziehungen begrenzen. Vielmehr sind sie als Ausgangspunkte, Durchgangsstationen und (vorläufige) Endpunkte von mobilen, multilokalen Prozessen zu verstehen. Politikgestalter, die ja in ihrer Zuständigkeit und in ihrem Denken weiterhin der Territorialität verpflichtet bleiben, können ihre Einflussmöglichkeiten auf Innovationsprozesse am ehesten als das Schaffen und das Nutzen von Gelegenheiten zur Innovation in der Region begreifen.

Im Folgenden sind wichtige Stationen einer Idee vom Konzept in der Grundlagenforschung zu einer in verschiedenen Praxisarenen verhandelten Lösungsoption festgehalten.

Juli 2017: Einwerbung eines Projekts zur Implementation von Open Region in Brandenburg

20. Juli | 2017 | Aktuelles

Das IRS ist mit einem Teilprojekt im Schnittfeld von Innovationsförderung und Regionalentwicklung an einem erfolgreichen Drittmittelantrag beteiligt. Das von Prof. Dr. Suntje Schmidt entwickelte Teilprojekt ist integriert in den „InnoHub13“-Antrag, ein gemeinsames Vorhaben der Brandenburgischen Technischer Universität Cottbus-Senftenberg und der Technischen Hochschule Wildau im Rahmen der BMBF-Initiative „Innovative Hochschule.“ InnoHub13 soll Voraussetzungen für die Integration von Innovationsakteuren schaffen, um kooperativ Problemlösungen für gesellschaftliche Herausforderungen in Brandenburg zu entwickeln. mehr Info

9. Februar 2017: Keynote-Vortrag auf dem Jahrestag des Südniedersachsenprogramms

Prof. Dr. Oliver Ibert hat auf Einladung von Dr. Ulrike Witt, Leiterin des Projektbüros Südniedersachsen, den Keynote-Vortrag auf dem Jahrestag des Südniedersachsenprogramms zum Thema „Open Region in Südniedersachsen -  Wie Digitalisierung Regionalentwicklung verändert“. An der Veranstaltung nahmen rund 250 Gäste teil, darunter Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies. Dieser zog dabei Bilanz des 2015 aufgelegten Programms, das bis 17 innovative Projekte zur regionalen Wirtschaftsförderung finanziert hat. Ibert wies in seinem Vortrag mit dem Titel "Open Region in Südniedersachsen. Wie die Digitalisierung Regionalentwicklung verändert!" auf die Auswirkungen eines digitalen Wandels auf Prozesse der Regionalentwicklung und Wirtschaftsförderung hin und stellte den Nutzen des "Open-Region"-Konzepts für die Förderung von Innovationen vor.

Fotograf: SCHEFFEN.DE; Copyright: Nds. Staatskanzlei

Weitere Informationen und Fotos zur Veranstaltung

26. Januar 2017: Referat im Rahmen des Seminars „Regionalpolitik: Konzepte und Praxis“ an der HafenCity Universität Hamburg

Auf Einladung von Prof. Dr. Gernot Grabher hält Oliver Ibert einen Vortrag zum Thema „Open Region als Heuristik einer neu ausgerichteten regionalisierten Innovationspolitik“ vor Studierenden der Stadt- und Regionalplanung der HafenCity Universität Hamburg“.

5. Dezember 2016: Expertenworkshop „Regionale Umsetzung des Clusterprozesses in Brandenburg: Stand, Erfahrungen, Perspektiven”

13. Dezember | 2016 | Veranstaltung
Wirtschaftsförderer im Dialog mit IRS-Wissenschaftlern

Während eines informellen Workshops tauschten sich am 5. Dezember 2016 in Erkner Vertreterinnen und Vertreter der ZukunftsAgentur Brandenburg (ZAB) und des Ministeriums für Wirtschaft und Technologie des Landes Brandenburg (MWE) mit Forschenden des IRS aus. Das Thema lautete: „Regionale Umsetzung des Clusterprozesses in Brandenburg: Stand, Erfahrungen, Perspektiven.“ Mit dieser Veranstaltung kam das IRS dem Wunsch der ZAB nach, ein Regionalgespräch vom Mai 2016 mit dem Fokus Open Region unter der Federführung der IRS-Forschungsabteilung „Dynamiken von Wirtschafträumen“ zu vertiefen. mehr Info

14. Oktober 2016: Expertengespräch im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Berlin

Oliver Ibert nimmt auf Einladung des Bundesministerium für Bildung und Forschung am Expertengespräch „Entwicklung eines deutschlandweiten Innovationsförderkonzeptes ‘Strukturwandel‘“ teil. In dem Gespräch, an dem Wissenschaftler und Repräsentanten aus der Innovationsförder- und Regionalentwicklungspolitik verschiedener Regionen teilnehmen, wird Expertise zu den Themen „die regionale Dimension von Innovationspolitik“ und „neue innovationsorientierte Strategien zum regionalen Strukturwandel“ ausgetauscht mit dem Ziel Erfahrungen aus dem Programm „Unternehmen Region“ auf den Gesamtdeutschen Raum zu übertragen.  

29. September 2016: Präsentation auf der „1st SMARTER Conference on Smart Specialisation and Territorial Development”, Seville

Suntje Schmidt präsentierte das Open Region Konzept auf der internationalen Konferenz Smart Specialisation and Territorial Development. Die Konferenz adressierte sowohl Praktiker als auch Wissenschaftler und Vertreter von Europäischen Institutionen (z.B. Smart Specialisation Platform, DG Regional Policy, DG Research and Innovation), die in die Entwicklung, Evaluierung und konzeptionelle Weiterentwicklung von Smart Specialisation Strategien eingebunden sind.

9. September 2016: Beratungsgespräch im Rahmen von „Leibniz im Bundestag”, Berlin

Im Rahmen des Formats „Leibniz im Bundestag” wird Oliver Ibert zu einem Beratungsgespräch mit der stellvertretenden Vorsitzenden des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung, MdB Dr. Simone Raatz (SPD),  eingeladen. In dem Gespräch werden neue Ansätze der Innovationsförderung und regionalen Entwicklungspolitik erörtert.

1. September 2016: Positionspapier der Bundes-SPD

Beratung im Sektor Innovationspolitik: Im September 2016 veröffentlichte die Bundes-SPD ein :: Positionspapier zu sozialer Innovationspolitik. Darin fand eine Kommentierung des IRS Eingang, die wiederum auf Politikberatungen des IRS in den Jahren 2015 und 2016 in der Reihe :: Leibniz im Bundestag zurückgehen.

30. Juni 2016: Präsentation auf dem „19th Uddevalla Symposium on Geography, Open Innovation, Diversity and Entrepreneurship”, London

Felix Müller präsentiert das Konzept beim Uddevalla Symposium on „Geography, Open Innovation, Diversity and Entrepreneurship” in London. Das Symposium vereint Vertreter der Lokalpolitik mit Forschern aus der Business- und Managementforschung sowie aus der Wirtschaftsgeographie und Ökonomie.

31. Mai 2016: Beratungsgespräch im Rahmen von „Leibniz im Bundestag”, Berlin

Am 31. Mai fand ein Gespräch zwischen MdB Xaver Jung (CDU), Mitglied des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung, und Suntje Schmidt zum Thema „Open Creative Labs in Deutschland“ statt. Gegenstand des Gespräches waren offene kreative Orte als dauerhafte Organisationen, die Werkstätten und Werkzeuge, Arbeitsräume, technologische Ausstattungen und Know-How für eine begrenzte Zeit für Nutzer aller Art zur Verfügung stellen. Dabei diskutierten die Gesprächsteilnehmer den Umgang mit Temporalität, partizipativen Innovationsprozessen, der Teilhabe an Wissen und dem Zugang zu Technologien in diesen Orten sowie das daraus erwachsende Entwicklungschancen für ländliche Räume.

19. Mai 2016: Regionalgespräch "Neue Perspektiven auf regionale Innovationspolitik"

01. Juni | 2016 | Veranstaltung
Neue Perspektiven auf regionale Innovationspolitik im 41. Regionalgespräch

Innovationen gelten im Rahmen von Regionalpolitiken nach wie vor als Treiber für Wachstum. Mit Innovationen lassen sich sozial- und wirtschaftsräumliche Wettbewerbsvorteile erzielen. Doch braucht es inzwischen eine neue Sicht auf die Eckpfeiler einer zeitgemäßen Innovationspolitik. Seit mindestens zwei Jahrzehnten steht nämlich schon das Clustermodell Pate für Politiken der Innovationsförderung. Und das mit bestenfalls gemischtem Erfolg. Während des 41. Regionalgesprächs des IRS am 19. Mai 2016 diskutierten in Erkner Forschende und Praktiker deshalb unter dem Begriff ‚Open Region‘ aktuelle Schwerpunkte, Erweiterungen aber auch Probleme des Clusteransatzes. mehr Info

1. März 2016: Innovation Policy Lab Speaker Series „Frontiers of Research in Global Innovation”, Toronto

Auf Einladung von Professor Shiri Breznitz, von der Munk School of Global Affairs der University of Toronto, stellt Suntje Schmidt Open Region als „Challenges for Innovation Policies from Time-Spatial Innovation Processes”. Der Vortrag fand im Rahmen der Innovation Lab Speakers Series statt und adressiert Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität ebenso wie Vertreterinnen und Vertreter der Stadt sowie nationaler Ministerien, die für wirtschaftliche Entwicklungen und Strategien verantwortlich sind.

16. Oktober 2015: 10th Regional Innovation Policies Conference, Karlsruhe

Auf der Regional Innovation Policies Conference stellt Suntje Schmidt Open Region als ein „Concept for Regional Innovation Policies that creates and utilizes Opportunities for Innovations” vor. Die Konferenz hat sich über zehn Jahre als wichtige Plattform in der regionalen Innovationsforschung etabliert und spricht Praktiker wie auch Wissenschaftler an. Organisiert wurde diese Veranstaltung vom KIT (Karlsruhe Institute of Technology), dem Fraunhofer ISI (Institut für System- und Innovationsforschung) und dem BETA (Bureau d'Economie Théorique et Appliquée).

1.-6. Oktober 2015: Beiträge auf dem Deutschen Kongress für Geographie, Berlin

Auf dem Deutschen Kongress für Geographie (DKG) in Berlin stellt Suntje Schmidt im Rahmen der Fachsitzung „Zur Steuerungsfähigkeit der Raumentwicklung” Open Region als Leitbild für eine raumentwicklungsbezogene Innovationspolitik vor.

Felix Müller präsentiert die Dialektik von Verankerung und Mobilisierung, die Open Region kennzeichnet, am 1. Oktober 2015 auf der Fachsitzung „Lokal situiert, global vernetzt: Wissen, Ausbildung und Lernen in globaler Arbeitsteilung”

Am Deutschen Kongress für Geographie nehmen Geographinnen und Geographen aus akademischen Einrichtungen, Schulen und der Praxis räumlicher Planung teil.

13. Juli 2015: Vortrag auf dem Humangeographischen Kolloquium an der Universität Jena, Jena

Oliver Ibert hält auf Einladung durch Prof. Dr. Sebastian Henn, Lehrstuhl für Wirtschaftsgeographie, vor Mitarbeitern des Instituts für Geographie und Studierenden der Geographie der Friedrich Schiller Universität Jena einen Vortrag zum Thema "Open Region". Damit bringt er das Konzept, welches sich durch eine Weiterentwicklung und teilweise Abkehr von cluster-orientierten Innovations- und Wirtschaftsförderungs-Strategien auszeichnet, in die Diskussion mit der Wissenschaftlichen Community. Darüber hinaus reflektiert er gemeinsam mit Fachkolleginnen und -kollegen auch Feedbacks und Anregungen aus der Praxis.

1. September 2015: Veröffentlichung des Working Papers "Open Region"

Mit der Veröffentlichung des Working Papers bündelten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Forschungsabteilung "Dynamiken von Wirtschaftsräumen" Forschungsergebnisse und Erfahrungen im Dialog mit der Praxis und formulierten ein erneuertes Leitbild für eine innovationsorientierte regionale Entwicklung. Das Working Paper adressiert sowohl die Fachcommunity als auch die Praxis: Neben konzeptionellen Grundlagen steht vor allem "Open Region" als Leitbild für die Politik und die Planung und deren Umsetzung in die Praxis im Mittelpunkt des Papers. In vier emblematischen Thesen formulieren die Autorinnen und Autoren konkrete Handlungsempfehlunge.

7. November 2014: Praktiker-Workshop

10. November | 2014 | Veranstaltung

Auf einem Workshop mit (zum Teil internationalen) Vertretern aus Regionalpolitik, Innovationsförderung und Wirtschaft am 07. November 2014 haben Wissenschaftler der Forschungsabteilung "Dynamiken von Wirtschaftsräumen" diskutiert, wie sich ihre Forschungsergebnisse nutzbar machen lassen für eine innovationsorientierte Regionalpolitik oder eine regionsbezogene Innovationspolitik. Abteilungsleiter Prof. Dr. Oliver Ibert und seine Mitarbeiter stellten ein Thesenpapier zur Diskussion, das genau auf dieses Spannungsfeld fokussiert: Wie können Innovationen, die immer weniger räumlich fixiert sind, organisiert und gefördert werden von Akteuren, die an ein bestimmtes Territorium wie eine Kommune, einen Landkreis oder ein Bundesland gebunden sind? mehr Info

Das Zitat: „Die Zukunft der Europäischen Regionalpolitik”

„Nach meinem Dafürhalten hat Ihr im IRS entwickelter Ansatz der Open Region das Potenzial, die Diskussion um die Zukunft der Europäischen Regionalpolitik zu bereichern“. Das sagte Eileen Schuldt am 19. Mai 2016 im IRS. Sie war vom Projektbüro Südniedersachsen angereist, das dem  Amt für regionale Landesentwicklung Braunschweig angegliedert ist. Eileen Schuldt gehört zu den 45 Gästen aus der administrativen und politischen Praxis, die an diesem Nachmittag der Einladung des IRS nach Erkner zum 41. Regionalgespräch gefolgt waren. Im Konferenzraum des IRS diskutierten sie die Frage, wie und ob eine zeitgemäße Innovationspolitik das in der Praxis allzu oft erkennbare Nebeneinander von Regional- und Förderpolitik überwinden kann.

Die Basis: Sechs Jahre theoretisch geleitete empirische Grundlagenforschung über Innovationen und Raum

Evidenzbasierte Politikberatung: Die Grundlagenforschung am IRS über Innovationen und Raum wurde in Form von Leitprojekten und Drittmittelprojekten der Forschungsabteilung 1 „Dynamiken von Wirtschaftsräumen“ in den Jahren 2009-2018 erbracht. Die im Rahmen der genannten Projekte erarbeitete konzeptionelle Neuorientierung sowie die geleistete empirische Feldforschung bilden die Basis des Konzepts Open Region. Die Projekte boten aber auch zahlreiche Anlässe, etwa Ergebnispräsentationen oder Praktiker-Workshops, die Ideen im Dialog mit Praktikern zu entwickeln und zu verfeinern.

Gegenstand des Leitprojekts sind neue, offene Orte kreativer Wissensarbeit, die gegenwärtig unter verschiedenen Namen, wie z.B. Fab Labs, Coworking Spaces oder Maker Spaces, firmieren. Sie haben gemeinsam, dass sie dauerhafte Organisationen sind, die Arbeitsräume und technische Infrastrukturen temporär an Nutzer vergeben und dabei eine hohe soziale (und kuratierte) Offenheit aufweisen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen solche Orte als „lokale Anker“, da Ideen in ihnen für eine bestimmte Zeit weiterentwickelt werden, ohne diese zwangsläufig langfristig an den Ort zu binden. mehr info

Dieses Leitprojekt zielte auf einen systematischen Vergleich von Innovationsverläufen ab, die unterschiedliche Quellen für Innovation in Wert setzen. Zur Erfassung unterschiedlicher Innovationsverläufe haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler qualitative Fallstudien in Form von Innovationsbiographien erhoben. Die Forschungen haben deutlich gezeigt, dass Innovationsprozesse einen ausgeprägt multi-lokalen Charakter haben. In keiner der Fallstudien ist der Prozess im Rahmen territorialer Grenzen geblieben. Vielmehr konnte gezeigt werden, dass unterschiedliche Phasen im Innovationsprozess unterschiedliche räumliche Anforderungen stellen. mehr info

Während des letzten Jahrzehnts ist vor allem in westlichen Industrieländern aber auch drüber hinaus eine große Bandbreite von Orte für kreatives Arbeiten, Basteln und Experimentieren aber auch für freischaffendes Arbeiten gegründet worden. Ziel des 2015 gestarteten BMBF-Projekts „Open Creative Labs in Deutschland“ ist, diese Orte in den Metropolregionen Deutschlands zu identifizieren und hinsichtlich ihrer Typisierung, räumlichen Verteilung und Bedeutung für Städte und Regionen zu analysieren. mehr info

Das IRS erstellte in Zusammenarbeit mit dem Geographischen Institut der Humboldt-Universität zu Berlin im Auftrag der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung eine umfassende Aufstellung der Berliner Lab-Szene. mehr info

Große Forschungsinfrastrukturen, wie etwa ein Elektronensynchroton oder ein Forschungsreaktor, sind für viele experimentelle Zweige der Grundlageforschung notwendig. Ihre sehr kostspielige Unterhaltung lässt sich jedoch immer weniger allein durch ihren Nutzen für die Grundlagenforschung legitimieren, vielmehr wird vermehrt gefordert, sie sollen auch gesellschaftlichen Nutzen bringen, etwa indem sie Europäische Unternehmen dabei unterstützen, innovativer und damit wettbewerbsfähiger zu werden. In diesem Projekt evaluierte das IRS die Kooperationen von Großforschungseinrichtungen im Ostseeraum im Hinblick auf die dezentrale, verteilte Nutzung der Forschungsinfrastruktur. mehr info

Technologieparks wird heute eine wichtige Rolle für die Stadt- und Regionalentwicklung zugeschrieben. In ihnen sollen durch die räumliche Nachbarschaft zwischen Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen einerseits und wissensintensiven, technologisch orientierten Unternehmen andererseits wirtschaftlich relevante Synergien entstehen. Im Zentrum des vom IRS in Leadpartnerschaft durchgeführten Projektes stand die Verbesserung des Wissensnetzwerkmanagements in Technologieparks in sechs Europäischen Regionen. Durch den inter-regionalen Austausch und Vergleich von Konzepten, Erfahrungen, Politikinstrumenten sowie Ideen sollte sich das Management von Technologieparks in allen Regionen verbessern. mehr info