Stefanie Brünenberg
Wissenschaftlerin | Historische Forschungsstelle

Stefanie Brünenberg ist Architekturhistorikerin und arbeitet seit April 2019 in der Historischen Forschungsstelle am DFG-Projekt „Architektur- und Planungskollektive der DDR“. Zwischen 2015 und 2019 wurde sie bei Werner Durth an der Technischen Universität Darmstadt zur Bedeutung der visuellen Raumwirkung historischer Stadtgrundrisse in nachkriegsmodernen Städtebautheorien promoviert. Der Fokus liegt hierbei auf den Publikationen des Dresdner Architekten, Städtebauers und Professors für Wohnungsbau Wolfgang Rauda, dessen Theorie eines künstlerischen Städtebaus eine Weiterentwicklung und gleichzeitig zeitgemäße Übertragung der grundlegenden Konzepte Camillo Sittes aus dem späten 19. Jahrhundert in die Nachkriegszeit bis 1970 darstellt. Die Doktorarbeit mit dem Titel "Der Städtebau nach seinen raumkulturellen Grundsätzen. Zur Theorie eines Städtebaus zwischen Tradition und Moderne von Wolfgang Rauda" wurde im November 2019 erfolgreich verteidigt.

Von 2007 bis 2013 studierte sie Architektur an der Bauhaus-Universität in Weimar. Ihre architekturtheoretische Abschlussarbeit behandelte rationale Entwurfsmethoden verschiedener Architekten der Neuzeit und der Moderne. Nach Beendigung des Studiums begann sie ihre Tätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachbereich Architektur, Fachgebiet Geschichte und Theorie der Architektur, an der TU Darmstadt.

Forschungsinteressen und Expertise

Forschungsschwerpunkte
DDR-Bau- und Planungsgeschichte
Biographieforschung
Stadtforschung
Fachdisziplinen
Architektur
Architekturgeschichte
Methodisch-konzeptionelle Schwerpunkte
Architekturgeschichtlich-ikonographische Analysen
Experteninterviews
Leitfadeninterviews

Projekte

Leitprojekt

Lange Zeit wurde angenommen, dass soziale Disparitäten in und zwischen Städten im sozialistischen System der DDR weit weniger ausgeprägt waren als im marktwirtschaftlichen System der BRD. Neuere Erkenntnisse zeigen jedoch, dass es Analogien und parallele Entwicklungen in beiden Systemen gab, die sowohl in der BRD als auch in der DDR ab den 1960er-Jahren zur Verschärfung sozialräumlicher Disparitäten führten. Auch hinsichtlich der planungspolitischen Reaktionen darauf gibt es Hinweise auf einige analoge Entwicklungen. Mit diesem Leitprojekt soll erstmals ein integrierter Analyserahmen für historische Forschung zu sozialräumlichen Disparitäten über Systemgrenzen hinweg entwickelt und erprobt werden. mehr Info

Drittmittelprojekte

Architektonische und städtebauliche Planung war in der DDR in Planungskollektiven organisiert, die dem Institutionssystem der DDR entsprechend in volkseigene Planungsbetriebe integriert waren freiberufliche Architekten gab es nur noch in verschwindend geringer Anzahl. Das Projekt untersucht diese Planungskollektive in ihrer administrativen Einbettung und Funktionsweise im politischen System einerseits und in Hinblick auf die künstlerischen Produktionsweisen und das Selbstverständnis der Architekten im Kollektiv andererseits. mehr Info

Ausgewählte Publikationen nach Erscheinungsjahr

2021
Brünenberg, S. Die letzte Sitzung des BdA: Fund des Monats Nr. 10 vom Februar 2021
2020
Brünenberg, S. Der Hut von Richard Paulick im Vorlass von Horst Siegel: Fund des Monats, Nr. 1 vom April 2020
Brünenberg, S. (2020). Rezension zu: Oloew, Matthias: Schwimmbäder. 200 Jahre Architekturgeschichte des öffentlichen Bades. Berlin 2019. ISBN 978-3-496-01617-5. H-Soz-u-Kult, 04.09.2020.
Brünenberg, S. Bruno Flierls Mitschrift des Müggelturmgesprächs: Fund des Monats Nr. 2 vom Mai 2020
Brünenberg, S. Die „Abrisskartei“ zum Berliner Stadtschloss: Fund des Monats Nr. 6 vom Oktober 2020
Brünenberg, S. Achim Felz: Entwurf zur Gestaltung der Bauausstellung 1987: Fund des Monats Nr. 5 vom August/September 2020
2017
Müller, S. (2017). "Sollte dies etwa das Ende der historischen Stadt bedeuten?": Zum Umgang mit stadträumlicher Identifikation im Wiederaufbau Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg. in Bericht über die 49. Tagung für Ausgrabungswissenschaft und Bauforschung: vom 4. bis 8. Mai 2016 in Innsbruck (Band 49, S. 272-278). Dresden: Thelem.

Ausgewählte Publikationen nach Publikationstyp

Beitrag in Sammelband/-werk
Müller, S. (2017). "Sollte dies etwa das Ende der historischen Stadt bedeuten?": Zum Umgang mit stadträumlicher Identifikation im Wiederaufbau Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg. in Bericht über die 49. Tagung für Ausgrabungswissenschaft und Bauforschung: vom 4. bis 8. Mai 2016 in Innsbruck (Band 49, S. 272-278). Dresden: Thelem.
Beitrag in Forum oder Blog
Brünenberg, S. Die letzte Sitzung des BdA: Fund des Monats Nr. 10 vom Februar 2021
Brünenberg, S. Der Hut von Richard Paulick im Vorlass von Horst Siegel: Fund des Monats, Nr. 1 vom April 2020
Brünenberg, S. Bruno Flierls Mitschrift des Müggelturmgesprächs: Fund des Monats Nr. 2 vom Mai 2020
Brünenberg, S. Die „Abrisskartei“ zum Berliner Stadtschloss: Fund des Monats Nr. 6 vom Oktober 2020
Brünenberg, S. Achim Felz: Entwurf zur Gestaltung der Bauausstellung 1987: Fund des Monats Nr. 5 vom August/September 2020
Rezension in Fachzeitschrift
Brünenberg, S. (2020). Rezension zu: Oloew, Matthias: Schwimmbäder. 200 Jahre Architekturgeschichte des öffentlichen Bades. Berlin 2019. ISBN 978-3-496-01617-5. H-Soz-u-Kult, 04.09.2020.

Ausgewählte Vorträge

2021
Society Forms Urban Space, Urban Space Forms Society: Rebuilding German Cities after World War II

Urban Planning in German History

27. Mai | 2021
Faculty of History, University of Cambridge

2020
Architektenkollektive in den Medien

16. Werkstattgespräch zur DDR-Bau- und Planungsgeschichte

23. Januar | 2020
IRS, Erkner

2018
Wolfgang Rauda. Ein Städtebautheoretiker zwischen den Systemen

15. Werkstattgespräch zur DDR-Planungsgeschichte

18. Januar | 2018
Erkner, Deutschland

2017
Der Wiederaufbau deutscher Städte "im Spiegel städtebaulicher Raumkulturen". Zum Umgang mit historischen Stadtzentren nach 1945

Rekonstruktion von Stadt und Stadtbild

12. Mai | 2017
RWTH Aachen, Lehr- und Forschungsgebiet Denkmalpflege und Historische Bauforschung, Aachen, Deutschland

2016
"Sollte dies etwa das Ende der historischen Stadt bedeuten?" Zum Umgang mit stadträumlicher Identifikation im Wiederaufbau Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg

49. Tagung für Ausgrabungswissenschaften und Bauforschung der Koldewey-Gesellschaft

07. Mai | 2016
Innsbruck, Österreich

Aktuelles
22. April | 2021

Erstmals nimmt das IRS im Jahr 2021 am Schulwettbewerb „YES! Young Economic Summit“ teil. Am 16. April 2021 fand ein Fachgespräch des IRS mit dem Rostocker Käthe-Kollwitz-Gymnasiums im Rahmen des Wettbewerbs statt. Für das IRS begleiten Stefanie Brünenberg und Peter Ulrich Schüler*innen des Kollwitz-Gymnasiums wissenschaftlich bei der Entwicklung von Lösungsideen zu gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Zukunftsfragen. Konkret geht es um die Frage, ob das mehr als 100 Jahre alte Konzept der Gartenstadt auch heute als Leitidee für nachhaltige Siedlungsentwicklung taugt. mehr Info