Dr. Madlen Pilz
Wissenschaftlerin | Regenerierung von Städten

Madlen Pilz ist seit Juli 2019 in den Projekten „Vom Stadtumbauschwerpunkt zum Einwanderungsquartier? Neue Perspektiven für periphere Großwohnsiedlungen“ (StadtumMig) und „Estates after Transition“ (EAT) tätig.

Nach ihrem Studium der Europäischen Ethnologie an der Humboldt-Universität zu Berlin und der Altamerikanistik an der Freien Universität Berlin sowie an der Pontificia Universidad Católica del Ecuador in Quito, arbeitete sie als Projektassistentin bei der Wirtschaftsförderung Berlin International GmbH (2000–2004) und wirkte an Dokumentarfilmproduktionen über den Alltag in Russland mit (2003–2008). 2008 forschte sie im Rahmen des Sonderforschungsbereichs 640 „Repräsentationen Sozialer Ordnung im Wandel“ an der Humboldt-Universität zu Berlin zu den Auswirkungen der postsozialistischen Transformation in der georgischen Hauptstadt Tbilisi. In ihrer Promotion mit dem Titel „Das ist nicht georgisch! Postsozialistische urbane Ausgrenzungspolitiken“ analysierte sie die lokalen Dynamiken und Konflikte der Transformation auf den Ebenen der städtischen Repräsentation, Materialität und des Stadtalltags wie sie sich in den Großwohnsiedlungen und im Stadtzentrum manifestierten. Nach Abschluss ihrer Promotion war sie 2015 Stipendiatin im Projekt ira.urban am Leipziger Leibniz-Institut für Länderkunde (IfL). Dort war sie von 2016 bis 2019 als wissenschaftliche Mitarbeiterin in dem DFG-finanzierten Projekt „Umgang mit Vielfalt an den gesellschaftlichen Rändern der postmigrantischen Stadt. Eine vergleichende Untersuchung in München und Leipzig“ beschäftigt. In diesem Projekt  forschte sie diskursanalytisch und praxeologisch zu den Aushandlungen über Migration und Integration in München und zwar am Beispiel ausgewählter Medien sowie an öffentlichen Orten der Stadt.

Forschungsinteressen und Expertise

Forschungsschwerpunkte
Stadtforschung
Stadtumbau und Stadterneuerung
Migrationsforschung
Konfliktforschung
Partizipation und Bürgerbeteiligung
Globalisierung
Fachdisziplinen
Ethnologie
Urban Studies
Kulturwissenschaften
Stadtgeographie
Methodisch-konzeptionelle Schwerpunkte
Ethnographische Methodik
Teilnehmende Beobachtung
Experteninterviews
Narrative Interviews
Bildanalysen
Dokumentenanalysen
Textanalyse
Komparistik

Projekte

Drittmittelprojekte

Das Verbundprojekt untersucht Potentiale und Probleme von ehemaligen Stadtumbauquartieren im Wandel zum Einwanderungsquartier. Das Verbundprojekt ist in fünf Teilprojekte gegliedert. Das Teilprojekt 1 „Governance” soll am IRS bearbeitet werden. Es untersucht Planungsgrundlagen und Akteurskonstellationen in den Städten Cottbus, Schwerin und Halle (Saale), um eine bessere Steuerung des Wandels durch kommunale Akteure zu ermöglichen. mehr Info

Das Forschungsvorhaben „Estates after Transition – Großwohnsiedlungen nach der Transformation“ zielt auf die Untersuchung aktueller Stadtentwicklungsprozesse in postsozialistischen Großwohnsiedlungen. Es basiert auf vergleichenden Fallstudien von sechs Wohngebieten in Ostdeutschland, Estland und Russland; die Untersuchungen in Halle-Neustadt und Berlin-Marzahn werden vom IRS durchgeführt. Im Mittelpunkt stehen dabei Akteure, ihre Interessen und Ressourcen sowie die Entwicklungsdynamiken, die sich aus ihrem Zusammenwirken ergeben. mehr Info

Ausgewählte Publikationen nach Erscheinungsjahr

2020
Bernt, M., El-Kayed, N., Hamann, U., & Pilz, M. (2020). Peripheral Estates as Arrival Spaces? Conceptualising Research on Arrival Functions of New Immigrant Destinations in East Germany. Urban Planning, 2020 (Vol.5)(3). DOI: 10.17645/up.v5i3.2894
Pilz, M. (2020). Partizipation migrantisch markierter Bürgerinnen in der Süddeutschen Zeitung – eine diskursanalytische Sondierung. Geographica Helvetica, 75(2), 195-208. DOI: https://doi.org/10.5194/gh-75-195-2020
Bernt, M., Pilz, M., Friedrich, K., Rößler, S., El-Kayed, N., Hamann, U., ... Nader, T. (2020). Vom Stadtumbauschwerpunkt zum Einwanderungsquartier? Neue Perspektiven für periphere Großwohnsiedlungen: Working Paper 1: Darstellung des Untersuchungsdesigns. Bonn: Bundesministerium für Bildung und Forschung.
2019
Pilz, M. Mitarbeiterinnen gestalten Gesellschaft: Das Bewohnerzentrum Nordhaide
Pilz, M. (2019). Das ist nicht georgisch! Postsozialistische urbane Ausgrenzungspolitiken. Berlin: Humboldt-Universität zu Berlin. DOI: 10.18452/20108
2018
Pilz, M. (2018). Speaking, Building, Shopping: A Social-Anthropological Approach to the Post-Socialist Condition of Tbilisi. Urbanistica tre, 15(6), 59-71. DOI: 10.2307/j.ctvdf0kf6.7
2016
Judith Miggelbrink, Frank Meyer, & Pilz, M. (2016). Cross-Border Assemblages of Medical Practices. Leipzig: Leipziger Universitätsverlag.
2015
Pilz, M. (2015). Florian Mühlfried: Being a State and States of Being in Highland Georgia, Berghahn Books 2014. Anthropos, 110.2015(2).
2014
Pilz, M. (2014). Anthropological Urban Transect: A Methodology to Study Urban Environment. Berlin. DOI: 10.18452/3250
2012
Pilz, M. (2012). Johanna Stigler: Verwandtschaft, Kultur, Religion. Beiträge zur Sozialanthropologie Georgiens, ÖAW 2011. Anthropos, 107.1012.1, 302-304.
Pilz, M., & Kaschuba, W. (2012). Laborraum Hauptstadt: Identitätspolitik und Zivilgesellschaft im Südkaukasus. in W. Kaschuba, M. Krebs, & M. Pilz (Hrsg.), Die postsowjetische Stadt (Band 59, S. 7-16). (Berliner Blätter; Band 59). Berlin: Panama-Verlag.
Pilz, M. (2012). Mann - Frau / Verteidiger - Mutter: Postsowjetische Re-Interpretationen der Statue Mutter Georgien. in W. Kaschuba, M. Krebs, & M. Pilz (Hrsg.), Die postsowjetische Stadt (Band 59, S. 130-149). (Berliner Blätter; Band 59). Berlin: Panama-Verlag.
Pilz, M., Kaschuba, W., & Krebs, M. (Hrsg.) (2012). Die postsowjetische Stadt: Urbane Aushandlungsprozesse im Südkaukasus. (Berliner Blätter; Band 59). Berlin: Panama-Verlag.
2011
Pilz, M. (2011). Asta Vonderau: Leben im neuen Europa. Konsum, Lebensstile und Körpertechniken im Postsozialismus, Transcript 2010. H-Soz-u-Kult, 24.02.2011.
Pilz, M. (2011). Muzhshina i zhenshina, zashitnik i mat’: sovetskoe proshloe i nesovetskoe nastoyashee Materi Gruzii. in Neprikasnovennyi Zapas (Band 6, S. 73-92). Moskau: NLO.

Ausgewählte Publikationen nach Publikationstyp

Monografie
Pilz, M. (2019). Das ist nicht georgisch! Postsozialistische urbane Ausgrenzungspolitiken. Berlin: Humboldt-Universität zu Berlin. DOI: 10.18452/20108
Sammelband/-werk
Pilz, M., Kaschuba, W., & Krebs, M. (Hrsg.) (2012). Die postsowjetische Stadt: Urbane Aushandlungsprozesse im Südkaukasus. (Berliner Blätter; Band 59). Berlin: Panama-Verlag.
Aufsatz in Fachzeitschrift
Bernt, M., El-Kayed, N., Hamann, U., & Pilz, M. (2020). Peripheral Estates as Arrival Spaces? Conceptualising Research on Arrival Functions of New Immigrant Destinations in East Germany. Urban Planning, 2020 (Vol.5)(3). DOI: 10.17645/up.v5i3.2894
Pilz, M. (2020). Partizipation migrantisch markierter Bürgerinnen in der Süddeutschen Zeitung – eine diskursanalytische Sondierung. Geographica Helvetica, 75(2), 195-208. DOI: https://doi.org/10.5194/gh-75-195-2020
Pilz, M. (2018). Speaking, Building, Shopping: A Social-Anthropological Approach to the Post-Socialist Condition of Tbilisi. Urbanistica tre, 15(6), 59-71. DOI: 10.2307/j.ctvdf0kf6.7
Beitrag in Sammelband/-werk
Pilz, M., & Kaschuba, W. (2012). Laborraum Hauptstadt: Identitätspolitik und Zivilgesellschaft im Südkaukasus. in W. Kaschuba, M. Krebs, & M. Pilz (Hrsg.), Die postsowjetische Stadt (Band 59, S. 7-16). (Berliner Blätter; Band 59). Berlin: Panama-Verlag.
Pilz, M. (2012). Mann - Frau / Verteidiger - Mutter: Postsowjetische Re-Interpretationen der Statue Mutter Georgien. in W. Kaschuba, M. Krebs, & M. Pilz (Hrsg.), Die postsowjetische Stadt (Band 59, S. 130-149). (Berliner Blätter; Band 59). Berlin: Panama-Verlag.
Pilz, M. (2011). Muzhshina i zhenshina, zashitnik i mat’: sovetskoe proshloe i nesovetskoe nastoyashee Materi Gruzii. in Neprikasnovennyi Zapas (Band 6, S. 73-92). Moskau: NLO.
Arbeits- oder Diskussionspapier
Bernt, M., Pilz, M., Friedrich, K., Rößler, S., El-Kayed, N., Hamann, U., ... Nader, T. (2020). Vom Stadtumbauschwerpunkt zum Einwanderungsquartier? Neue Perspektiven für periphere Großwohnsiedlungen: Working Paper 1: Darstellung des Untersuchungsdesigns. Bonn: Bundesministerium für Bildung und Forschung.
Judith Miggelbrink, Frank Meyer, & Pilz, M. (2016). Cross-Border Assemblages of Medical Practices. Leipzig: Leipziger Universitätsverlag.
Pilz, M. (2014). Anthropological Urban Transect: A Methodology to Study Urban Environment. Berlin. DOI: 10.18452/3250
Rezension in Fachzeitschrift
Pilz, M. (2015). Florian Mühlfried: Being a State and States of Being in Highland Georgia, Berghahn Books 2014. Anthropos, 110.2015(2).
Pilz, M. (2012). Johanna Stigler: Verwandtschaft, Kultur, Religion. Beiträge zur Sozialanthropologie Georgiens, ÖAW 2011. Anthropos, 107.1012.1, 302-304.
Pilz, M. (2011). Asta Vonderau: Leben im neuen Europa. Konsum, Lebensstile und Körpertechniken im Postsozialismus, Transcript 2010. H-Soz-u-Kult, 24.02.2011.
Sonstige Transferpublikation
Pilz, M. Mitarbeiterinnen gestalten Gesellschaft: Das Bewohnerzentrum Nordhaide

Ausgewählte Vorträge

2020
New welcoming spaces? Concepts, problems and debates in diversifying neighbourhoods

17th IMISCOE Annual Conference

02. Juli | 2020
digital

2019
Begegnungsorte (mit und für Frauen) in München und Leipzig. Reproduktionen rassifizierter Subjektkonstruktionen in solidarischen Kontexten

Deutscher Kongress für Geographie 2019

27. September | 2019
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Kiel, Deutschland

Aktuelles
19. Juli | 2020

Seit 2015 ist die internationale Migration nach Deutschland zu einem Topthema vieler politischer Debatten geworden. In vielen ostdeutschen Städten vollziehen sich diese Debatten auch vor dem Hintergrund einer wachsenden Konzentration Geflüchteter in bestimmten Wohnvierteln. Gerade periphere Plattenbausiedlungen entwickeln sich aktuell zu neuen „Ankunftsquartieren“. Diese Entwicklung wirft in der Planungspraxis vielfältige neue Fragen auf: Entwickeln sich die betreffenden Quartiere zu Sprungbrettern, die die Integration Zugewanderter erleichtern – oder entstehen hier neue „Ghettos“? Welche neuen Aufgaben und Bedarfe ergeben sich auf Nachbarschaftsebene? Wie wird diese Entwicklung politisch verarbeitet? Am IRS fanden im Juli 2020 zwei Veranstaltungen statt, in denen die Herausforderungen von Ankunftsquartieren intensiv diskutiert wurden. mehr Info