Drittmittelprojekt

Verbundprojekt Zukunftsstadt: Urbane Resilienz gegenüber extremen Wetterereignissen – Typologien und Transfer von Anpassungsstrategien in kleinen Großstädten und Mittelstädten verstetigen (ExTrass-V)

Forschungsschwerpunkt: Politik und Planung

Projektleitung im IRS: Dr. Wolfgang Haupt

Projektteam: Prof. Dr. Kristine Kern Dr. Peter Mark Eckersley

Förderorganisation: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Laufzeit: 01/2022 - 12/2023

Potsdam
Remscheid
Würzburg
Potsdam
Remscheid
Würzburg

ExTrass möchte deutsche Groß- und Mittelstädte besser gegen Hitze und Starkregen wappnen. Hierzu werden hemmende und fördernde Faktoren der urbanen Klimaanpassung analysiert und erfolgreiche Maßnahmen identifiziert. Ein Schwerpunkt der Projekttätigkeit finden in drei Fallstudienstädten - Potsdam, Remscheid und Würzburg - statt. Hier werden u.a. Begrünungsmaßnahmen getestet, eine klimaangepasste Stadtplanung angestrebt, Daten zum Stadtklima ergänzt, die Bevölkerung durch Kommunikation für Risiken sensibilisiert und Notfallpläne verbessert. Zudem werden Austauschmöglichkeiten geschaffen, damit Städte besser voneinander lernen können.

Dazu soll auf Basis der Ergebnisse der ExTrass-Forschungs- und Entwicklungsphase ein webbasiertes Resilienztool entwickelt, erprobt und evaluiert werden. Der Gesamtprozess besteht aus fünf Stufen und soll es Kommunen ermöglichen, in eigener Regie, kostenlos und kontinuierlich für ihre Stadt oder einzelne Stadtteile einen Prozess zur Stärkung der Klimaresilienz zu durchlaufen.

Der Beitrag des IRS innerhalb des Verbundprojekts liegt darin, bisherige Forschungsergebnisse aus der Forschungs- und Entwicklungsphase zu erweitern und zu aktualisieren sowie diese für die Entwicklung und Verbreitung des Resilienztools in der Zielgruppe Kommunen zu nutzen. Vorrangige Ziele des IRS sind:

– die Erfassung von Transferorganisationen, -kanälen und -mechanismen zu Klimaschutz und Klimaanpassung in Deutschland,

- die Aufarbeitung der politikwissenschaftlichen und humangeografischen Literatur zum Transfer von Politikinnovationen zwischen Städten,

- die Erstellung eines deutschlandweiten Monitorings von Klimaschutz und Klimaanpassung durch die Aktualisierung und Erweiterung eines Rankings zu Klimaschutz und Klimaanpassung aus der ExTrass Forschungs- und Entwicklungsphase,

- die Identifikation neuer klimapolitischer Stadttypen als Ergänzung der Einordnung in Vorreiter, Nachahmer und Nachzügler,

- und die Durchführung von 12 bis 15 Pfadanalysen zur Identifikation klimapolitischer Entwicklungspfade deutscher Mittelstädte.

Aktuelles
29. April | 2022

Kommunen fehlen oft die Ressourcen, um eine effektive Klimapolitik zu betreiben. Dabei ist der Handlungsdruck hoch: Gerade Stadtkommunen sind stark von der Klimaerwärmung betroffen, zugleich verursachen Städte einen Großteil der Treibhausgasemissionen. In einem neuen Policy Paper stellen Forschende des IRS drei erprobte Handlungsmodelle vor, die gut in die kommunale Praxis integrierbar sind: den kommunalen Klimarat (erprobt in Potsdam), den Klima-Check in der Bauleitplanung (Remscheid) und die Einrichtung einer Klima-Stabstelle (Würzburg). mehr Info

Publikationen

Otto, A., Kern, K., Haupt, W., Eckersley, P., & Thieken, A. (2021). Ranking Local Climate Policy: Assessing the Mitigation and Adaptation Activities of 104 German Cities. Climatic Change, 167(1-2), [5]. https://doi.org/10.1007/s10584-021-03142-9
Kern, K., Haupt, W., & Niederhafner, S. (2022). Entwicklungspfade städtischer Klimapolitik: Bedeutung von Schlüsselereignissen und Schlüssel:akteurinnen für die Klimapolitik in Potsdam, Remscheid und Würzburg. disP: The Planning Review, 57(4), 32-49. https://doi.org/10.1080/02513625.2021.2060576
Haupt, W., Irmisch, J. L., & Eckersley, P. (2022, Apr 29). Handlungsempfehlungen für eine bessere Klimakoordination in Kommunen. Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung.