Leitprojekt

Urbane Regenerierungspraxen, Zuwanderung und die Produktion sozialräumlicher Ungleichheiten in europäischen Städten (UrbanReg)

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Die europäischen Städte, seit den 1990er Jahren durch den wirtschaftlichen Strukturwandel mit zunehmenden sozialräumlichen Ungleichentwicklungen konfrontiert, mussten sich mit der Globalisierung neu erfinden. Einige Städte überwanden die Krise und konnten ihr Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum beleben. Andere Städte hielten trotz der stagnierenden wirtschaftlichen Situation ihre Bevölkerungszahl.

Übergreifend ist dabei ein starkes Interesse an der Generierung von Zuwanderung. Städte wachsen nur noch durch Zuwanderung von außen und entsprechend richten viele europäische Städte ihre Stadt¬entwicklungspolitik auf die Gewinnung neuer Bewohner und Bewohnerinnen aus. Dabei kommt es vielfach zu einer Diskrepanz zwischen dem gewünschten Zuzug Hochqualifizierter, sozial bessergestellter Schichten und kreativer Klassen und zum Teil ungeplanter Zuwanderung durch Arbeitsmigranten, temporären Bewohnern und Flüchtlingen. Im Leitprojekt untersuchen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, inwieweit diese Diskrepanz auf die Stadtentwicklungsprozesse zurückwirkt. Sie analysieren, wie die Attraktivität und Zugänglichkeit städtischer Räume für verschiedene Bevölkerungsgruppen durch Regenerierungsansätze reguliert wird, welche Auswirkungen hieraus für die Auf- und Abwertung unterschiedlicher Räume resultieren und wie dies alte und neue Ungleichheiten beeinflusst. Ihr Forschungsinteresse richtet sich darauf, an welchen Punkten der Regenerierungspraxis Migration-led Regeneration entstehen kann, d.h., welche Rolle migrantische Akteure für die Stadtentwicklung spielen und wie die Stadtpolitiken die Zuwanderung in ihre Stadtentwicklung einzubinden.

Die Fragen werden empirisch am Beispiel von Städten untersucht, die in den vergangenen zwei Dekaden besonders markante Regenerierungspraxen verfolgten: Manchester, Genua, Leipzig und Bremen. Diese Städte, die drei Migrationsregimen zugerechnet werden können, werden in vergleichender Perspektive und am Beispiel emblematischer Orte untersucht.

Publikationen

Kühn, M. (2018). Immigration Strategies of Cities: Local Growth Policies and Urban Planning in Germany. European Planning Studies.
Hillmann, F. (2018). Migration als Essenz urbaner Transformation. in: Urban Transformations and Qualities of Life in the Growing City: Book of Abstracts (S. 30-34). (WissensWelten).
Kühn, M. (2017). Zuwanderung - eine Perspektive für schrumpfende Städte und Regionen?. in Geteilte Räume. Strategien für mehr sozialen und räumlichen Zusammenhalt: Bericht der Fachkommission "Räumliche Ungleichheit" der Heinrich-Böll-Stiftung. (S. 58-78). (Schriftenreihe Wirtschaft und Soziales; Band 21). Berlin: Heinrich-Böll-Stifung.
Hillmann, F. (2017). Martin van der Velde and Ton van Naerssen (eds.) 2015: Mobility and Migration Choices: Thresholds to Crossing Borders. Aldershot: Ashgate. International Journal of Urban and Regional Research, 41(4), 704–706. 10.1111/1468-2427.12541
Kühn, M. (2018). Abgehängt? Peripherisierung und Chancen der Entperipherisierung von Klein- und Mittelstädten. in B. Emunds, C. Czingon, & M. Wolff (Hrsg.), Stadtluft macht reich/arm: Stadtentwicklung, soziale Ungleichheit und Raumgerechtigkeit. (S. 155-178). (Die Wirtschaft der Gesellschaft; Band 4). Marburg: Metropolis.
Kühn, M. (2017). Planung, Politik und Macht in Städten. disP: The Planning Review, 53(2), 109-119. 10.1080/02513625.2017.1341218
Hillmann, F. (2018). Migrantische Unternehmen als Teil städtischer Regenerierung. in B. Emunds, C. Czingon, & M. Wolff (Hrsg.), Stadtluft macht reich/arm: Stadtentwicklung, soziale Ungleichheit und Raumgerechtigkeit. (S. 297-326). (Jahrbuch Die Wirtschaft der Gesellschaft ; Band 4). Marburg: Metropolis.
Kühn, M. (2017). Planungspolitiken: Zum Verhältnis von Planung und Politik. RaumPlanung, (189), 8-13.
Swiaczny, F., & Hillmann, F. (2017). Migration und Flucht im Globalen Süden. Geographische Rundschau, (3), 46-50.
Hillmann, F. (2016). Städte im Wandel. Inklusives Wachstum für Deutschland, (6), 52-53.
Hillmann, F. (2016). Migrant Entrepreneurship as a Central Form of Urban Transformation through Migration and Mobility. in L. Faldini (Hrsg.), Dal Mediterraneo al Baltico: Dinamiche sociali in area urbana. (S. 37-54). (Scienze politiche e sociali). Novi Ligure: Edizioni Epoké.
Hein, C., & Hillmann, F. (2016). The Missing Link: Redevelopment of the Urban Waterfront as a Function of Cruise Ship Tourism. in H. Porfyriou, & M. Sepe (Hrsg.), Waterfronts Revisited: European Ports in a Historic and Global Perspective. (S. 222-238). (Routledge Research in Planning and Urban Design). New York ; London: Routledge.
Kühn, M. (2016). Peripherisierung und Stadt: Städtische Planungspolitiken gegen den Abstieg. (Urban Studies). Bielefeld: Transcript.
Hillmann, F. (2016). Londons Regenerierungspraxis - Queen of Botox?. in V. Selbach, & K. Zehner (Hrsg.), London - Geographien einer Global City. (S. 41-60). (Sozial- und Kulturgeographie; Band 4). Bielefeld: Transcript.
Hillmann, F. (2015). Vom Rand in die Mitte: Migration und Stadtentwicklung. in Heinrich-Böll-Stiftung (Hrsg.), Inklusion: Wege in die Teilhabegesellschaft. (S. 192-200). Frankfurt a.M.: Campus.
Hillmann, F. (2016). Migration: Eine Einführung aus sozialgeographischer Perspektive. (Sozialgeographie kompakt; Band 4). Stuttgart: Steiner.