Drittmittelprojekt

Transformation von Prozessen und Infrastrukturen zur Gestaltung von nachhaltigen, integrierten Logistiksystemen im Berliner Holzmarkt Areal (Urban Quarter 4.0)

Forschungsabteilung: Kommunikations- und Wissensdynamiken im Raum

Forschungsthemen: Neue soziale Praktiken Neue Unsicherheiten und Resilienzbildungen

Projektleitung: Prof. Dr. Gabriela Christmann

Projektteam: Dr. Thorsten Heimann

Förderorganisation: Bundesministerium für Bildung und Forschung

Laufzeit: 02/2017 - 01/2020

stadtquartier-4-0
stadtquartier-4-0

Stadtquartiere sehen sich immer stärker einem Wandlungsdruck ausgesetzt, der durch Entwicklungen von Warenproduktion, -konsumption und -transport erzeugt wird. Die Bestellung und Lieferung von Waren hat enorm zugenommen und umfasst neben klassischen Waren des mittel- und langfristigen Bedarfs auch immer stärker die Versorgung mit Lebensmitteln. Die dadurch entstehenden kleinteiligen Sendungsstrukturen, aber auch das Mengenwachstums des Sendungsvolumens stellen eine Herausforderung für die Städte dar. Auf der einen Seite entstehen Umweltbelastungen durch Schadstoffausstoß der Lieferfahrzeuge, zum anderen hemmen diese den Verkehrsfluss und erzeugen Gefahrensituationen.

Das BMBF-Forschungsprojekt „Stadtquartier 4.0“ soll Auswege und Lösungsmöglichkeiten für Städte und Stadtquartiere aufzeigen und erproben. Dafür bündeln die Projektpartner (neben dem IRS sind das Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik, die LogisticNetwork Consultants GmbH sowie die Holzmarkt 25 eG beteiligt) Expertise aus zwei Bereichen, der Logistik und Mobilität sowie dem Urban Farming und der Aquaponik. Das Ziel ist eine nachhaltige Entlastung von Stadtquartieren etwa durch lokale Produktion, den Einsatz von Lastenfahrrädern, die Nutzung von Tagesrandzeiten oder durch Sharing-Systeme für Lieferfahrzeuge. Auf diese Weise soll eine vernetzte, zukunftsfähige und nachhaltige Logistik konzipiert werden, die auf dem Holzmarkt Areal in Berlin getestet wird.

Eine wesentliche Komponente eines solchen Konzeptes ist die Implementation mit den beteiligten Akteuren und damit die sozialen Prozesse nachhaltiger urbaner Transformationen. Das IRS ist als Projektpartner sowohl an der Gestaltung und Implementation von „Stadtquartier 4.0“ beteiligt, als auch an der wissenschaftlichen Analyse der ablaufenden Prozesse. Dabei kommen Vorarbeiten aus Projekten zu Krisen und Resilienzbildungen, zu sozialen Innovationen und zur kommunikativen Transformation von Räumen zum Tragen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des IRS werden daher die Rolle von Schlüsselakteuren und Nutzer im Hinblick auf ihre strategischen Praktiken, ihre Akzeptanz sowie auf Aspekte der Partizipation beleuchten. Darüber hinaus nimmt das IRS die Übertragung der entwickelten Modellvorhaben auf andere Städte in den Blick und fragt im Rahmen einer Experteneinschätzung, unter welchen infrastrukturellen, logistischen, planerischen, kommunikativen und partizipativen Bedingungen sich Ideen wie das Logistikmanagement, lokale Warenkreisläufe oder ein Nutzfahrzeug-sharing räumlich ausbreiten können. Nicht zuletzt umfasst das Arbeitspaket des IRS die Koordination des Projekts und den Transfer von Forschungergebnissen in die scientific community und in Politik und Gesellschaft.

Ein besonderes Element des Projekts ist die Verzahnung mit dem grundlagenorientierten Leitprojekt „Innovationen in Landgemeinden“, im Rahmen dessen Akteure und Prozesse kreative Gemeindeentwicklung untersucht werden. Durch den systematischen Vergleich der Partizipationskomponenten in den sechs ländlichen Fallgemeinden und dem Stadtquartier wird ein besseres Verständnis darüber möglich, welche Rolle Partizipationen für soziale Innovationsprozesse im Kontext räumlicher Transformationen spielen, welche Potenziale sie für die Umsetzung und Unterstützung der jeweiligen Projekte bieten und inwieweit sie fördernde oder hemmende Faktoren für die nachhaltige Transformation von Räumen sind.

 

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