Drittmittelprojekt

Stadterneuerung am Wendepunkt – die Bedeutung der Bürgerinitiativen gegen den Altstadtzerfall für die Wende in der DDR

Forschungsabteilung: Historische Forschungsstelle

Projektleitung im IRS: Dr. Harald Engler

Projektteam: Dr. Andreas Butter Julia Wigger Sarah Lisa Day

Verbundpartner: Technische Universität Kaiserslautern (Koordination) Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung Bauhaus-Universität Weimar Universität Kassel

Förderorganisation: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Laufzeit: 01/2019 - 12/2022

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Im "StadtWende"-Projekt, das vom Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) mit dem Ziel der Stärkung der DDR-Forschung gefördert wird, kooperiert die Historische Forschungsstelle mit drei universitären Partnern: Prof. Holger Schmidt, Kaiserslautern, Prof. Harald Kegler, Kassel und Prof. Max Welch Guerra, Weimar. Der Verbund ist für vier Jahre finanziert mit der Option auf eine Verlängerung um weitere zwei Jahre.

Ziel des Projektverbundes ist es, die Bedeutung des Altstadtverfalls in der DDR zu erfassen, speziell mit Blick auf die Entstehung und Entfaltung von Bürgerbewegungen, die zu Triebkräften der gesellschaftlichen Wende 1989 wurden. Darüber hinaus soll die Stadtentwicklungspolitik nach der deutschen Einheit im Sinne jener Erfahrungen neu eingeordnet und bewertet werden.

Die Historische Forschungsstelle verantwortet insgesamt drei Teilprojekte. Dabei geht es um eine intensive Tiefenanalyse der Struktur und Handlungsweisen der Bürgerinitiativen, die gegen den Verfall von Altstädten in der DDR kämpften. Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen die urbanen Denkwelten, die Stadtbewohner unter schwierigen Verhältnissen in der DDR dazu veranlassten, den risikoreichen Weg der Beteiligung in einer zivilen Oppositionsbewegung zu gehen, sowie die Handlungsmuster ihrer Aktionen gegen den Altstadtverfall.

Im zweiten Arbeitspaket wird der historische Kontext der DDR und insbesondere des Institutionensystems von Partei, Bauministerium und Bauakademie in den Blick genommen, in dem der Altstadtverfall sich vollzog. So waren beispielsweise in Leipzig 1988 ganze 89,1 Prozent der Altbausubstanz dringend sanierungsbedürftig, schwer beschädigt oder gar ruinös, nur noch 10 Prozent der Bausubstanz war in einem guten Zustand. Nicht zuletzt angesichts dieser Bilanz entwickelte sich in der Messestadt eine besonders starke Bürgerbewegung.

Im dritten Teilprojekt zeichnet die Forschungsstelle des IRS für die materielle und digitale Projektdokumentation sowie die aufwändige Projektwebsite verantwortlich. Auf dieser Website, die über das Projekt hinaus bestehen bleiben wird, sollen auf einer multimedial gestalteten Karte der DDR alle Städte mit Bürgerinitiativen und Widerstandspotenzial aufrufbar sein. Informationen, Interviews, Fotomaterial und Filme zu den Aktivitäten der Bürgerinitiativen sollen so auf einen Blick zugänglich gemacht werden.

Fotos: Menschenkette: pict rider/Bild: Metilsteiner /CC BY-SA 3.0/commons.wikimedia.org; Jörg_Blobelt/creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0; IRS Archiv; IRS Archiv

Aktuelles
23. Januar | 2020

Im November 2019 wurde das dreißigjährige Jubiläum der friedlichen Revolution von 1989 öffentlich gefeiert, oft mit Gesten der Freude und des Stolzes. Aus einer eher nüchternen, historischen Perspektive heraus fokussierte das 47. Brandenburger Regionalgespräch des IRS hingegen auf die zeitgeschichtliche Bedeutung von Städtebau und Wohnen für den Umbruch von 1989/90. „Von der Partizipation zur friedlichen Revolution – Die politische Bedeutung von Bürgerinitiativen gegen Altstadtverfall in der DDR und in der Gegenwart“, so lautete der Titel des Gesprächs, zu dem das IRS eingeladen hatte. mehr Info