Drittmittelprojekt

Region in Aktion - Inklusive Medien- und Kommunikationsstrategien im ländlichen Raum

Forschungsabteilung: Kommunikations- und Wissensdynamiken im Raum

Forschungsthemen: Geteiltes Wissen - lokal und über Distanz Innovationsprozesse in raum-zeitlicher Perspektive Neue soziale Praktiken

Projektleitung: Prof. Dr. Gabriela Christmann

Projektteam: Dr. Anika Noack Dr. Anna Richter

Förderorganisation: Amadeu Antonio Stiftung

Laufzeit: 01/2012 - 06/2013

Kommunikation ist für den demokratischen Prozess wie auch für die Raumentwicklung von elementarer Bedeutung, sie ist aber per se nicht automatisch gut. Es kommt sehr darauf an, worüber und in welcher Weise kommuniziert wird: etwa über Fragen, was das Dorf, die Stadt oder die Region braucht, welche Visionen und Perspektiven es gibt, wie ein Aufbruch möglich ist, wie man sich vernetzen und gemeinsam etwas erreichen kann und was Einzelne für sich und die Region tun können.

Es fällt indes auf, dass in öffentlichen Diskursen über strukturschwache, ländlich geprägte Regionen viel über wirtschaftliche und finanzielle Problemlagen, Infrastrukturschwächen und Abwanderung diskutiert wird. Sehr konzentriert man sich auf negative Entwicklungen. Viele strukturschwache Regionen werden als der Inbegriff von Trostlosigkeit und Aussichtslosigkeit beschrieben. Dies ist ein Nährboden für Unzufriedenheit und kollektive Lethargie und zugleich der Ansatzpunkt für Rechtsradikale. Wenig Aufmerksamkeit kommt bislang möglichen Lösungsansätzen zu, obwohl es interessante Ansätze gibt, die von Bürgerinnen und Bürgern initiiert werden und die es verdienen, mehr Berücksichtigung zu finden und kommuniziert zu werden. Nur indem solche Initiativen öffentlich bekannt gemacht werden, kann es Bürgerinnen und Bürgern Mut machen, sich mehr als bisher zuzutrauen, sich zu engagieren, etwas für ihre persönliche Zukunft und die ihrer Region zu leisten.

Im Bundes-Modellprojekt des Förderprogramms „Zusammenhalt durch Teilhabe“ des Bundesministeriums des Innern, durchgeführt von der Amadeu Antonio Stiftung (Berlin) und wissenschaftlich begleitet durch das IRS, ging es daher darum, auf ländliche Räume angepasste, innovative Medienstrategien, Kommunikations- wie auch Interaktionsformen zu entwickeln, zu etablieren und zu verbreiten, um auf diesem Wege demokratisches Engagement, Partizipation und Kreativität zu wecken.

Das IRS unterstützte die Projektdurchführung mittels der Aufarbeitung des Forschungsstandes zu zivilgesellschaftlichem Engagement, Teilhabe und Kommunikation in ländlichen Regionen. Es begleitete die Entwicklung der methodischen Instrumente für aktivierende Befragungen und beriet die beteiligten Initiativen bei der Zielgruppenansprache ebenso wie bei der Einbindung von Bürgerinnen und Bürgern in die Medien- bzw. Kommunikationsstrategie. Abschließend wurden die durchgeführten Maßnahmen evaluiert.

Im Sinne eines ermächtigenden Projekts gelang es den Akteuren von Anfang an, und dies ist ein Ergebnis aus der Evaluierung, das Projekt in den ausgewählten Regionen zu verankern, anstatt es lediglich von außen hineinzutragen. Ermöglicht wurde dies unter anderem durch eine innovative Medienpartnerschaft, vor allem mit dem Nordkurier in Vorpommern, der die Akteure in die Berichterstattung einbezog. In der Region existierende Initiativen konnten über diese Kommunikationsstrategie bekannt gemacht und darin unterstützt werden, Herausforderungen in der Region, kreativ zu begegnen.

Publikationen

Richter, A., & Noack, A. (2013). Wie geht das: Demokratische Kultur aktivieren?. in Amadeu Antonio Stiftung (Hrsg.), Region in Aktion: Wie im ländlichen Raum demokratische Kultur gestaltet werden kann. (S. 88-93). Berlin: Amadeu Antonio Stiftung.