Drittmittelprojekt

Peripherisierte Ländliche Räume: Digitalisierung und Raumkonstruktionen

Forschungsschwerpunkt: Ökonomie und Zivilgesellschaft

Projektleitung im IRS: Prof. Dr. Gabriela Christmann

Projektteam: Dr. Ariane Sept Jae-Young Elisabeth Lee

Verbundpartner: Technische Universität Berlin (Koordination) Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung Freie Universität Berlin Humboldt-Universität zu Berlin Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung

Förderorganisation: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Laufzeit: 01/2022 - 12/2025

Digitale (Planungs-)tools verändern unser kommunikatives Handeln: Die datenbasierte Ko-Produktion von Räumen mit Hilfe digitaler Medien beeinflusst maßgeblich unser Raumwissen und Raumhandeln und schafft auf diese Weise neue cyber-physische Raumordnungen. Während urbane Räume diese Veränderungen spannungsfrei zu verarbeiten scheinen (siehe SFB-Projekt „Digitale städtebauliche Planungen: Planerisches Handeln und materiell-physische Anordnungen“, Laufzeit: 03/2018-12/2021), werden für peripherisierte ländliche Räume hingegen Spannungen zwischen digitalisierten Formen des Handelns und eher traditionellen, analogen Formen vermutet. Diese stehen im Mittelpunkt des Projekts.

Anhand der Untersuchung von Akteuren aus Planung, Politik und der Bevölkerung soll aus verschiedenen Handlungsperspektiven betrachtet werden (1) welche Digitalisierungsstrategien verfolgt wurden und welche Digitalisierungsprozesse sich vollzogen haben, (2) welche Veränderungen sich vor dem Hintergrund der verfügbaren digitalen Technologien und Anwendungen im Handeln der Akteur*innen beobachten lassen und (3) inwiefern sich dadurch Raumkonstruktionen von ländlichen Räumen im jeweiligen kulturellen Kontext verändern.

Ziel des Teilprojektes im Sonderforschungsbereich (SFB) ist es, die prozesshafte Refiguration von Räumen, die sich im Zuge von Digitalisierung vollzieht, speziell am Beispiel von peripherisierten, strukturschwachen Räumen in China/Asien und Chile/Südamerika vergleichend zu erforschen. In beiden Ländern sollen Datenerhebungen über Metaanalysen, Expert*inneninterviews, problemzentrierten Interviews und teilnehmenden Beobachtungen während Forschungsaufenthalten gemacht werden. Für die Datenanalyse werden Verfahren der Grounded Theory Analyse genutzt.

Der SFB 1265 ist an der Technischen Universität Berlin angesiedelt und wird von Prof. Dr. Martina Löw (Institut für Soziologie, Fachgebiet Planungs- und Architektursoziologie) und Prof. Dr. Hubert Knoblauch (Institut für Soziologie, Fachgebiet Allgemeine Soziologie) als Sprecher*innen geleitet. Beteiligt am erfolgreichen Antrag für die zweite Förderphase sind weiterhin die Institute für Architektur und Stadt- und Regionalplanung der Technischen Universität Berlin, das Institut für Publizistik und Kommunikationswissenschaft an der FU-Berlin, die Institute für Sozialwissenschaften, Europäische Ethnologie und das Geographische Institut an der Humboldt-Universität zu Berlin, das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung e.V., das Institut für Soziologie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und das IRS.