Leitprojekt

Neue Energieräume – Dimensionen sozioräumlicher Beziehungen in regionalen Energiewenden

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Die Energiewende in Deutschland verändert – wie auch vergleichbare Transformationen in anderen Staaten – bisherige Raumnutzungen und -strukturen und stellt zugleich eine Herausforderung für die raumbezogene Politik dar. Die räumliche Gestaltung von sogenannten „energy transitions“ durch Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft ist eine gesamtgesellschaftliche Problemstellung. Das Leitprojekt lenkt den Fokus auf einen Aspekt der Energiewende, der politisch wie wissenschaftlich vielversprechend ist: neue Energieräume. Darunter sind nicht nur die veränderten physischen Raumbezüge zunehmend dezentral ausgerichteter Stromerzeugungssysteme und Verteilnetzstrukturen gemeint, sondern auch die Konstituierung energiepolitischer Handlungsräume, die Prägung neuer Energielandschaften sowie der Wandel der skalaren Beziehungen von Energiepolitik und -wirtschaft.

Zur Analyse neuer Energieräume orientiert sich das Leitprojekt in konzeptioneller Hinsicht an dem „TPSN framework“ (Jessop et al. 2008), das einen Rahmen für die Erforschung sozioräumlicher Dimensionen („Territoriality, Place, Scale, Network – TPSN) in ihrer Wechselwirkung bietet. Die Fragestellungen des Leitprojekt adressieren erstens die konzeptionelle Untersetzung „neuer Energieräume“ mit Hilfe des TPSN-Ansatzes, zweitens räumliche Strategien von Akteuren der Energiewende sowie drittens die wechselseitige Konstituierung einzelner sozioräumlicher Dimensionen. Auf dieser Grundlage werden theoriegeleitete empirische Fallstudien in Deutschland, Kanada und Skandinavien durchgeführt. Sie richten sich auf

- die regionale Konstituierung und Stabilisierung neuer energiebezogener Handlungsräume und die Rolle von Schlüsselakteure in diesem Prozess,

- die regionale Überlagerung von alten und neuen Energieräumen (z.B. in Braunkohlerevieren) mit ihren jeweiligen sozio-materiellen Konfigurationen,

- die Initiierung von innovativen energiepolitischen Experimentierräumen in Großstädten und die Mobilität dabei relevanter Lösungen über Skalen hinweg sowie

- die konflikthafte Etablierung von Diskursräumen aufgrund unterschiedlicher Handlungsorientierungen von Akteuren beim Ausbau der Windenergie.

Foto: © Tagebau Inden RWE AG/rweimages.com

Publikationen

Canzler, W., Gailing, L., Grundmann, P., Schill, W-P., Uhrlandt, D., & Rave, T. (2016). Auf dem Weg zum (de-)zentralen Energiesystem?: Ein interdisziplinärer Beitrag zu wesentlichen Debatten. Vierteljahrshefte zur Wirtschaftsforschung, 85(4), 127-159. 10.3790/vjh.85.4.127
Schill, W-P., Canzler, W., Gailing, L., Quitzow, L., & Uhrlandt, D. (2016). (De-)zentrale Energiewende – Wirklichkeiten, Widersprüche und Visionen. Vierteljahrshefte zur Wirtschaftsforschung, 85(4), 15-27. 10.3790/vjh.85.4.15
Schill, W-P., Canzler, W., Gailing, L., Quitzow, L., & Uhrlandt, D. (Hrsg.) (2016). (De-)zentrale Energiewende – Wirklichkeiten, Widersprüche und Visionen. (Vierteljahrshefte zur Wirtschaftsforschung; Band 85, Nr. 4).
Gailing, L. (2017). Die neuen ländlichen Energieräume: Kulturlandschaften der Energiewende. Ländlicher Raum, 68( 01), 43-45.
Röhring, A. (2016). Die Konstituierung dezentraler Handlungsräume erneuerbarer Energien – Chancen und Herausforderungen für die Kreation neuer Entwicklungspfade. Vierteljahrshefte zur Wirtschaftsforschung, 85(4), 103-113.
Quitzow, L., Canzler, W., Grundmann, P., Leibenath, M., Moss, T., & Rave, T. (2016). The German Energiewende – What's Happening?: Introducing the Special Issue. Utilities Policy, 41, 163-171. 10.1016/j.jup.2016.03.002
Gailing, L., & Röhring, A. (2016). Is It All about Collaborative Governance?: Alternative Ways of Understanding the Success of Energy Regions. Utilities Policy, 41, 237-245. 10.1016/j.jup.2016.02.009