Drittmittelprojekt

Kulturelle Vielfalt in Städten

Forschungsabteilung: Regenerierung von Städten

Projektleitung: Prof. Dr. Felicitas Hillmann

Projektteam: Dr. Manfred Kühn Dr. Matthias Bernt Hendrikje Alpermann

Förderorganisation: Bertelsmann Stiftung

Laufzeit: 07/2017 - 02/2018

Althergebrachtes und Neues ergeben eine andere Mischung und werden zunächst an emblematischen Orten in den Städten ausgehandelt. Foto: Felicitas Hillmann
Althergebrachtes und Neues ergeben eine andere Mischung und werden zunächst an emblematischen Orten in den Städten ausgehandelt. Foto: Felicitas Hillmann

Die Dynamik der internationalen Migration nach Europa hat in Deutschland, wie in vielen weiteren Staaten, in den vergangenen Jahren zu einer Steigerung der Einwanderungszahlen in Städten und Gemeinden geführt. In Deutschland hat diese Zuwanderung Prozesse der verstärkten kulturellen Diversifizierung zusätzlich befeuert. Vor allem in den Städten mit ihren unterschiedlichen Milieus und ihrer heterogenen Bevölkerungszusammensetzung, werden daher die Ambivalenzen und Herausforderungen im Umgang mit Vielfalt sichtbar. In einer Studie für die Bertelsmann-Stiftung systematisieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Forschungsabteilung „Regenerierung von Städten“ ab Juli 2017 den Forschungsstand zum Umgang mit kultureller Vielfalt mit einem Fokus auf städtische Gesellschaften. Ziel der Studie ist es, die Bedingungen einer gelingenden Vielfalt zu eruieren und damit das Verständnis für die Stärken der Vielfalt in der Gesellschaft zu vertiefen.

Das Augenmerk der Studie richtet sich zunächst auf die Komponenten der kulturellen Vielfalt, die durch die Migration transferiert werden. Einige dieser Komponenten lassen sich in der Regel gut integrieren, etwa die Sprache oder die Küche. Aufwändiger und konfliktbehafteter ist hingegen der Transfer von Alltagskulturen, Wertevorstellungen und Religionen. An dieser Stelle liegt auch die Wurzel der ambivalenten Diskurse zur kulturellen Diversifizierung durch internationale Migration: Moscheenbau, Terrorismus und eine Gefährdung des Sozialstaates sind große Angstmacher für Teile der Gesellschaft. In den vergangenen Jahren haben sich zudem die Ungleichheiten zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen tendenziell vergrößert und verstärkt segregierte Milieus gebildet, was einem gelingenden Zusammenleben in kultureller Vielfalt entgegenstehen kann.

Die Studie rückt Städte in den Mittelpunkt, da diese eine breite Palette von Trends und Akteurskonstellationen bieten, die der Thematik inhärenten Chancen und Herausforderungen abbilden. Dort wird an bestimmten Orten wie öffentlichen Plätzen, Quartierbüros, internationalen Schulen, Museen, Bibliotheken oder Wohnprojekten ausbuchstabiert, welche Regeln im Umgang mit Vielfalt existieren, wie sie einstudiert werden und wo die Grenzen liegen. Die Studie adressiert unter anderem die Fragen, welche Strategien im Umgang mit Diversität vorhanden sind, auf welche Herausforderungen die Städte wie reagieren und welche Widerstände, Konflikte und Probleme sich abzeichnen.