Leitprojekt

Innovationen in Landgemeinden. Bedingungen, Akteure und Prozesse kreativer Gemeindeentwicklung

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Sitzung des Leitprojekts im Juli 2016 in Klockow/Uckermark
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Sitzung des Leitprojekts im Juli 2016 in Klockow/Uckermark
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Sitzung des Leitprojekts im Juli 2016 in Klockow/Uckermark
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Das Leitprojekt erforscht Landgemeinden in strukturschwachen ländlichen Regionen, in denen Bürger sowie gesellschaftliche Akteure aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft kreative Projekte zur Lösung ihrer lokalen Problemlagen entwickelt haben. Kennzeichnend für diese Regionen sind typischerweise strukturelle Entwicklungsdefizite wie etwa eine unterdurchschnittliche wirtschaftliche Produktivität und Beschäftigungsquote sowie eine unzureichende Infrastrukturversorgung. Während (Groß-)Städte als Innovationslabore gesehen werden, stehen ländliche Regionen dagegen selten im Fokus innovativer Handlungsansätze. Dennoch können vielerorts Entwicklungsprojekte beobachtet werden, deren Protagonisten kreativ mit neuen Ideen und Praktiken experimentieren und lokale Potentiale in ihren Gemeinden aktivieren.

Ziel der Forschung im Leitprojekt ist die Analyse solcher innovativen Projekte. Das Spektrum des bürgerschaftlichen Engagements in den ausgewählten Landgemeinden umfasst die Bereiche regenerative Energien, Nahversorgung sowie Kunst und Kultur. Es wird gefragt, unter welchen (regionalen) Kontextbedingungen derartige kreative Prozesse und Innovationen entstehen, wer die beteiligten Akteure (insbesondere die Schlüsselfiguren) sind und in welchen sozialen Prozessen sich die innovativen Projekte vollziehen, welche Verläufe sie haben und welche Dynamiken sie in den Orten – und ggf. auch darüber hinaus – entfalten. Hierbei ist von besonderem Interesse, welche Akteure welches Wissen in den Innovationsprozess miteinbringen und in welchen Kommunikationsformen das Wissen herangeholt und weiterentwickelt wird. Die Bearbeitung der Fragestellungen erfolgt durch fokussierte Ethnografien in sechs Landgemeinden in Deutschland: Bechstedt (Thüringen), Treptitz (Sachsen), Frankershausen (Hessen), Kyllburg (Rheinland-Pfalz), Plessa (Brandenburg) und Klockow (Brandenburg). In diesem Rahmen werden problemzentrierte Interviews mit zentralen Akteuren und teilnehmende Beobachtungen ausgewählter Akteursgruppen mit Dokumentenanalysen kombiniert. Ergänzt werden diese Methoden durch standardisierte Befragungen von Bürgern und Akteuren im Umfeld der Projekte.

 

Dorfleben vs. Großstadt: © WoGi/fotolia.com

Grünes Feld: © Dario Lo Presti/thinkstockphotos.com

Solardächer: © pablo_rodriguez1/thinkstockphotos.com

Luftbild: © spiber.de/shutterstock.com

Aktuelles
14. Mai | 2019

„Anschluss halten im ländlichen Raum“ lautete ein Thema, mit dem sich die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen bei ihrer Klausur Anfang Mai beschäftigte. Ariane Sept und Tobias Federwisch von der Forschungsabteilung „Kommunikations- und Wissensdynamiken im Raum“ waren dabei. Im Rahmen der Politik- und Gesellschaftsberatung des IRS präsentierten sie Forschungserkenntnisse und daraus abgeleitete Empfehlungen, wie ländliche Räume gestärkt werden können. mehr Info

Publikationen

Richter, R. (2016). Social Innovations in Rural Life Worlds. in V. M. Carlow (Hrsg.), Ruralism: The Future of Villages and Small Towns in an Urbanizing World (S. 140-147). Berlin: Jovis.
Richter, R., & Rohnstock, N. (2016). Der Erzählsalon als Verfahren strategischen Erzählens: Konzeptionelle Voraussetzungen und empirische Gestalt am Beispiel des Projektes Lausitz an einen Tisch. Diegesis, 5(2), 84-100.
Christmann, G. (2019). Innovationen in ländlichen Gemeinden. in W. Nell, & M. Weiland (Hrsg.), Dorf: Ein interdisziplinäres Handbuch (S. 235-240). Berlin: J.B. Metzler.
Richter, R. (2019). Sozialer Wandel ländlicher Gesellschaften. in W. Nell, & M. Weiland (Hrsg.), Dorf: Ein interdisziplinäres Handbuch (S. 129-136). Berlin: J.B. Metzler.
Christmann, G. (2017). Innovationen in Landgemeinden: Bedingungen, Akteure und Prozesse. in Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg (Hrsg.), Innovationen auf dem Land: Planerische Impulse für Bauten, Orte und Regionen (S. 23-28). Karlsruhe: KIT Institut Entwerfen von Stadt und Landschaft.
Christmann, G. (2017). Raumentwicklung. in J. Howaldt, R. Kopp, S. Böschen, & B-J. Krings (Hrsg.), Innovationen für die Gesellschaft: Neue Wege und Methoden zur Entfaltung des Potenzials sozialer Innovationen (S. 22-27). Wurmberg: Systemedia.
Christmann, G., & Federwisch, T. (2019). Soziale Innovationen in Landgemeinden - wie sie entstehen und was sie begünstigt. Nachrichten : Magazin der Akademie für Raumforschung und Landesplanung, 2019(2), 26-28.
Christmann, G. (2020). Soziale Innovationen in ländlichen Räumen. in C. Krajewski, & C-C. Wiegandt (Hrsg.), Land in Sicht: Ländliche Räume in Deutschland zwischen Prosperität und Peripherisierung (S. 228-239). (Schriftenreihe der Bundeszentrale für politische Bildung; Band 10362). Bonn: Bundeszentrale für Politische Bildung.