Drittmittelprojekt

Lösung von lokalen energiepolitischen Konflikten und Verwirklichung von Gemeinwohlzielen durch neue Organisationsformen im Energiebereich (EnerLOG)

Forschungsabteilung: Institutionenwandel und regionale Gemeinschaftsgüter

Forschungsthemen: Formen und Implikationen raumbezogener Governance Neue soziale Praktiken

Projektleitung im IRS: Dr. Matthias Naumann

Projektteam: Sören Becker Andrea Bues

Verbundpartner: Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung (Koordination) ZukunftsAgentur Brandenburg Local Governments for Sustainability

Förderorganisation: Bundesministerium für Bildung und Forschung

Laufzeit: 08/2013 - 10/2016

enerlog
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Die lokale Ebene stellt sowohl für die Umsetzung von Maßnahmen der von der Bundesregierung beschlossenen Energiewende als auch für eine Vielzahl energiepolitischer Konflikte die zentrale Handlungsebene dar. Damit sind Kommunen mit vielfältigen Entscheidungs- und Handlungsbedarfen konfrontiert. Gleichwohl ist bisher kaum empirisch abgesichertes Wissen über die verschiedenen Handlungs- und Konfliktlösungsoptionen für die lokale Neuausrichtung der Energieversorgung verfügbar.

Das Verbundprojekt EnerLOG im Rahmen der BMBF-Fördermaßnahme „Umwelt- und gesellschaftsverträgliche Transformation des Energiesystems“ versuchte diese Lücke zu schließen. Die Entscheidung für bestimmte Organisationsformen der Energieversorgung wurde dabei mit der Frage nach sozialen, ökologischen und ökonomischen Gemeinwohlzielen verknüpft. Die Verankerung von Zielen des Gemeinwohls bietet die Möglichkeit zur Lösung vielfältiger lokaler energiepolitischer Konflikte.

Das gemeinsame Ziel des Projekts unter Leitung des IRS in Kooperation mit der ZukunftsAgentur Brandenburg und dem ICLEI European Secretariat war es, die Realisierung neuer gemeinwohl-orientierter Institutionen im Energiebereich wissenschaftlich vorzubereiten, in der Praxis zu begleiten und die gewonnenen Erkenntnisse zielgruppengerecht der interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. EnerLOG analysierte hierfür am Beispiel von Rekommunalisierungen, Energiegenossenschaften und Bioenergiedörfern die Entstehung neuer Organisationsformen in der Energieversorgung sowie die damit verknüpften neuen Governanceformen. Mit der Konzentration auf Gemeinwohl und neue Organisationsformen griff das Vorhaben einen zentralen Teilaspekt der Energiewende auf.

 

Foto: © Coloures-pic/fotolia.de; © FHgitarre/flickr.com

 

Aktuelles
10. Januar | 2017

Im Oktober 2016 beendeten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Forschungsabteilung „Institutionenwandel und regionale Gemeinschaftsgüter“ das BMBF-Forschungsprojekt „Lösung von lokalen energiepolitischen Konflikten und Verwirklichung von Gemeinwohlzielen durch neue Organisationsformen im Energiebereich“ (EnerLOG). In dessen Rahmen haben sie gut drei Jahre lang Analysen von Energiekonflikten durchgeführt und daraus Vorschläge für die Implementierung der Energiewende auf lokaler Ebene entwickelt. Der Transfer der Ergebnisse in die Praxis war ein integraler Bestandteil des Projekts und bestimmte auch die Aktivitäten zum Projektabschluss. mehr Info

Publikationen

Becker, S., & Naumann, M. Energiekonflikte nutzen: Wie die Energiewende vor Ort gelingen kann
Naumann, M., & Wissen, M. (2016). Editorial: Energiekämpfe: Interessen, Kräfteverhältnisse und Perspektiven. Prokla, (184), 336-342.
Becker, S., Bues, A., & Naumann, M. (2016). Zur Analyse lokaler energiepolitischer Konflikte: Skizze eines Analysewerkzeugs. Raumforschung und Raumordnung, 74(1), 39-49. DOI: 10.1007/s13147-016-0380-0
Becker, S., Naumann, M., & Moss, T. (2017). Between Coproduction and Commons: Understanding Initiatives to Reclaim Urban Energy Provision in Berlin and Hamburg. Urban Research & Practice, 10(1), 63-85. DOI: 10.1080/17535069.2016.1156735
Naumann, M. (2014). Privatisierung. in B. Belina, M. Naumann, & A. Strüver (Hrsg.), Handbuch Kritische Stadtgeographie (S. 223-228). Münster: Westfälisches Dampfboot.
Becker, S., Beveridge, R., & Naumann, M. (2015). Remunicipalization in German Cities: Contesting Neo-Liberalism and Reimagining Urban Governance? Space and Polity, 19(1), 76-90. DOI: 10.1080/13562576.2014.991119
Becker, S., Blanchet, T., & Kunze, C. (2016). Social Movements and Urban Energy Policy: Assessing Contexts, Agency and Outcomes of Remunicipalisation Processes in Hamburg and Berlin. Utilities Policy, 41, 228-236. DOI: 10.1016/j.jup.2016.02.001
Becker, S., Kouschil, K., & Naumann, M. (2014). Armut und Infrastruktur: das Beispiel Energiearmut. Geographische Rundschau, 66(10), 10-17.
Moss, T., Becker, S., & Naumann, M. (2015). Whose Energy Transition Is It, Anyway? Organisation and Ownership of the Energiewende in Villages, Cities and Regions. Local Environment, 20(12), 1547-1563. DOI: 10.1080/13549839.2014.915799
Becker, S., & Naumann, M. (2017). Rescaling Energy? Räumliche Neuordnungen in der deutschen Energiewende. Geographica Helvetica, 72, 329-339. DOI: 10.5194/gh-72-329-2017
Becker, S., Beveridge, R., & Naumann, M. (2015). Reconfiguring Energy Provision in Berlin: Commoning between Compromise and Contestation. in M. Dellenbaugh, M. Kip, M. Bieniok, A. K. Müller, & M. Schwegmann (Hrsg.), Urban Commons: Moving Beyond State and Market (S. 196-213). (Bauwelt Fundamente; Nr. 154). Basel: Birkhäuser. DOI: 10.1515/9783038214953-013
Becker, S. (2014). Energy Justice: Kritisch-geographische Perspektiven auf die Energiewende. Berichte / Deutsche Akademie für Landeskunde e.V. , 88(3/4), 387-398.
Beveridge, R., & Naumann, M. (2016). Contesting Neoliberalism in an ‘Activist City’: Working towards the Urban Commons in Berlin. Soundings, (64), 88-93.
Beveridge, R., & Naumann, M. (2017). Für ein Recht auf Intrastruktur! Stadtpolitische Konflikte um die Energie- und Wasserversorgung in Berlin. in M. Flitner, J. Lossau, & A-L. Müller (Hrsg.), Infrastrukturen der Stadt (S. 67-88). Wiesbaden: Springer VS. DOI: 10.1007/978-3-658-10424-5