Drittmittelprojekt

Desktop-Research: Erfassung der Berliner Innovations- und Kreativlabs

Forschungsabteilung: Dynamiken von Wirtschaftsräumen

Forschungsthemen: Geteiltes Wissen - lokal und über Distanz

Projektleitung: Prof. Dr. Suntje Schmidt

Projektteam: Dr. Verena Brinks

Förderorganisation: Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung

Laufzeit: 02/2013 - 03/2013

Das IRS erstellte in Zusammenarbeit mit dem Geographischen Institut der Humboldt-Universität zu Berlin im Auftrag der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung eine umfassende Aufstellung der Berliner Lab-Szene. Als „Labs“ werden in diesem Zusammenhang kooperative Arbeitsorte bezeichnet, die entweder aus einer do-it-yourself Initiative entstanden sind oder aber von Unternehmen, Investoren oder Forschungseinrichtungen gezielt eingerichtet werden. Gemeinsames Praktizieren, Entwickeln, Testen und Lernen stehen dabei im Fokus. Insbesondere in den letzten Jahren wurden in Berlin zahlreiche offene Orte für neue Formen der Zusammenarbeit eingerichtet. Um die Vielschichtigkeit solcher Kreativorte zu systematisieren und eine gezielte Wirtschaftspolitik für die Kreativwirtschaft zu schärfen, sollten folgende Fragen die Arbeiten leiten:

• Welche verschiedenen Ausformungen von Labs existieren und wie können diese kategorisiert werden?

• Welche Labs lassen sich in Berlin identifizieren? Anhand welcher Kriterien lassen sie sich unterscheiden?

• Welche Unternehmen nutzen in Berlin Labmodelle für ihre Produkt- und Lösungsentwicklung?

Die in Desktop-Research und flankierende Telefoninterviews erhobenen Daten zeigen, dass Kreativ- und Innovationslabs Orte des „Ausprobierens“ und „Experimentierens" sind. Sie sind physisch in der Stadt verortete Standorte für offene, oft zeitlich befristete Innovations- und Entwicklungsprozesse. Insgesamt konnten sechs Lab-Typen identifiziert werden (Events, Grassroot Labs, Coworking Labs, Unternehmenseigene Labs, Forschungsnahe Labs, Inkubatoren und Acceleratoren), die von folgenden Akteuren betrieben werden:

• Unternehmen, die Inkubatoren, Acceleratoren, unternehmenseigene Labs und forschungsnahe Labs einrichten oder fördern,

• Forschungseinrichtungen, die Innovationsräume für die marktfähige Umsetzung von Innovationen aus dem Grundlagenforschungsbereich einrichten und

• Interessensgetriebene Initiativen für die intersektorale Zusammenarbeit von Nutzern, Interessenten und Teams in Grassroot Labs und Coworking Labs.

Publikationen

Kleibrink, A., & Schmidt, S. (2015). Communities of Practice as New Actors: Innovation Labs Inside and Outside Government. in Open Innovation 2.0 Yearbook 2015. (S. 64-73). Luxembourg: European Commission. 10.2759/92658
Brinks, V., & Schmidt, S. (2015). Global Knowledge Communities in Temporary Spaces. in: University of Sheffield,
Zwilling, J., Ibert, O., Christmann, G., Schmidt, S., & Honeck, T. Urbane Experimente: IRS aktuell No. 82
Schmidt, S., Brinks, V., & Brinkhoff, S. (2014). Innovation and Creativity Labs in Berlin: Organizing Temporary Spatial Configurations for Innovations. Zeitschrift für Wirtschaftsgeographie, 58(4), 232-247. https://doi.org/10.1515/zfw.2014.0016