Drittmittelprojekt

Entwicklung eines Citizen-Science- und Semantic-Web-basierten Verfahrens zur Digitalisierung und Erschließung der Bestände kleiner Archive

Forschungsschwerpunkt: Zeitgeschichte und Archiv

Projektleitung im IRS: Dr. Rita Gudermann

Projektteam: Paul Perschke

Verbundpartner: Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung (Koordination) Programmfabrik GmbH Berlin

Förderorganisation: Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK)

Laufzeit: 11/2021 - 10/2023

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In diesem Projekt sollen anhand eigener Bestände der Wissenschaftlichen Sammlungen und mit Hilfe verschiedener Pilotnutzer*innen Prozesse und ein Produkt zur einfachen Digitalisierung, Erschließung und Veröffentlichung von Beständen kleinerer, spezialisierter Archive entwickelt werden, deren personelle und finanzielle Möglichkeiten eine flächendeckende Digitalisierung selten zulassen. Ziel ist es, Prozesse und ein Produkt zu entwickeln, das Citizen-Science-Ansätze mit Technologien des Semantic Web verbindet, um Archivbestände mit Hilfe von kostenfreien Ressourcen von Nutzer*innen in geordneten, IT-gestützten Prozessen zu digitalisieren, zu erschließen und der Öffent-lichkeit zur Verfügung zu stellen.

Unter dem Motto ,,Kulturgut zugänglich machen, Wissen und Engagement nutzen!’’ soll auf Ressourcen wie Engagement, Wissen und Zeit interessierter und fachkundiger Nutzer*innen, Wissenschaftler*innen und Zeitzeug*innen zurückgegriffen werden um kleine Archive bei der Digitalisierung und Erschließung, insbesondere der Verschlagwortung und Beschreibung von Beständen zu unterstützen.

Bei der Entwicklung eines entsprechenden Verfahrens kooperieren die Wissenschaftlichen Sammlungen mit dem Unternehmen Programmfabrik GmbH. Programmfabrik ist Entwickler des Produkts easydb, eines Frameworks zum Erstellen von Metadaten- und Medien-Repository-Diensten im wissenschaftlichen Umfeld. Neben diesem technischen Know-how bringt Programmfabrik zudem langjährige Wissenschafts- und Kulturprojekterfahrung mit. Zu den Kunden gehören namhafte Archive sowie Forschungs- und Bildungseinrichtungen im gesamten deutschsprachigen Raum. Auch die Wissenschaftlichen Sammlungen des IRS nutzen seit kurzem easydb als Bilddatenbank-/Digital Asset Management-System und bieten damit gute technische Voraussetzungen.

Darüber hinaus bieten die Sammlungen hervorragend geeignete Bestände und ein Netzwerk potenzieller Pilotnutzer*innen mit deren Einbindung die Mechanismen und Abläufe im Verlauf des Projektes getestet und optimiert werden sollen. Die Teilhabe und Mithilfe von Nutzer*innen bietet die Möglichkeit, Sammlungsgut schon in der frühen Phase der Digitalisierung und Erschließung öffentlich zugänglich zu machen. Dabei werden allerdings eine Moderation und Qualitätskontrolle notwendig, die einen Standard der gewonnen Inhalte und Daten sichern soll. Diese Prozesse werden im Rahmen des Projektes vor allem durch die Wissenschaftlichen Sammlungen herausgebildet und beschrieben und später durch zusätzliche Plugins technisch unterstützt und vereinfacht.

In einer späteren Phase des Projektes soll eine Forschungseinrichtung für eine Expertise zur Semantic Web-Technologie mittels Beratungsauftrag als weiterer Partner herangezogen werden. Ziel ist es, die gewonnenen Inhalte zu bewerten und ggf. Algorithmen zu entwickeln, sie KI-unterstützt anzureichern bzw. als unzuverlässig zu markieren.

Im Ergebnis soll schließlich ein unbürokratisch verfügbares Open-Source-Produkt in Form einer zentralen Wissens- und Kommunikationsplattform mit verschiedenen Plugins stehen, die es jedem Archiv ermöglicht, seine Nutzer*innen an der Digitalisierungs- und Erschließungsarbeit zu beteiligten. Analog zu den Projektpartnern sollen damit gemeinnützige und kommerzielle Interessen verbunden werden.

Bildquellen:
Trabant: IRS Erkner/Wiss. Samml., Bestand Hans Bogatzky, Sig. C_004_26_4_073
Ort mit Frau: IRS Erkner/Wiss. Samml., Bestand Werner Rietdorf, Sig. C105-00050

Aktuelles
17. August | 2022
Aufnahmen der Architekturfotografin Monika Uelze in den Wissenschaftlichen Sammlungen des IRS

Die Wissenschaftlichen Sammlungen des IRS besitzen über 200.000 Fotos. Anlässlich der Langen Nacht der Wissenschaften 2022 stellten sie die Posterausstellung „Menschen in Marzahn“ mit einigen Bildern der Berliner Architekturfotografin Monika Uelze zusammen und zeigten sie im Atrium des Hauses der Leibniz-Gemeinschaft. Die Aufnahmen entstanden Mitte der 1980er-Jahre in Berlin-Marzahn und dokumentieren Bauten und Aspekte des Lebens in der damals neuen Großwohnsiedlung. Wo genau die Aufnahmen entstanden sind, ist oft nur durch längere Recherchen herauszufinden. Die Öffentlichkeit kann dabei helfen. mehr Info