Qualifizierungsprojekt

Arbeitsräume der Mediation: Wie Instagram Praktiken, Räume und Zeitdynamiken des Modedesigns co-konstituiert?

On-Offline-Mediation
On-Offline-Mediation

"Virtuelle und materielle Welten sind nicht getrennt, sondern eins. Es ist nicht so, dass ich mir das eine online und etwas anderes offline anschaue. Ich bin virtuell genauso an Orten unterwegs“ (Befragte Modedesignerin, Februar 2020).

Das Dissertationsprojekt setzt bei der Beobachtung an, dass im Alltag von Akteuren vermehrt eine Vermischung von Online- und Offline-Räumen auftritt. Dabei beeinflussen Online-Interaktionen, Offline-Interaktionen und andersherum. Zusammen bilden relationale On/Offline-Praktiken den Alltagsraum von Modedesigner*innen (Leszczynski 2015; van Dijck 2013; Barns 2019). Im Zuge dessen wird in akademischen Debatten zunehmend unter den Schlagworten „Plattformkapitalismus“ oder „Plattformgesellschaft“ kritisch der Einfluss von online Plattformen hervorgehoben (Langley und Leyshon 2017; van Dijck et al. 2018).

Vor diesen Hintergründen beschäftigt sich das Dissertationsprojekt mit den Fragen, inwiefern die Konstitution von kreativen Alltagsräumen durch eine Verbindung von On/Offline-Räumen verändert wird. Wie verändern sich Arbeitspraktiken? Inwiefern werden Interaktionen und Räume erweitert und welche neuen (digitalen) Hürden treten auf? Anhand des Beispiels Modedesign wird die Online-Plattform Instagram als ein einflussreicher Akteur im sozio-technischen Alltagsgefüge der Modedesigner*innen identifiziert und kritisch die Rolle der Plattform als Gestalter von Praktiken und Räumen hinterfragt.

Methodisch werden in dem Dissertationsprojekt Online- und Offline-Beobachtungen kombiniert, sowie leitfadengestützte Interviews durchgeführt. Zusammen werden die Daten in einer qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet.

Die Dissertation ist an die Humboldt-Universität zu Berlin angebunden und wird von Prof. Dr. Suntje Schmidt betreut.

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