Drittmittelprojekt

Digitalisierung und Erschließung von Porträtbeständen in Archiven der Leibniz-Gemeinschaft. (DigiPortA)

Forschungsabteilung: Historische Forschungsstelle

Projektleitung im IRS: Dr. Harald Engler

Projektteam: Dr. Andreas Butter

Förderorganisation: Leibniz-Gemeinschaft

Laufzeit: 01/2012 - 03/2015

DigiPortA
DigiPortA

Bildliche Darstellungen von Personen – zumeist in Form von Fotografien – stellen ein wichtiges Sammlungsgut von Archiven dar. Als Quellen erhalten sie zunehmend Beachtung in der geschichtswissenschaftlichen Forschung, etwa im Bereich der „visual history“ sowie in der Biographie-, Generationen- und Netzwerkforschung. Dieser Bestandsgruppe widmeten sich die Wissenschaftlichen Sammlungen der Historischen Forschungsstelle des IRS in einem Digitalisierungsprojekt, das in den Jahren 2012 bis 2014 durchgeführt wurde. Das Projekt hatte zum Ziel, die Porträtbestände des Archivs besser für die Forschung zu erschließen. Gemeinsam mit acht Partnerarchiven innerhalb des Arbeitskreises Archive der Leibniz-Gemeinschaft konnte im Leibniz-Wettbewerbsverfahren eine Finanzierung für die Digitalisierung von etwa 33.000 Porträts eingeworben wurden.

Aus den Porträtbeständen der Wissenschaftlichen Sammlungen wurden in erster Linie die fotografischen Bildnisse aus den Aufnahmeanträgen des Bundes der Architekten (BdA) der DDR, die als Unikate einen der wichtigsten Bestandsgruppen des Archivs bilden, in einer Datenbank erfasst. Erschlossen und ergänzt werden die Porträtdarstellungen mit wichtigen biographischen Daten zu Leben und Werk der dargestellten Planer, dem Verweis auf die Bestandsgruppe im Archiv, zu der die porträtierte Person gehört, sowie der Einbindung in große und zentrale nationale und internationale Biographieportale. Auf diese Weise werden die Sichtbarkeit und die Möglichkeit der Erforschung dieser Bestände deutlich verbessert.

Im Jahr 2013 wurden etwa 8.000 Porträts aus dem Fotobestand der Wissenschaftlichen Sammlungen digitalisiert und in der neuen Datenbank erschlossen. Zusammen mit den acht Partnerarchiven der Leibniz-Gemeinschaft wurde darüber hinaus mit Hilfe von zwei Workshops in Bochum und München der archivische und wissenschaftliche Erkenntnisgewinn und Innovationswert des Projekts für die Erforschung von Porträts und Biographien diskutiert und für die Öffentlichkeit aufgearbeitet, die dazugehörige Veröffentlichung wird 2017 in der Reihe der „Veröffentlichungen aus dem Archiv des Deutschen Museums“ München erscheinen. Mit Abschluss des Projekts steht mit dieser im März 2015 online geschalteten Datenbank ein einzigartiges Nachschlagwerk zur biographischen Forschung im Allgemeinen und zur Architektur- und Planungsgeschichte der DDR im Besonderen zur Verfügung. Aus Gründen des Datenschutzes und des Persönlichkeitsrechts kann allerdings nur ein Teil des Gesamtbestandes der DDR-Architekten und -Planer online präsentiert werden.

 

Aktuelles
29. September | 2016

Im Jahr 1960 gewann die junge Architektin Iris Dullin-Grund den Wettbewerb für ein „Haus der Bildung und Kultur“ in Neubrandenburg. Zehn Jahr später wurde sie Stadtarchitektin der Stadt und behielt diese Position bis zur Wende. 1969 wurde sie zudem in das Plenum der Bauakademie der DDR gewählt. War Dullin-Grund damit ein herausragendes Einzelbeispiel für eine Frau, die es in der Männerdomäne Architektur geschafft hatte, oder ein Beleg für die Emanzipation der Frauen in der ehemaligen DDR? Beides ist korrekt, hat Historiker Dr. Harald Engler vom Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung (IRS) herausgefunden. Seine Studie zur historischen Bedeutung von Architektinnen in der DDR ist kürzlich im Buch „Ideological Equals. Women Architects in Socialist Europe 1945-1989“ erschienen. mehr Info