Projekte zum Forschungsthema "Neue soziale Praktiken"

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des IRS forschen aus unterschiedlichen Perspektiven in ihren Forschungsabteilungen an dem Querschnittsthema "Neue soziale Praktiken". Folgende laufenden und abgeschlossenen Projekte tragen zu diesem Thema bei:

Dynamiken von Wirtschaftsräumen

Während des letzten Jahrzehnts ist vor allem in westlichen Industrieländern aber auch drüber hinaus eine große Bandbreite von Orte für kreatives Arbeiten, Basteln und Experimentieren aber auch für freischaffendes Arbeiten gegründet worden. Ziel des 2015 gestarteten BMBF-Projekts „Open Creative Labs in Deutschland“ ist, diese Orte in den Metropolregionen Deutschlands zu identifizieren und hinsichtlich ihrer Typisierung, räumlichen Verteilung und Bedeutung für Städte und Regionen zu analysieren. mehr info

Das Forschungsvorhaben untersucht Prozesse der sozialen Konstruktion von Werten am Beispiel der Pelzindustrie aus räumlicher Perspektive. Das Forschungsvorhaben soll einen konzeptionellen Beitrag zum Verständnis der sozialen Konstruktion von Werten leisten, in dem assoziative und dissoziative Praktiken gleichgewichtig behandelt werden. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verfolgen Prozesse der Werterzeugung entlang der gesamten Wertschöpfungskette zurück. mehr info

Das Promotionsvorhaben von Oliver Koczy befasst sich mit Innovationsprozessen in der Planung. Anhand des Stadt- und Quartiersentwicklungsverfahrens „Quartiersmanagement“ wird untersucht, wie sich vormals neuartige Verfahren und Instrumente in der Planungspraxis nach ihrer Durchsetzung und Institutionalisierung in Normen und Rechtsgrundlagen weiterhin transformieren. Es sollen Prozesse nachgewiesen werden, bei denen Innovationen bzw. ihre Elemente in andere Kontexte ausstrahlen. mehr info

Institutionenwandel und regionale Gemeinschaftsgüter

Ziel der ARL-Arbeitsgruppe ist es, Innovationen im Planungssystem zu eruieren, die sich aus den praktischen Erfahrungen mit regionaler Steuerung der Energiewende in Nordostdeutschland in den letzten Jahren ergeben haben. mehr info

Windenergie wird als eine zentrale Technologie zur Verwirklichung von Klimaschutzzielen und der Förderung ländlicher Regionen gesehen. Viele Länder unterstützen daher den Bau von Windenergieanlagen. Die Literatur zur sozialen Akzeptanz der Windenergie hat bislang vielzählige Aspekte untersucht, jedoch besteht Unklarheit über die Rolle von Macht und energiepolitischen Diskursen in diesen neu entstehenden Energieräumen. Welche Rolle Diskursdynamiken in Auseinandersetzung um Windenergieanlagen spielen, ist daher Fokus des Dissertationsvorhabens. mehr info

Das Ziel des BMBF-Verbundprojekts war es, die Realisierung neuer gemeinwohl-orientierter Institutionen im Energiebereich wissenschaftlich vorzubereiten, in der Praxis zu begleiten und die gewonnenen Erkenntnisse zielgruppengerecht der interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. mehr info

Ausgangspunkt für das BMBF-Verbundprojekt ELaN war die bisherige Praxis, gereinigtes Abwasser über Oberflächengewässer abzuleiten, womit es der Landschaft verloren geht. Angesichts zunehmender Trockenheit, sinkender Grundwasserstände und des Nährstoffbedarfs der Böden bietet sich die Nutzung von gereinigtem Abwasser als Bestandteil eines nachhaltigen Wasser- und Landmanagements in der Region Berlin-Brandenburg an. mehr info

Kommunikations- und Wissensdynamiken im Raum

Stadtquartiere sehen sich immer stärker einem Wandlungsdruck ausgesetzt, der durch Entwicklungen von Warenproduktion, -konsumption und -transport erzeugt wird. Die Bestellung und Lieferung von Waren hat enorm zugenommen und umfasst neben klassischen Waren des mittel- und langfristigen Bedarfs auch immer stärker die Versorgung mit Lebensmitteln. Die dadurch entstehenden kleinteiligen Sendungsstrukturen, aber auch das Mengenwachstums des Sendungsvolumens stellen eine Herausforderung für die Städte dar. Auf der einen Seite entstehen Umweltbelastungen durch Schadstoffausstoß der Lieferfahrzeuge, zum anderen hemmen diese den Verkehrsfluss und erzeugen Gefahrensituationen. Das BMBF-Forschungsprojekt „Stadtquartier 4.0“ soll Auswege und Lösungsmöglichkeiten für Städte und Stadtquartiere aufzeigen und erproben. mehr info

Die Europäische Kommission konstatiert in ihrem Bericht „Social innovation research in the European Union“ (EU 2013) einen Mangel an Forschungen zu sozialen Innovationen in ländlichen Regionen. RurAction füllt diese Forschungslücke. Das Forschungs- und Ausbildungsnetzwerk bringt renommierte Wissenschaftler und erfahrene Praktiker aus Bereichen der sozialwissenschaftlichen Raumforschung, der sozialen Innovationsforschung und des sozialen Unternehmertums zusammen, um zu erforschen, wie in strukturschwachen ländlichen Regionen sozial-innovative Lösungen für bestehende Problemlagen entwickelt werden. mehr info

Moderne Gesellschaften werden heute Innovationsgesellschaften, in denen Innovationen die dominante treibende Kraft der Entwicklung bildet. Produziert und reproduziert werden diese heute vor allem in Innovationsfeldern, die durch die Interaktion von Akteuren in Bezug auf spezielle Themen (beispielsweise Elektromobilität oder die Regulierung von Banken) konstituiert werden. Innovation wird im Zuge dieser Entwicklung zunehmend reflexiv, also selbst zum Ziel und Zweck gesellschaftlichen Handelns. Diese Reflexivität ist der zentrale Fokus des Graduiertenkollegs in seiner von der DFG bewilligten zweiten Phase, die von Oktober 2016 bis März 2021 angesetzt ist. mehr info

In weiten Teilen Europas sind strukturschwache ländliche Regionen mit ähnlichen Problemen konfrontiert. Die wirtschaftliche Produktivität ist gering, ebenso das Angebot an qualifizierten Arbeitsplätzen. Bildungs- und kulturelle Angebote können in diesen Regionen nicht in dem Maße vorhanden sein wie in Agglomerationsräumen. RurInno setzt an dieser Stelle an. Es bringt Forscher und Praktiker aus zwei Forschungseinrichtungen und aus vier – in ländlichen Räumen arbeitenden – Sozialunternehmen zusammen, die gemeinsam drei Ziele verfolgen: Zum ersten den Wissensaustausch zwischen Forschung und Praxis zu fördern, zum zweiten das empirische Wissen über Bedingungen für soziale Innovationen im ländlichen Raum zu verbessern und zum dritten die Sichtbarkeit der Arbeit der sozialen Unternehmen in Politik und Gesellschaft zu erhöhen. mehr info

Das BMBF Forschungsprojekt „Crowd Production“ leistete einen Beitrag zur Entwicklung von Bischofswerda und zur Erforschung von Innovationsprozessen. Das IRS war für das Teilprojekt „Wissenschaftliche Konzeption und Begleitung der Zukunftswerkstatt Bischofswerda sowie Evaluation des Gesamtprozesses“ zuständig. mehr info

Das Leitprojekt erforscht Landgemeinden in strukturschwachen ländlichen Regionen, in denen Bürger sowie gesellschaftliche Akteure aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft kreative Projekte zur Lösung ihrer lokalen Problemlagen entwickelt haben. Ziel der Forschung im Leitprojekt ist die Analyse solcher innovativen Projekte. Das Spektrum des bürgerschaftlichen Engagements in den ausgewählten Landgemeinden umfasst die Bereiche regenerative Energien, Nahversorgung sowie Kunst und Kultur. mehr info

In Deutschland werden Zwischennutzungen in unterschiedlichen funktionalen und räumlichen Kontexten strategisch in Prozesse der Stadtentwicklung eingebunden, um neue Entwicklungsperspektiven für leerstehende Flächen, Gebäude und schließlich ganze Quartiere zu initiieren. Wie kommt es zur Entstehung, Verbreitung und schließlich zur Etablierung solch neuartiger Planungsansätze? In seiner Dissertation untersucht Thomas Honeck diese Fragen anhand des empirischen Gegenstandes der Zwischennutzung im deutschen Planungssystem. mehr info

Das Projekt befasste sich mit Raumpionieren, die in sozial benachteiligten Stadtquartieren versuchen, neuartige, sozial-innovative Projekte entweder selbst zu entwickeln oder aber neue Projekte von andernorts aufzugreifen, zu modifizieren und vor Ort mit dem Ziel der Verbesserung von Lebensqualität umzusetzen. Die Akteure sind mit ihrem sozial-innovativ und reflexiv angelegten Handeln potenzielle Motoren für die Quartiersentwicklung. Das Projekt knüpfte an Diskussionen um zivilgesellschaftliches Engagement und Konfliktbeziehungen zwischen Akteuren der Bottom-up- und Top-down-Ebene in der Raumentwicklung an. mehr info

Im Modellprojekt des Förderprogramms „Zusammenhalt durch Teilhabe“ des Bundesministeriums des Innern, ging es darum, auf ländliche Räume angepasste, innovative Medienstrategien, Kommunikations- wie auch Interaktionsformen zu entwickeln, zu etablieren und zu verbreiten, um auf diesem Wege demokratisches Engagement, Partizipation und Kreativität zu wecken. Das IRS unterstützte die Projektdurchführung mittels der Aufarbeitung des Forschungsstandes zu zivilgesellschaftlichem Engagement, Teilhabe und Kommunikation in ländlichen Regionen. mehr info

Regenerierung von Städten

Das Forschungsprojekt widmet sich am Beispiel von Regionen in Ghana und Indonesien aktuellen Umweltveränderungen, die auf die Küstengebiete ein- und rückwirken und setzt diese in Beziehung zu den sich ebenfalls verändernden Migrations- und Mobilitätsmustern. Ein besonderes Forschungsinteresse des Teilprojektes am IRS liegt in der Betrachtung von migrant trajectories, die unter anderem durch migration industries gespeist werden. mehr info

Historische Forschungsstelle

Anhand vieler Beispiele untersuchen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Varianten des Architekturexports der DDR und die Wechselwirkungen mit Entwicklungen in Westdeutschland. Neben der Erfassung von ausgeführten Objekten stehen die Gestaltungsparadigmen der Bauten, die Anpassungsleistungen und Konflikte im Verhältnis zu den Partnerländern sowie die Rückwirkungen der Auslandsvorhaben auf DDR-Akteure und –debatten im Fokus. mehr info

Die Diskussion über den Erhalt, Abriss oder Umbaumaßnahmen des gebauten Erbes der ‚autogerechten Stadt‘ erfährt gerade unter den sich verändernden Mobilitätsentwicklungen in den Städten eine neue Aktualität und wird auch breit in den Medien debattiert und illustriert. Ziel des Dissertationsvorhabens von Lisa Kreft ist es, den widersprüchlichen und komplexen historischen Fachdiskurs mit seinen Ebenen vergleichend zu analysieren, um Argumentationspfade zu identifizieren und damit ein besseres Verständnis für die aktuellen Debatten zu gewinnen. mehr info

Die Entwicklung europäischer Städte nach 1945 wurde entscheidend von den Raumansprüchen des Automobilverkehrs und den damit verbundenen Mobilitätsmustern bestimmt. Dabei kam es zu einer widersprüchlichen Entwicklung: Während das planerische Leitbild der „autogerechten Stadt“ spätestens seit den 1970er Jahren zunehmend an Wirkungskraft verlor, nahmen Mobilität und insbesondere der städtische Autoverkehr vielerorts weiterhin zu. Das Leitprojekt untersucht in mehreren Fallstudien zentrale, bisher nicht erforschte Widersprüche innerhalb dieser Entwicklung in historischer Perspektive. Zentrale Analyseperspektiven betreffen die Rolle kommunaler Akteure, Planer und der Öffentlichkeit, die Überformung des Gebäudebestands durch Ausbauprojekte von Straßen sowie den Zusammenhang zwischen Autoverkehr und städtischer Freiraumgestaltung. mehr info

Das Leitprojekt analysierte die Fragen nach politischen Planungen, gesellschaftlichen Nutzungen und Aneignungsformen von Freiräumen in Ost- und Westdeutschland für die Zeit von 1945 bis 1989 in mehreren komparativen Fallstudien anhand von Fragenkomplexe zu Urbanisierungsstrategien, Planerpersönlichkeiten und Netzwerke sowie Herrschaft und Öffentlichkeit. Urbane Freiräume erfüllen eine Vielzahl gesellschaftlicher Aufgaben. Sie sichern städtische Lebens- und Umweltqualitäten und dienen sowohl als Orte staatlicher Repräsentation und Kontrolle wie auch als soziale Kommunikationsräume. Aufgrund dieser Multifunktionalität besitzen Freiräume in der Stadt- und Regionalentwicklung eine besondere strategische Bedeutung, z.B. in ihrer Funktion als Potenzial gegen eine (übermäßige) Verdichtung städtischer Siedlungsstrukturen. Umgekehrt spiegelt und beschleunigt die Aneignung städtischer öffentlicher Räume durch die Bürger gesellschaftliche Wandlungsprozesse – im Alltag wie auch speziell in Phasen politischer Mobilisierung. mehr info