Forschungsthema NEUE SOZIALE PRAKTIKEN

Innovationen werden häufig auf die Aspekte der technischen Neuerung reduziert und ihre Durchsetzung wird mit Markteintritt gleichgesetzt. Der neuere Begriff der "sozialen Innovation" bezeichnet innovative gesellschafts-politische Neuerungen nicht-technischer Natur, oft mit einer normativen Orientierung die sie außerhalb der Marktlogik sieht. Die Untersuchung von Neuen Sozialen Praktiken am IRS zielt explizit auf die Überwindung dieses bis heute gepflegten sektoralen Verständnisses von Innovation (technisch, ökonomisch, sozial). Der Begriff der sozialen Innovation wird nicht normativ verwendet, gleichwohl wird anerkannt, dass in jedem Innovationsprozess auch der "Wert" der Innovation zur Aushandlung steht. In den IRS-Forschungen wird ein Verständnis von Innovationen als sozial-kulturell eingebetteten Prozessen zugrunde gelegt, in denen neue und bestehende technische Lösungen, Geschäftsmodelle und sozial-kulturelle Praktiken miteinander (re-)kombiniert werden. Zu den Schwerpunkten der Untersuchungen zählen die Rolle von Raumpionieren bei der Veränderung von ländlichen und städtischen Räumen, die Aneignung von städtischen Räumen jenseits der vorgedachten Nutzung durch soziale Gruppen, die Entstehung und Durchsetzung neuer Praktiken im Feld von Politik und Planung sowie neue Formen und Orte der Partizipation von Bürgerinnen und Bürgern an Prozessen der Forschung und Entwicklung.

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Aktuelles
11. Juli | 2018

Die internationale Forschung zu Energiewenden ist so vielfältig wie das Phänomen selbst. So wie sich die Herausforderungen und Konflikte in den jeweiligen Energiewenden unterscheiden, so unterscheiden sich die sie analysierenden Forschungsperspektiven. Und trotzdem oder gerade deshalb – so lautet das durchweg positive Fazit der ersten internationalen Konferenz des Leibniz-Forschungsverbundes Energiewende (LVE) – sind die Diskussionen über Fragestellungen und empirische Gegenstände in einem internationalen Setting besonders fruchtbar. Unter dem Titel „Breaking the Rules! Energy Transitions as Social Innovations“ fanden sich am 14. und 15. Juni 2018 etwa 180 Wissenschaftler/-innen im Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) ein, um ihre Sichtweisen auf die Energiewenden, ihre Forschungsergebnisse oder Projektideen zu präsentieren und miteinander zu diskutieren. Schwerpunkt der Konferenz war die soziale Dimension der Energiewende und ihrer gesellschaftlichen Erfolgsfaktoren. mehr Info

Aktuelles
04. Juni | 2018
Seminar zu ländlichen Räumen in Deutschland in Rogatschow (Belarus)

Viele strukturschwache ländliche Regionen in Deutschland und Europa sind geprägt von demografischen, wirtschaftlichen und sozial-kulturellen Herausforderungen – darunter unter anderem die Sicherung der Daseinsvorsorge, der Umgang mit leerstehenden Gebäuden oder die Vitalisierung des rückläufigen Vereinslebens. Um Wissen und Erfahrungen mit belarussischen Experten der ländlichen Entwicklung zu teilen und innovative Ansätze für eine nachhaltige Entwicklung ländlicher Räume zu diskutieren, hat Dr. Tobias Federwisch am 19.04.2018 in Rogatschow (Belarus) ein Seminar mit dem Titel „Ländliche Räume in Deutschland. Innovative Impulse für eine nachhaltige Entwicklung“ durchgeführt. mehr Info