Forschungsthema NEUE SOZIALE PRAKTIKEN

Innovationen werden häufig auf die Aspekte der technischen Neuerung reduziert und ihre Durchsetzung wird mit Markteintritt gleichgesetzt. Der neuere Begriff der "sozialen Innovation" bezeichnet innovative gesellschafts-politische Neuerungen nicht-technischer Natur, oft mit einer normativen Orientierung die sie außerhalb der Marktlogik sieht. Die Untersuchung von Neuen Sozialen Praktiken am IRS zielt explizit auf die Überwindung dieses bis heute gepflegten sektoralen Verständnisses von Innovation (technisch, ökonomisch, sozial). Der Begriff der sozialen Innovation wird nicht normativ verwendet, gleichwohl wird anerkannt, dass in jedem Innovationsprozess auch der "Wert" der Innovation zur Aushandlung steht. In den IRS-Forschungen wird ein Verständnis von Innovationen als sozial-kulturell eingebetteten Prozessen zugrunde gelegt, in denen neue und bestehende technische Lösungen, Geschäftsmodelle und sozial-kulturelle Praktiken miteinander (re-)kombiniert werden. Zu den Schwerpunkten der Untersuchungen zählen die Rolle von Raumpionieren bei der Veränderung von ländlichen und städtischen Räumen, die Aneignung von städtischen Räumen jenseits der vorgedachten Nutzung durch soziale Gruppen, die Entstehung und Durchsetzung neuer Praktiken im Feld von Politik und Planung sowie neue Formen und Orte der Partizipation von Bürgerinnen und Bürgern an Prozessen der Forschung und Entwicklung.

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Aktuelles
23. April | 2018
Seminar zu Sozialunternehmertum in ländlichen Regionen

In einem IRS Seminar am 18. April 2018 stellte Dr. Richard Lang, Assistant Professor am Institut für Innovationsmanagement (IFI) der Johannes-Kepler-Universität Linz, ein Mehrebenenmodell für Sozialunternehmen und deren institutionelles Umfeld in ländlichen Regionen vor. Lang entwickelte das Modell gemeinsam mit Prof. Matthias Fink (IFI). Dabei griffen sie auf Konzepte aus regionaler und ländlicher Entwicklung, aus Forschungen zu Sozialunternehmen, Innovationen, Sozialkapital sowie aus der Netzwerkforschung zurück. Empirisch stützt sich das Modell auf Feldforschungen im Kontext des EU-Projekts „RurInno“, in welchem das IFI und das IRS die leitenden akademischen Partner sind. Das Seminar fand als Teil eines Gastaufenthalts von Lang zwischen dem 16. und 20. April 2018 statt. mehr Info

Aktuelles
22. März | 2018
Aufsatz zu Sozialunternehmen in ländlichen Räumen im "Journal of Rural Studies"

Obgleich Sozialunternehmen einhellig die Fähigkeit zugesprochen wird, neuartige Lösungen für soziale Problemlagen in ländlichen Räumen zu entwickeln und zu etablieren, bestehen in der Forschung noch große Wissenslücken zu den Fragen, wie deren innovative Praxis genau aussieht und welche Charakteristika ihrer unternehmerischen Tätigkeit sie in besonderem Maße zur Problemlösung qualifiziert. Basierend auf Forschungen im EU-Projekt "RurInno" hat Dr. Ralph Richter diese Desiderate in einem Aufsatz im „Journal of Rural Studies“ adressiert. mehr Info

Konferenz
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21. Juni | 2018 - 22. Juni | 2018
Intercultural Transfer, Circulation and Appropriations of Architecture in the Cold War Period

After WW II, architecture was used and misused as an ideological signifier for competing systems and for new national identities. Diverse actors and networks took part in architectural exchange within the blocks and beyond the Iron Curtain. Different aid projects posed an attempt to overcome political and economic divides, but at the same time they were often considered as foreign imposition or neo-colonial practice. Tensions between commercial interests and solidarity arose. mehr Info