Forschungsthema NEUE SOZIALE PRAKTIKEN

Innovationen werden häufig auf die Aspekte der technischen Neuerung reduziert und ihre Durchsetzung wird mit Markteintritt gleichgesetzt. Der neuere Begriff der "sozialen Innovation" bezeichnet innovative gesellschafts-politische Neuerungen nicht-technischer Natur, oft mit einer normativen Orientierung die sie außerhalb der Marktlogik sieht. Die Untersuchung von Neuen Sozialen Praktiken am IRS zielt explizit auf die Überwindung dieses bis heute gepflegten sektoralen Verständnisses von Innovation (technisch, ökonomisch, sozial). Der Begriff der sozialen Innovation wird nicht normativ verwendet, gleichwohl wird anerkannt, dass in jedem Innovationsprozess auch der "Wert" der Innovation zur Aushandlung steht. In den IRS-Forschungen wird ein Verständnis von Innovationen als sozial-kulturell eingebetteten Prozessen zugrunde gelegt, in denen neue und bestehende technische Lösungen, Geschäftsmodelle und sozial-kulturelle Praktiken miteinander (re-)kombiniert werden. Zu den Schwerpunkten der Untersuchungen zählen die Rolle von Raumpionieren bei der Veränderung von ländlichen und städtischen Räumen, die Aneignung von städtischen Räumen jenseits der vorgedachten Nutzung durch soziale Gruppen, die Entstehung und Durchsetzung neuer Praktiken im Feld von Politik und Planung sowie neue Formen und Orte der Partizipation von Bürgerinnen und Bürgern an Prozessen der Forschung und Entwicklung.

Aktuelles
18. Januar | 2018

Die Forschungsabteilung „Kommunikations- und Wissensdynamiken im Raum“ hat beginnend mit dem Forschungsprogramm 2015-2018 ein Forschungscluster zum Themenfeld „Soziale Innovationen in ländlichen Räumen“ aufgebaut. Teil des Clusters, in dem die besonderen Herausforderungen strukturschwacher, marginalisierter ländlicher Regionen und kreative, innovative Lösungsmöglichkeiten im Mittelpunkt stehen, sind auch die beiden vom IRS koordinierten EU-Projekte „RurInno“ (2016-2018) und „RurAction“ (2016-2020). Sie fokussieren auf das Wirken von Sozialunternehmen in unterschiedlichen Regionen Europas und setzen auf eine strukturierte Zusammenarbeit von Wissenschaft und Praxis. Als Lead-Partner beider Projekte war das IRS federführend an der Ausrichtung beider Konferenzen Anfang Dezember 2017 an der Adam-Mickiewicz-Universität Poznań in Polen beteiligt. mehr Info

Aktuelles
14. Dezember | 2017

Die Europäische Union hat eine Vielzahl von Programmen aufgelegt, über die kleine und mittlere Unternehmen – und damit auch Sozialunternehmen – Fördermittel erhalten können. In der Praxis stehen die Unternehmen aber vor großen Herausforderungen, diese Möglichkeiten nutzbar zu machen. Dazu zählen beispielsweise Vorfinanzierungsverpflichtungen, mangelnde Passfähigkeit der Förderstrukturen zu unternehmerischen Zielen und Abläufen sowie Informationsdefizite. Diese Herausforderungen adressierte ein Workshop, der am 30.11.2017 im IRS stattfand und vom IRS-geleiteten EU-Forschungsprojekt „RurInno“ gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung Brandenburg und dem Enterprise Europe Network ausgerichtet wurde. mehr Info

Transferveranstaltung
25. Januar | 2018

In vielen Orten entwickeln Menschen sozial-innovative Ansätze, um den lokalen Herausforderungen zu begegnen. Nicht selten brauchen sie aber Unterstützung, um Projekte zu starten oder den Anforderungen der Projektarbeit gerecht zu werden. Die Veranstaltung beschäftigt sich mit Förderstrategien und Förderstrukturen für soziale Innovationen auf dem Land. Dabei kommen Wissenschaftler und Förderer zu Wort und beantworten die Frage, auf welche vielfältige Weise neuartige Ansätze und Engagement unterstützt werden können. mehr Info