ForschungsthemaNEUE SOZIALE PRAKTIKEN

Innovationen werden häufig auf die Aspekte der technischen Neuerung reduziert und ihre Durchsetzung wird mit Markteintritt gleichgesetzt. Der neuere Begriff der "sozialen Innovation" bezeichnet innovative gesellschafts-politische Neuerungen nicht-technischer Natur, oft mit einer normativen Orientierung die sie außerhalb der Marktlogik sieht. Die Untersuchung von Neuen Sozialen Praktiken am IRS zielt explizit auf die Überwindung dieses bis heute gepflegten sektoralen Verständnisses von Innovation (technisch, ökonomisch, sozial). Der Begriff der sozialen Innovation wird nicht normativ verwendet, gleichwohl wird anerkannt, dass in jedem Innovationsprozess auch der "Wert" der Innovation zur Aushandlung steht. In den IRS-Forschungen wird ein Verständnis von Innovationen als sozial-kulturell eingebetteten Prozessen zugrunde gelegt, in denen neue und bestehende technische Lösungen, Geschäftsmodelle und sozial-kulturelle Praktiken miteinander (re-)kombiniert werden. Zu den Schwerpunkten der Untersuchungen zählen die Rolle von Raumpionier*innen bei der Veränderung von ländlichen und städtischen Räumen, die Aneignung von städtischen Räumen jenseits der vorgedachten Nutzung durch soziale Gruppen, die Entstehung und Durchsetzung neuer Praktiken im Feld von Politik und Planung sowie neue Formen und Orte der Partizipation von Bürgerinnen und Bürgern an Prozessen der Forschung und Entwicklung.

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Aktuelles
12. Februar | 2021

Coworking Spaces, FabLabs und Maker Spaces waren bisher überwiegend in großen Städten zu finden. Doch derartige "kollaborative Arbeitsorte" werden zunehmend auch im ländlichen Raum eingerichtet, wo sie Zugänge zu Digitaltechnologien und anderen Arbeitsressourcen bereitstellen. Ein neues EU-finanziertes Innovative Training Network (ITN) untersucht nun die Wirkungen solcher Orte. Das IRS ist mit seiner Forschungsabteilung "Dynamiken von Wirtschaftsräumen" beteiligt. mehr Info

Aktuelles
16. Juli | 2019

Vor wenigen Tagen berichtete die von der Bundesregierung eingesetzte Kommission „Gleichwertige Lebensverhältnisse“ von erheblichen regionalen Unterschieden. Vor allem ländliche Regionen leiden demnach unter vergleichsweise schlechten Bildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten, geringeren Einkommen und einer schlechten Versorgung mit öffentlichen und privaten Dienstleistungen. Dieser Befund lässt sich auf ländliche Regionen vieler europäischer Länder übertragen. In vielen Regionen ist der Wegfall von Arztpraxen, Dorfläden, Schulen und öffentlichen Ansprechpartnern und Angeboten zu beobachten. In dieser Situation ruhen Erwartungen auf einem relativ neuen Akteurstyp, den sogenannten Sozialunternehmen. In einem neu erschienenen Buch werden Sozialunternehmen und ihre Rolle in ländlichen Räumen beleuchtet. mehr Info