Forschungsthema KONZEPTIONELLE ZUGÄNGE ZU KRISE UND RESILIENZ

Krisenerscheinungen stellen gesellschaftliche Akteure vor die Aufgabe, Lösungen zu finden und Resilienz aufzubauen. Krisen wie auch Resilienzbildungen haben dabei in aller Regel sozio-räumliche Implikationen, die bislang nur unsystematisch betrachtet wurden. Am IRS werden die Begriffe der Krise, aber auch der Vulnerabilität und der Resilienz systematisch aus sozialwissenschaftlicher Perspektive und im Hinblick auf sozio-räumliche Dimensionen betrachtet. Ausgehend von sozialkonstruktivistischen Annahmen und einer relationalen Raumtheorie werden gesellschaftliche Wahrnehmungsweisen wie auch soziale Praktiken der Verarbeitung von Gefährdungen in theoretischer Hinsicht konzeptualisiert, um bisherige Ansätze zu Krisen und Resilienz zu erweitern und für die zukünftige sozialwissenschaftliche Raumforschung fruchtbar zu machen.

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Aktuelles
18. Januar | 2018

Vulnerabilität und Resilienz sind seit rund 50 Jahren etablierte Konzepte, um die Bedrohungen und Schutzmechanismen von unterschiedlichsten Systemen zu analysieren. Vielfältige Anwendung finden sie beispielsweise in der Erforschung von Gefährdungen durch Naturkatastrophen, aber auch in Bezug auf wirtschaftliche, politische oder soziale Krisen. Moderne sozialwissenschaftliche Perspektiven auf Vulnerabilität und Resilienz betonen, dass Gefahren keine objektiv bestimmbaren Größen sind, sondern Systeme ¬– etwa Gesellschaften, Personen oder Städte – durch interne Faktoren individuell unterschiedlich vulnerabel gegenüber der „gleichen“ Gefahr sind. Ein Special Issue des „International Journal of Mass Emergencies and Disasters“, das von Prof. Margarethe Kusenbach (University of South Florida) und Prof. Gabriela Christmann (IRS) herausgegeben wurde, wirft nun einen detaillierten Blick auf den Zusammenhang von sozialer Marginalisierung und Gefährdung. mehr Info

Aktuelles
06. November | 2017

Im Sommer 1997 wüten die Hochwasserwellen zunächst in Schlesien, bevor sie schließlich den deutsch-polnischen Grenzraum erreichen. Auf beiden Seiten der Oder waren scheinbar ähnliche Herausforderungen durch das „Naturereignis“ zu bewältigen. Doch wie geht man auf beiden Seiten der Oder mit Herausforderungen wie diesen um? Die Historie des Flusses lässt auf eine Vielfalt von Lebenswelten an der Oder schließen. Gibt es kulturelle Unterschiede? Hatten die Ereignisse selbst gesellschaftliche und kulturelle Veränderungen zur Folge? Ist die vermeintlich „natürliche“ Barriere der Oder in Zeiten intensiver transnationaler Kommunikation überhaupt auch eine kulturelle? Zu diesen Fragestellungen diskutierten am 3. November 2017 die Organisatoren um Kamil Bembnista und Dr. Thorsten Heimann mit der Literaturwissenschaftlerin Dr. Anna Barcz, dem taz-Journalisten und Autor Uwe Rada und dem Theater- und Dokumentarfilmregisseur Tobias Lenel. mehr Info