Projekte zum Forschungsthema "Innovationsprozesse in raum-zeitlicher Perspektive"

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des IRS forschen aus unterschiedlichen Perspektiven in ihren Forschungsabteilungen an dem Querschnittsthema "Innovationsprozesse in raum-zeitlicher Perspektive". Folgende laufenden und abgeschlossenen Projekte tragen zu diesem Thema bei:

Direktorat

Befunde aus der empirischen Raumforschung zeigen, dass es oft bestimmte Personen sind, die eine maßgebliche Rolle spielen, wenn es darum geht, Prozesse und Initiativen des sozio-räumlichen Wandels voranzubringen. Inspiriert von Konzepten, in denen die Fähigkeiten von politischen Leitfiguren, Führungsfiguren in Organisationen oder Unternehmerfiguren charakterisiert werden, hat das Team einen originären Ansatz zu Charakterisierung von Schlüsselfiguren vorgeschlagen, in dem vier Dimensionen unterschieden werden. mehr info

Dynamiken von Wirtschaftsräumen

In seinem Dissertationsvorhaben untersucht Lukas Vogelgsang den Einfluss von Routinen und Improvisation auf Organsationsprozesse. Die Arbeit, im Schnittfeld von Management und Wirtschaftsgeographie angesiedelt ist, hinterfragt damit den Zusammenhang zwischen Routinisierungen und Unsicherheit. Vogelgsang argumentiert, dass manche Routinen Unsicherheiten nicht verringern, sondern reproduzieren. Als Ergebnis des Qualifizierungsprojekts soll das Konzept einer Offenen Routine stehen. mehr info

Das Forschungsprojekt ist Teil der interdisziplinären, DFG-Forschergruppe „Organisierte Kreativität: Praktiken der Induktion von und Umgang mit Unsicherheit“. Die empirische Analyse eines ästhetischen und eines wissenschaftlichen Feldes – Musik- und Pharmaindustrie – ermöglicht die Zusammenarbeit innerhalb der Forschergruppe auch über verschiedene Projekte hinweg. Das Projektteam am IRS legt den Fokus auf die verschiedenen Modi von Governance und die damit verbundenen Typen von Unsicherheit in kreativer pharmazeutischer Arbeit. mehr info

Während des letzten Jahrzehnts ist vor allem in westlichen Industrieländern aber auch drüber hinaus eine große Bandbreite von Orte für kreatives Arbeiten, Basteln und Experimentieren aber auch für freischaffendes Arbeiten gegründet worden. Ziel des 2015 gestarteten BMBF-Projekts „Open Creative Labs in Deutschland“ ist, diese Orte in den Metropolregionen Deutschlands zu identifizieren und hinsichtlich ihrer Typisierung, räumlichen Verteilung und Bedeutung für Städte und Regionen zu analysieren. mehr info

Dieses Leitprojekt zielte auf einen systematischen Vergleich von Innovationsverläufen ab, die unterschiedliche Quellen für Innovation in Wert setzen. Zur Erfassung unterschiedlicher Innovationsverläufe haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler qualitative Fallstudien in Form von Innovationsbiographien erhoben. Die Forschungen haben deutlich gezeigt, dass Innovationsprozesse einen ausgeprägt multi-lokalen Charakter haben. In keiner der Fallstudien ist der Prozess im Rahmen territorialer Grenzen geblieben. Vielmehr konnte gezeigt werden, dass unterschiedliche Phasen im Innovationsprozess unterschiedliche räumliche Anforderungen stellen. mehr info

Institutionenwandel und regionale Gemeinschaftsgüter

Städte verursachen weltweit etwa 70 Prozent der Treibhausgasemissionen, sind aber auch besonders stark von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen. Insbesondere extreme Wetterereignisse wie Starkregen, Hochwässer und Hitzewellen haben hohe Sachschäden zur Folge und wirken sich – aufgrund inadäquater Verhaltensweisen in Gefahrenlagen und mangelnder Vorsorge – negativ auf die Gesundheit der Bewohnerinnen und Bewohner aus. Das BMBF-Forschungsprojekt „Urbane Resilienz gegenüber extremen Wetterereignissen - Typologien und Transfer von Anpassungsstrategien in kleinen Großstädten und Mittelstädten“ (ExTrass) verfolgt das Ziel, die Resilienz der Städte in enger Zusammenarbeit mit Stadtverwaltungen, Strukturen des Bevölkerungsschutzes und der Zivilgesellschaft messbar zu stärken. mehr info

Ziel der ARL-Arbeitsgruppe ist es, Innovationen im Planungssystem zu eruieren, die sich aus den praktischen Erfahrungen mit regionaler Steuerung der Energiewende in Nordostdeutschland in den letzten Jahren ergeben haben. mehr info

While the German energy transition, Energiewende, is often portrayed as a rural phenomenon, it is widely recognised that the reconfiguration of urban energy systems is a key strategy of climate change mitigation. Thus, there has been a politics revolving about issues how to readjust these systems both technologically and organisationally. In many German cities, debates about to which end urban energy grids should be run, resulted in conflicts about deprivatising urban energy systems – either through state or cooperative ownership. This dissertation project focusses on the cities of Berlin and Hamburg both of which have experienced major conflicts about the future of the city's energy grid and provision. mehr info

Kommunikations- und Wissensdynamiken im Raum

Die Europäische Kommission konstatiert in ihrem Bericht „Social innovation research in the European Union“ (EU 2013) einen Mangel an Forschungen zu sozialen Innovationen in ländlichen Regionen. RurAction füllt diese Forschungslücke. Das Forschungs- und Ausbildungsnetzwerk bringt renommierte Wissenschaftler und erfahrene Praktiker aus Bereichen der sozialwissenschaftlichen Raumforschung, der sozialen Innovationsforschung und des sozialen Unternehmertums zusammen, um zu erforschen, wie in strukturschwachen ländlichen Regionen sozial-innovative Lösungen für bestehende Problemlagen entwickelt werden. mehr info

Moderne Gesellschaften werden heute Innovationsgesellschaften, in denen Innovationen die dominante treibende Kraft der Entwicklung bildet. Produziert und reproduziert werden diese heute vor allem in Innovationsfeldern, die durch die Interaktion von Akteuren in Bezug auf spezielle Themen (beispielsweise Elektromobilität oder die Regulierung von Banken) konstituiert werden. Innovation wird im Zuge dieser Entwicklung zunehmend reflexiv, also selbst zum Ziel und Zweck gesellschaftlichen Handelns. Diese Reflexivität ist der zentrale Fokus des Graduiertenkollegs in seiner von der DFG bewilligten zweiten Phase, die von Oktober 2016 bis März 2021 angesetzt ist. mehr info

In weiten Teilen Europas sind strukturschwache ländliche Regionen mit ähnlichen Problemen konfrontiert. Die wirtschaftliche Produktivität ist gering, ebenso das Angebot an qualifizierten Arbeitsplätzen. Bildungs- und kulturelle Angebote können in diesen Regionen nicht in dem Maße vorhanden sein wie in Agglomerationsräumen. RurInno setzt an dieser Stelle an. Es bringt Forscher und Praktiker aus zwei Forschungseinrichtungen und aus vier – in ländlichen Räumen arbeitenden – Sozialunternehmen zusammen, die gemeinsam drei Ziele verfolgen: Zum ersten den Wissensaustausch zwischen Forschung und Praxis zu fördern, zum zweiten das empirische Wissen über Bedingungen für soziale Innovationen im ländlichen Raum zu verbessern und zum dritten die Sichtbarkeit der Arbeit der sozialen Unternehmen in Politik und Gesellschaft zu erhöhen. mehr info

Das Leitprojekt erforscht Landgemeinden in strukturschwachen ländlichen Regionen, in denen Bürger sowie gesellschaftliche Akteure aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft kreative Projekte zur Lösung ihrer lokalen Problemlagen entwickelt haben. Ziel der Forschung im Leitprojekt ist die Analyse solcher innovativen Projekte. Das Spektrum des bürgerschaftlichen Engagements in den ausgewählten Landgemeinden umfasst die Bereiche regenerative Energien, Nahversorgung sowie Kunst und Kultur. mehr info

In Deutschland werden Zwischennutzungen in unterschiedlichen funktionalen und räumlichen Kontexten strategisch in Prozesse der Stadtentwicklung eingebunden, um neue Entwicklungsperspektiven für leerstehende Flächen, Gebäude und schließlich ganze Quartiere zu initiieren. Wie kommt es zur Entstehung, Verbreitung und schließlich zur Etablierung solch neuartiger Planungsansätze? In seiner Dissertation untersucht Thomas Honeck diese Fragen anhand des empirischen Gegenstandes der Zwischennutzung im deutschen Planungssystem. mehr info

Das Projekt befasste sich mit Raumpionieren, die in sozial benachteiligten Stadtquartieren versuchen, neuartige, sozial-innovative Projekte entweder selbst zu entwickeln oder aber neue Projekte von andernorts aufzugreifen, zu modifizieren und vor Ort mit dem Ziel der Verbesserung von Lebensqualität umzusetzen. Die Akteure sind mit ihrem sozial-innovativ und reflexiv angelegten Handeln potenzielle Motoren für die Quartiersentwicklung. Das Projekt knüpfte an Diskussionen um zivilgesellschaftliches Engagement und Konfliktbeziehungen zwischen Akteuren der Bottom-up- und Top-down-Ebene in der Raumentwicklung an. mehr info

Im Modellprojekt des Förderprogramms „Zusammenhalt durch Teilhabe“ des Bundesministeriums des Innern, ging es darum, auf ländliche Räume angepasste, innovative Medienstrategien, Kommunikations- wie auch Interaktionsformen zu entwickeln, zu etablieren und zu verbreiten, um auf diesem Wege demokratisches Engagement, Partizipation und Kreativität zu wecken. Das IRS unterstützte die Projektdurchführung mittels der Aufarbeitung des Forschungsstandes zu zivilgesellschaftlichem Engagement, Teilhabe und Kommunikation in ländlichen Regionen. mehr info