Projekte zum Forschungsthema "Geteiltes Wissen - lokal und über Distanz"

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des IRS forschen aus unterschiedlichen Perspektiven in ihren Forschungsabteilungen an dem Querschnittsthema "Geteiltes Wissen - lokal und über Distanz". Folgende laufenden und abgeschlossenen Projekte tragen zu diesem Thema bei:

Dynamiken von Wirtschaftsräumen

In his dissertation project, Andreas Kuebart researches the phenomenon of seed accelerators from the perspective of relational economic geography. The project aims to study seed accelerators as interfaces between newly created business on the one hand and specialized expertise mobilized in dense local and trans-local communities, social capital that resides in strategic networks and sub-sequent venture capital investments on the other. The rapid spread of the concept of seed accelerators itself show the relevance of establishing new ventures for the digital age, while this topic has been missing on the radar of economic geography so far. mehr info

Gegenstand des Leitprojekts sind neue, offene Orte kreativer Wissensarbeit, die gegenwärtig unter verschiedenen Namen, wie z.B. Fab Labs, Coworking Spaces oder Maker Spaces, firmieren. Sie haben gemeinsam, dass sie dauerhafte Organisationen sind, die Arbeitsräume und technische Infrastrukturen temporär an Nutzer vergeben und dabei eine hohe soziale (und kuratierte) Offenheit aufweisen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen solche Orte als „lokale Anker“, da Ideen in ihnen für eine bestimmte Zeit weiterentwickelt werden, ohne diese zwangsläufig langfristig an den Ort zu binden. mehr info

Das Promotionsvorhaben von Oliver Koczy befasst sich mit Innovationsprozessen in der Planung. Anhand des Stadt- und Quartiersentwicklungsverfahrens „Quartiersmanagement“ wird untersucht, wie sich vormals neuartige Verfahren und Instrumente in der Planungspraxis nach ihrer Durchsetzung und Institutionalisierung in Normen und Rechtsgrundlagen weiterhin transformieren. Es sollen Prozesse nachgewiesen werden, bei denen Innovationen bzw. ihre Elemente in andere Kontexte ausstrahlen. mehr info

Das IRS erstellte in Zusammenarbeit mit dem Geographischen Institut der Humboldt-Universität zu Berlin im Auftrag der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung eine umfassende Aufstellung der Berliner Lab-Szene. mehr info

Große Forschungsinfrastrukturen, wie etwa ein Elektronensynchroton oder ein Forschungsreaktor, sind für viele experimentelle Zweige der Grundlageforschung notwendig. Ihre sehr kostspielige Unterhaltung lässt sich jedoch immer weniger allein durch ihren Nutzen für die Grundlagenforschung legitimieren, vielmehr wird vermehrt gefordert, sie sollen auch gesellschaftlichen Nutzen bringen, etwa indem sie Europäische Unternehmen dabei unterstützen, innovativer und damit wettbewerbsfähiger zu werden. In diesem Projekt evaluierte das IRS die Kooperationen von Großforschungseinrichtungen im Ostseeraum im Hinblick auf die dezentrale, verteilte Nutzung der Forschungsinfrastruktur. mehr info

Technologieparks wird heute eine wichtige Rolle für die Stadt- und Regionalentwicklung zugeschrieben. In ihnen sollen durch die räumliche Nachbarschaft zwischen Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen einerseits und wissensintensiven, technologisch orientierten Unternehmen andererseits wirtschaftlich relevante Synergien entstehen. Im Zentrum des vom IRS in Leadpartnerschaft durchgeführten Projektes stand die Verbesserung des Wissensnetzwerkmanagements in Technologieparks in sechs Europäischen Regionen. Durch den inter-regionalen Austausch und Vergleich von Konzepten, Erfahrungen, Politikinstrumenten sowie Ideen sollte sich das Management von Technologieparks in allen Regionen verbessern. mehr info

Kommunikations- und Wissensdynamiken im Raum

Die Europäische Kommission konstatiert in ihrem Bericht „Social innovation research in the European Union“ (EU 2013) einen Mangel an Forschungen zu sozialen Innovationen in ländlichen Regionen. RurAction füllt diese Forschungslücke. Das Forschungs- und Ausbildungsnetzwerk bringt renommierte Wissenschaftler und erfahrene Praktiker aus Bereichen der sozialwissenschaftlichen Raumforschung, der sozialen Innovationsforschung und des sozialen Unternehmertums zusammen, um zu erforschen, wie in strukturschwachen ländlichen Regionen sozial-innovative Lösungen für bestehende Problemlagen entwickelt werden. mehr info

Moderne Gesellschaften werden heute Innovationsgesellschaften, in denen Innovationen die dominante treibende Kraft der Entwicklung bildet. Produziert und reproduziert werden diese heute vor allem in Innovationsfeldern, die durch die Interaktion von Akteuren in Bezug auf spezielle Themen (beispielsweise Elektromobilität oder die Regulierung von Banken) konstituiert werden. Innovation wird im Zuge dieser Entwicklung zunehmend reflexiv, also selbst zum Ziel und Zweck gesellschaftlichen Handelns. Diese Reflexivität ist der zentrale Fokus des Graduiertenkollegs in seiner von der DFG bewilligten zweiten Phase, die von Oktober 2016 bis März 2021 angesetzt ist. mehr info

Das Ziel des Projekts ist es zu untersuchen, inwiefern Umgangsweisen mit aquatischen Phänomenen wie zum Beispiel Fluten in Flussregionen von kulturspezifischem Wissen beeinflusst werden. Dabei liegt der Untersuchungsschwerpunkt auf Wahrnehmungen potenzieller Verwundbarkeit (Vulnerabilitätskonstruktionen) und lokalen Praktiken zur Minderung von Risiken (Resilienzkonstruktionen). mehr info

In weiten Teilen Europas sind strukturschwache ländliche Regionen mit ähnlichen Problemen konfrontiert. Die wirtschaftliche Produktivität ist gering, ebenso das Angebot an qualifizierten Arbeitsplätzen. Bildungs- und kulturelle Angebote können in diesen Regionen nicht in dem Maße vorhanden sein wie in Agglomerationsräumen. RurInno setzt an dieser Stelle an. Es bringt Forscher und Praktiker aus zwei Forschungseinrichtungen und aus vier – in ländlichen Räumen arbeitenden – Sozialunternehmen zusammen, die gemeinsam drei Ziele verfolgen: Zum ersten den Wissensaustausch zwischen Forschung und Praxis zu fördern, zum zweiten das empirische Wissen über Bedingungen für soziale Innovationen im ländlichen Raum zu verbessern und zum dritten die Sichtbarkeit der Arbeit der sozialen Unternehmen in Politik und Gesellschaft zu erhöhen. mehr info

Das BMBF Forschungsprojekt „Crowd Production“ leistete einen Beitrag zur Entwicklung von Bischofswerda und zur Erforschung von Innovationsprozessen. Das IRS war für das Teilprojekt „Wissenschaftliche Konzeption und Begleitung der Zukunftswerkstatt Bischofswerda sowie Evaluation des Gesamtprozesses“ zuständig. mehr info

Das Leitprojekt erforscht Landgemeinden in strukturschwachen ländlichen Regionen, in denen Bürger sowie gesellschaftliche Akteure aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft kreative Projekte zur Lösung ihrer lokalen Problemlagen entwickelt haben. Ziel der Forschung im Leitprojekt ist die Analyse solcher innovativen Projekte. Das Spektrum des bürgerschaftlichen Engagements in den ausgewählten Landgemeinden umfasst die Bereiche regenerative Energien, Nahversorgung sowie Kunst und Kultur. mehr info

Das Projekt befasste sich mit Raumpionieren, die in sozial benachteiligten Stadtquartieren versuchen, neuartige, sozial-innovative Projekte entweder selbst zu entwickeln oder aber neue Projekte von andernorts aufzugreifen, zu modifizieren und vor Ort mit dem Ziel der Verbesserung von Lebensqualität umzusetzen. Die Akteure sind mit ihrem sozial-innovativ und reflexiv angelegten Handeln potenzielle Motoren für die Quartiersentwicklung. Das Projekt knüpfte an Diskussionen um zivilgesellschaftliches Engagement und Konfliktbeziehungen zwischen Akteuren der Bottom-up- und Top-down-Ebene in der Raumentwicklung an. mehr info

Im Modellprojekt des Förderprogramms „Zusammenhalt durch Teilhabe“ des Bundesministeriums des Innern, ging es darum, auf ländliche Räume angepasste, innovative Medienstrategien, Kommunikations- wie auch Interaktionsformen zu entwickeln, zu etablieren und zu verbreiten, um auf diesem Wege demokratisches Engagement, Partizipation und Kreativität zu wecken. Das IRS unterstützte die Projektdurchführung mittels der Aufarbeitung des Forschungsstandes zu zivilgesellschaftlichem Engagement, Teilhabe und Kommunikation in ländlichen Regionen. mehr info

In seinem Dissertationsprojekt ging Thorsten Heimann der Frage nach, wie sich kulturelle Unterschiede im Umgang mit Klimawandel an europäischen Küsten beschreiben und erklären lassen. Dazu entwickelte er das Konzept des relationalen Kulturraums, erarbeitete umweltsoziologische Erklärungsansätze und prüfte diese anhand einer Befragung von mehr als 800 Akteuren der Raumentwicklung europäischer Küstenstaaten. mehr info

Das Teilprojekt „Gesellschaftliche Verarbeitungen des Klimawandels“ des „Potsdamer Forschungsverbundes für Naturgefahren, Klimawandel und Nachhaltigkeit“ (PROGRESS) untersuchte mit sozialwissenschaftlichen Methoden, wie Klimaveränderungen im Nord- und Ostseeraum antizipiert, wahrgenommen und in Handeln übersetzt werden. Durch die Untersuchung von Mediendiskursen und Expertenaussagen konnten Grundsätze und Maßnahmen identifiziert werden, die für eine erfolgreiche klimawandelbezogene Planung entscheidend sind. mehr info

Regenerierung von Städten

Die Projektpartner erarbeiten quantitative und qualitative Grundlageninformationen zur aktuellen Dynamik des Arbeitsmarktes auf nationaler und regionaler Ebene in Europa. Dabei stehen die Schlüsselentwicklungen und die wesentlichen Faktoren – etwa lokale und regionale Bedingungen und Politiken – für die räumlichen Verteilungsmuster der Beschäftigung in Europa im Mittelpunkt. Einen besonderen Schwerpunkt bilden Fragen nach den damit verbundenen Wanderungsbewegungen (Abwanderung, jedoch die Rückwirkungen von Auslandscommunities auf die Ausgestaltung der lokalen Arbeitsmärkte) und den Konsequenzen für den territorialen Zusammenhalt. mehr info

Historische Forschungsstelle

Anhand vieler Beispiele untersuchen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Varianten des Architekturexports der DDR und die Wechselwirkungen mit Entwicklungen in Westdeutschland. Neben der Erfassung von ausgeführten Objekten stehen die Gestaltungsparadigmen der Bauten, die Anpassungsleistungen und Konflikte im Verhältnis zu den Partnerländern sowie die Rückwirkungen der Auslandsvorhaben auf DDR-Akteure und –debatten im Fokus. mehr info

Die Entwicklung europäischer Städte nach 1945 wurde entscheidend von den Raumansprüchen des Automobilverkehrs und den damit verbundenen Mobilitätsmustern bestimmt. Dabei kam es zu einer widersprüchlichen Entwicklung: Während das planerische Leitbild der „autogerechten Stadt“ spätestens seit den 1970er Jahren zunehmend an Wirkungskraft verlor, nahmen Mobilität und insbesondere der städtische Autoverkehr vielerorts weiterhin zu. Das Leitprojekt untersucht in mehreren Fallstudien zentrale, bisher nicht erforschte Widersprüche innerhalb dieser Entwicklung in historischer Perspektive. Zentrale Analyseperspektiven betreffen die Rolle kommunaler Akteure, Planer und der Öffentlichkeit, die Überformung des Gebäudebestands durch Ausbauprojekte von Straßen sowie den Zusammenhang zwischen Autoverkehr und städtischer Freiraumgestaltung. mehr info

Das Leitprojekt analysierte die Fragen nach politischen Planungen, gesellschaftlichen Nutzungen und Aneignungsformen von Freiräumen in Ost- und Westdeutschland für die Zeit von 1945 bis 1989 in mehreren komparativen Fallstudien anhand von Fragenkomplexe zu Urbanisierungsstrategien, Planerpersönlichkeiten und Netzwerke sowie Herrschaft und Öffentlichkeit. Urbane Freiräume erfüllen eine Vielzahl gesellschaftlicher Aufgaben. Sie sichern städtische Lebens- und Umweltqualitäten und dienen sowohl als Orte staatlicher Repräsentation und Kontrolle wie auch als soziale Kommunikationsräume. Aufgrund dieser Multifunktionalität besitzen Freiräume in der Stadt- und Regionalentwicklung eine besondere strategische Bedeutung, z.B. in ihrer Funktion als Potenzial gegen eine (übermäßige) Verdichtung städtischer Siedlungsstrukturen. Umgekehrt spiegelt und beschleunigt die Aneignung städtischer öffentlicher Räume durch die Bürger gesellschaftliche Wandlungsprozesse – im Alltag wie auch speziell in Phasen politischer Mobilisierung. mehr info

DigiPEER war das bislang aufwändigste Erfassungsprogramm der Wissenschaftlichen Sammlungen am IRS. Sein Anliegen bestand darin, den freien Online-Zugriff auf 5.000 großformatige Pläne jedes beteiligten Archivs zu ermöglichen und unter dem Dachthema der Raumaneignung in der Moderne in einem Internetportal zusammenzuführen. mehr info