Forschungsthema GETEILTES WISSEN - LOKAL UND ÜBER DISTANZ

Wissen und Raum stehen in einem engen Zusammenhang. Wissen verstanden als die Fähigkeit zum kompetenten und wirkungsvollen sozialen Handeln ist kein Gegenstand, der für sich existieren und im Raum verortet werden kann. Vielmehr ist es immer Teil von sozialen Praktiken und daher verkörpert in sozialen Akteuren, verteilt auf soziale Konstellationen der Zusammenarbeit und eingearbeitet in Werkzeuge, Artefakte und Objekte der jeweiligen Praxis. Da Wissen nicht ohne die Ausübung von Praxis mobilisiert werden kann, ist es in seiner Räumlichkeit stark eingebettet in lokale Kontexte. Das Wissen beispielsweise eines Herzchirurgen kann am besten im Kontext eines Krankenhauses mit entsprechenden hochtechnisierter Ausstattung, kompetenter Unterstützung durch Anästhesisten und Operationshelfer, einem Durchlauf an Patienten mobilisiert werden. Trotz dieser lokalen Einbettung ist es aber möglich, dass dieselben Ideen an unterschiedlichen Orten entstehen oder genutzt werden, wenn diese Orte sich in ihren Kontextbedingungen hinreichend ähnlich sind. Forschungen am IRS beschäftigen sich mit Fragen zur Natur der lokalen Einbettung von Wissen, zu Formen und Praktiken der Teilung von Wissen über mehrere Orte hinweg, zum Zusammenhang zwischen der Mobilität und der Übersetzungen von Wissen in unterschiedliche lokale Kontexte, zum Transfer von Wissen in andere Praktiken (z.B. im Rahmen wissenschaftlicher Beratung von Praxis) und zu den damit verbundenen Kooperationsformen, den zum Tragen kommenden Machtverhältnissen und sowie den eingesetzten Medien der Wissensteilung.

Foto: © Stephanie Hofschlaeger/pixelio.de

Aktuelles
17. September | 2019

Was haben deutsche Bauunternehmen wie Bilfinger Berger und HOCHTIEF zur Globalisierung der Architektur beigetragen? Noch nie wurde diese Frage umfassend, aus der Sicht unterschiedlicher Disziplinen untersucht. Für ihre wegweisende Projektidee erhielt die Architekturhistorikerin Dr. Monika Motylinska vom Leibniz-Instituts für Raumbezogene Sozialforschung (IRS) eine Freigeist-Fellowship der VolkswagenStiftung. Die Förderung erlaubt es Motylinska fünf Jahre lang zu forschen und dabei bis zu drei Doktorandinnen oder Doktoranden auszubilden. Diese Nachwuchsgruppe wird mit der Bauhaus-Universität Weimar assoziiert sein. Das IRS als Institut der Leibniz-Gemeinschaft ist damit in der aktuellen Förderrunde die einzige außeruniversitäre Forschungseinrichtung mit einem Freigeist-Fellow. mehr Info

Aktuelles
06. August | 2019

Wenn über Start-ups geredet wird, ist damit eine besondere Art von Unternehmensgründungen gemeint: Es geht um international ausgerichtete, wachstumsorientierte Unternehmen in Branchen wie der Digital-, Hightech- oder Kreativwirtschaft. Solche Unternehmen brauchen besondere Bedingungen, die seit einiger Zeit unter dem Label „Entrepreneurial Ecosystem“ – unternehmerisches Ökosystem – zusammengefasst werden. Beim Symposium „Temporal Dynamics of Entrepreneurial Ecosystems“ in Hannover tauschte sich die internationale Fachcommunity zum Stand der Forschung aus. mehr Info