Forschungsthema GETEILTES WISSEN - LOKAL UND ÜBER DISTANZ

Wissen und Raum stehen in einem engen Zusammenhang. Wissen verstanden als die Fähigkeit zum kompetenten und wirkungsvollen sozialen Handeln ist kein Gegenstand, der für sich existieren und im Raum verortet werden kann. Vielmehr ist es immer Teil von sozialen Praktiken und daher verkörpert in sozialen Akteuren, verteilt auf soziale Konstellationen der Zusammenarbeit und eingearbeitet in Werkzeuge, Artefakte und Objekte der jeweiligen Praxis. Da Wissen nicht ohne die Ausübung von Praxis mobilisiert werden kann, ist es in seiner Räumlichkeit stark eingebettet in lokale Kontexte. Das Wissen eines Herzchirurgen kann zum Beispiel am besten im Kontext eines Krankenhauses mit entsprechenden hochtechnisierter Ausstattung, kompetenter Unterstützung durch Anästhesisten und Operationshelfer, einem Durchlauf an Patienten mobilisiert werden. Trotz dieser lokalen Einbettung ist es aber möglich, dass dieselben Ideen an unterschiedlichen Orten entstehen oder genutzt werden, wenn diese Orte sich in ihren Kontextbedingungen hinreichend ähnlich sind. Forschungen am IRS beschäftigen sich mit Fragen zur Natur der lokalen Einbettung von Wissen, zu Formen und Praktiken der Teilung von Wissen über mehrere Orte hinweg, zum Zusammenhang zwischen der Mobilität und der Übersetzungen von Wissen an unterschiedliche lokale Kontexte, zum Transfer von Wissen in andere Praktiken (z.B. im Rahmen wissenschaftlicher Beratung von Praxis) und zu den damit verbundenen Kooperationsformen, den zum Tragen kommenden Machtverhältnissen und sowie den eingesetzten Medien der Wissensteilung.

Aktuelles
01. August | 2017

Zu dem Workshop „Export of Architecture in the Cold War Period: Projects, Actors and Cultural Transfers“ trafen sich am 7. Juli 2017 Fachleute aus dem In- und Ausland, um Fragen der weltweiten Zirkulation von Architekturkonzepten zu diskutieren. Die Veranstaltung fand im Rahmen eines von der Gerda-Henkel-Stiftung geförderten IRS-Forschungsprojekts zur DDR-Architektur im Ausland statt. mehr Info

Aktuelles
14. Juni | 2017
Dialog zwischen Forschung und Praxis auf dem 43. Brandenburger Regionalgespräch

Strukturschwache ländliche Räume sehen sich vor große Herausforderungen gestellt: Eine geringe wirtschaftliche Produktivität, fehlende Infrastrukturen, Probleme in der Nahversorgung und ein fortschreitender demografischer Wandel mit ungebremsten Abwanderungsbewegungen sind nur einige Beispiele für die vielfältigen Problemlagen. Darüber hinaus gelten diese Räume als wenig innovations-affin. Dennoch können in Brandenburg, wie in vielen anderen deutschen Bundesländern und europäischen Regionen, viele kreative Projekte beobachtet werden, die sich diesen Trends entgegenstellen. Ausgehend von diesem gemeinsamen Befund diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Forschung und Praxis auf dem 43. Brandenburger Regionalgespräch, welche Akteure unter welchen – hemmenden und fördernden - Rahmenbedingungen soziale Innovationen realisieren und welchen Impact diese Initiativen auf die Räume haben. mehr Info

Transferveranstaltung
20. September | 2017

Der Erzählsalon ist ein innovatives Kommunikations- und Veranstaltungsformat, das Rohnstock Biografien vor ca. fünfzehn Jahren entwickelte, um Menschen thematisch fokussiert an einen Tisch zu bringen, gemeinsames Erinnern zu befördern und soziale Prozesse zu unterstützen. Seitdem wird das Format ständig dynamisch weiterentwickelt und in verschiedenen Zusammenhängen praktiziert, auch in der Regionalentwicklung. Wie dies geschieht und welche Ergebnisse daraus resultierten, diskutieren Praktiker/-innen und Wissenschaftler/-innen anhand der Projekte »Lausitz an einen Tisch« und »Erfahrungen und Potenziale an einen Tisch – Unternehmergespräche im Lausitz Lab« in einem Fachgespräch. mehr Info