Forschungsthema GETEILTES WISSEN - LOKAL UND ÜBER DISTANZ

Wissen und Raum stehen in einem engen Zusammenhang. Wissen verstanden als die Fähigkeit zum kompetenten und wirkungsvollen sozialen Handeln ist kein Gegenstand, der für sich existieren und im Raum verortet werden kann. Vielmehr ist es immer Teil von sozialen Praktiken und daher verkörpert in sozialen Akteuren, verteilt auf soziale Konstellationen der Zusammenarbeit und eingearbeitet in Werkzeuge, Artefakte und Objekte der jeweiligen Praxis. Da Wissen nicht ohne die Ausübung von Praxis mobilisiert werden kann, ist es in seiner Räumlichkeit stark eingebettet in lokale Kontexte. Das Wissen beispielsweise eines Herzchirurgen kann am besten im Kontext eines Krankenhauses mit entsprechenden hochtechnisierter Ausstattung, kompetenter Unterstützung durch Anästhesisten und Operationshelfer, einem Durchlauf an Patienten mobilisiert werden. Trotz dieser lokalen Einbettung ist es aber möglich, dass dieselben Ideen an unterschiedlichen Orten entstehen oder genutzt werden, wenn diese Orte sich in ihren Kontextbedingungen hinreichend ähnlich sind. Forschungen am IRS beschäftigen sich mit Fragen zur Natur der lokalen Einbettung von Wissen, zu Formen und Praktiken der Teilung von Wissen über mehrere Orte hinweg, zum Zusammenhang zwischen der Mobilität und der Übersetzungen von Wissen in unterschiedliche lokale Kontexte, zum Transfer von Wissen in andere Praktiken (z.B. im Rahmen wissenschaftlicher Beratung von Praxis) und zu den damit verbundenen Kooperationsformen, den zum Tragen kommenden Machtverhältnissen und sowie den eingesetzten Medien der Wissensteilung.

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Aktuelles
07. Mai | 2018

In dem im April 2018 abgeschlossenen EU-Forschungsprojekt „RurInno“ haben Wissenschaftler/-innen des Leibniz-Instituts für Raumbezogene Sozialforschung (IRS) gezeigt, dass Sozialunternehmen auf sehr unterschiedliche Weise Beiträge zur Stabilisierung marginalisierter ländlicher Räume leisten und soziale Innovationen in die Peripherie bringen können. Ebenso lieferte es wertvolle Hinweise zur Frage, worin deren besonderes Potenzial liegt – beispielsweise im unternehmerischen Denken und der Vernetzung peripherer Landgemeinden mit überregionalen Institutionen und Netzwerken. Nicht zuletzt gewährte die Projektarbeit auch Einblicke in das „Ökosystem“, das Sozialunternehmen in marginalisierten ländlichen Räumen zum Arbeiten benötigen, sowie in die Art und Weise, wie Förderprogramme für soziale Innovationen gestaltet sein sollten. mehr Info

Aktuelles
23. April | 2018
Seminar zu Sozialunternehmertum in ländlichen Regionen

In einem IRS Seminar am 18. April 2018 stellte Dr. Richard Lang, Assistant Professor am Institut für Innovationsmanagement (IFI) der Johannes-Kepler-Universität Linz, ein Mehrebenenmodell für Sozialunternehmen und deren institutionelles Umfeld in ländlichen Regionen vor. Lang entwickelte das Modell gemeinsam mit Prof. Matthias Fink (IFI). Dabei griffen sie auf Konzepte aus regionaler und ländlicher Entwicklung, aus Forschungen zu Sozialunternehmen, Innovationen, Sozialkapital sowie aus der Netzwerkforschung zurück. Empirisch stützt sich das Modell auf Feldforschungen im Kontext des EU-Projekts „RurInno“, in welchem das IFI und das IRS die leitenden akademischen Partner sind. Das Seminar fand als Teil eines Gastaufenthalts von Lang zwischen dem 16. und 20. April 2018 statt. mehr Info

Konferenz
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21. Juni | 2018 - 22. Juni | 2018
Intercultural Transfer, Circulation and Appropriations of Architecture in the Cold War Period

After WW II, architecture was used and misused as an ideological signifier for competing systems and for new national identities. Diverse actors and networks took part in architectural exchange within the blocks and beyond the Iron Curtain. Different aid projects posed an attempt to overcome political and economic divides, but at the same time they were often considered as foreign imposition or neo-colonial practice. Tensions between commercial interests and solidarity arose. mehr Info