Forschungsthema FORMEN UND IMPLIKATIONEN RAUMBEZOGENER GOVERNANCE

In der raumbezogenen Sozialforschung am IRS ist die Untersuchung der wechselseitigen Strukturierung von Institutionen und Governance ein grundlegendes Forschungsthema. Governance wird dabei als Handlungskoordination, also als Interaktion von in der Regel kollektiven Akteuren mit dem Ziel des Managements von Interdependenzen verstanden. Der Fokus der Governance-Forschung am IRS richtet sich auf Raumkonstrukte, die als Ergebnis kollektiven Akteurshandelns konstituiert werden und Resultate beziehungsweise Orte raumbezogener Governance sind.

Raumbezogene Governance ergibt sich aus dem Zusammenspiel unterschiedlicher Handlungs- und Steuerungsformen. Diese sind jeweils handlungsfeldspezifisch (z.B. Regenerierungspolitik, Gestaltung dezentraler Energiewenden), spezifisch für bestimmte Städte oder Regionen sowie spezifisch für das Zusammenspiel verschiedener Handlungsebenen im Mehrebenensystem. Dabei spielen auch Machtverschiebungen zwischen Handlungsebenen im Zuge von Europäisierung und Regionalisierung eine Rolle. Implikationen raumbezogener Governance ergeben sich etwa durch ihre Beeinflussung durch Migration, "policy mobility" oder die Rolle von Schlüsselfiguren.

Foto: © Harald Hirsch

Aktuelles
13. Juli | 2018

In der Forschungsabteilung „Regenerierung von Städten“ sind zum 1. Juli 2018 zwei Forschungsprojekte gestartet, die institutionellen Wandel und sozialräumliche Transformation in Quartieren von ost- und mitteleuropäischen Städten untersuchen. Das von der DFG und dem polnischen Pendant Narodowe Centrum Nauki (NCN) im gemeinsamen Beethoven-Programm geförderte Projekt „Similar but Different: Neighbourhood Change in Halle (Saale) and Łódź“ thematisiert unterschiedliche Pfade der Entwicklung von Innenstadtquartieren, Großwohnsiedlungen und neuen Vorortsiedlungen in den beiden Städten nach dem Systemwechsel vor gut 25 Jahren. Das BMBF-geförderte Projekt „Estates after Transition“ fokussiert sich auf den Vergleich von sechs Großwohnsiedlungen in Deutschland, Estland und Russland. mehr Info

Aktuelles
07. Mai | 2018

In dem im April 2018 abgeschlossenen EU-Forschungsprojekt „RurInno“ haben Wissenschaftler/-innen des Leibniz-Instituts für Raumbezogene Sozialforschung (IRS) gezeigt, dass Sozialunternehmen auf sehr unterschiedliche Weise Beiträge zur Stabilisierung marginalisierter ländlicher Räume leisten und soziale Innovationen in die Peripherie bringen können. Ebenso lieferte es wertvolle Hinweise zur Frage, worin deren besonderes Potenzial liegt – beispielsweise im unternehmerischen Denken und der Vernetzung peripherer Landgemeinden mit überregionalen Institutionen und Netzwerken. Nicht zuletzt gewährte die Projektarbeit auch Einblicke in das „Ökosystem“, das Sozialunternehmen in marginalisierten ländlichen Räumen zum Arbeiten benötigen, sowie in die Art und Weise, wie Förderprogramme für soziale Innovationen gestaltet sein sollten. mehr Info