Forschungsthema FORMEN UND IMPLIKATIONEN RAUMBEZOGENER GOVERNANCE

In der raumbezogenen Sozialforschung am IRS ist die Untersuchung der wechselseitigen Strukturierung von Institutionen und Governance ein grundlegendes Forschungsthema. Governance wird dabei als Handlungskoordination, also als Interaktion von in der Regel kollektiven Akteuren mit dem Ziel des Managements von Interdependenzen verstanden. Der Fokus der Governance-Forschung am IRS richtet sich auf Raumkonstrukte, die als Ergebnis kollektiven Akteurshandelns konstituiert werden und Resultate beziehungsweise Orte raumbezogener Governance sind.

Raumbezogene Governance ergibt sich aus dem Zusammenspiel unterschiedlicher Handlungs- und Steuerungsformen. Diese sind jeweils handlungsfeldspezifisch (z.B. Regenerierungspolitik, Gestaltung dezentraler Energiewenden), spezifisch für bestimmte Städte oder Regionen sowie spezifisch für das Zusammenspiel verschiedener Handlungsebenen im Mehrebenensystem. Dabei spielen auch Machtverschiebungen zwischen Handlungsebenen im Zuge von Europäisierung und Regionalisierung eine Rolle. Implikationen raumbezogener Governance ergeben sich etwa durch ihre Beeinflussung durch Migration, "policy mobility" oder die Rolle von Schlüsselfiguren.

Aktuelles
12. September | 2017

Ungleiche wirtschaftliche Entwicklung ist ein wesentliches Merkmal marktwirtschaftliche Systeme. Diese Ungleichheit manifestiert sich räumlich auf sehr unterschiedlichen Maßstabsebenen, im Unterschied zwischen „reichen“ und „armen“ Nationen, im Polarisieren von Regionen innerhalb Deutschlands oder auch innerhalb von Städten auf der Ebene von Quartieren. Trotz guter wirtschaftlicher Lage scheint sich derzeit der Trend zur sozialen und ökonomischen Polarisierung in Deutschland fortzusetzen. Eine Fachkommission der Heinrich-Böll-Stiftung hat nach Gründen für räumliche Ungleichheit gesucht und Strategien für mehr sozialen und räumlichen Zusammenhalt formuliert. IRS-Wissenschaftler Dr. Manfred Kühn ist an der jüngst erschienen Publikation der Ergebnisse mit einem Beitrag über Migration als Perspektive für schrumpfende Städte und Regionen beteiligt. mehr Info

Aktuelles
30. August | 2017

Im September und Oktober 2017 richtet Dr. Ludger Gailing mehrere Sessions zur Räumlichkeit der Energiewende und zur Infrastruktur-Governance aus. Im Rahmen der Annual International Conference 2017 der Royal Geographic Society, die vom 29. August bis zum 1. September in London stattfindet, leitet er gemeinsam mit Prof. Gavin Bridge (Durham) eine Doppelsession mit dem Titel „New Energy Spaces – Conceptualizing the geographical political economy of energy transitions“. Zwei weitere Fachsitzungen unter seiner Leitung finden auf dem Deutschen Kongress für Geographie am 30. September und 1. Oktober in Tübingen statt. mehr Info

Konferenz
07. Dezember | 2017 - 08. Dezember | 2017
Social Enterprises as Drivers of Social Innovation in Rural Europe

For two years the RurInno research and training project investigated how social enterprises in rural Europe foster social innovation and rural development. The Final Symposium provides a participative forum to share and discuss the acquired knowledge and experiences with academics and practitioners who do research and operate in the field of social entrepreneurship, social innovation and rural development. mehr Info