ForschungsabteilungREGENERIERUNG VON STÄDTEN

Die Abteilung beschäftigt sich mit den Prozessen der urbanen Transformationen, speziell mit der Regenerierung von Städten mit Strukturproblemen. Das Forschungsinteresse richtet sich dabei auf Planungspraktiken, die sozialräumliche Ungleichheiten und Fragmentierungen innerhalb und zwischen Städten adressieren. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen die unterschiedlichen Ausprägungen lokaler Steuerungsansätze von Politik, Planung und Zivilgesellschaft im Umgang mit zunehmend globalen Herausforderungen. Dazu zählen beispielsweise die lokale Governance von Migration und die entsprechenden Ansätze zum Umgang mit migrationsbedingter kultureller Vielfalt in den Städten selbst. Ein Fokus der Abteilungsarbeit richtet sich auf die Umverteilung von Ressourcen für verschiedene Bevölkerungsgruppen, vor allem hinsichtlich der aktuellen Dynamiken auf den Wohnungsmärkten und bezüglich der Aushandlungsprozesse über Fragen des Gemeinwohls. Ein weiterer Fokus der Abteilungsarbeit liegt auf der konzeptionellen Beschäftigung mit internationaler Migration im Kontext von krisenhaften Entwicklungen. Empirisch relevant für die Abteilungsarbeit sind vornehmlich europäische Städte, die einen starken Strukturwandel durchliefen und die hierauf mit spezifischen Handlungskonzepten reagierten.

Aktuelles Leitprojekt

Fragen der Zuwanderung haben aktuell besonders auf der lokalen Ebene einen hohen Stellenwert erlangt. Die Fluchtmigration der letzten Jahre hat zu neuen Aushandlungsprozessen in der Stadtpolitik geführt. Auf nationaler Ebene wird über einen Wandel von Deutschland zu einem Einwanderungsland diskutiert und ein neues Zuwanderungsgesetz soll legale Wege der Arbeitsmigration ermöglichen. Gleichzeitig ist Migration zu einem zentralen Mobilisierungsfeld neuer rechter Parteien und Bewegungen geworden. Die aktuellen Auseinandersetzungen um Zuwanderung führen für kommunale EntscheidungsträgerInnen zu einer Vielzahl von neuen Dilemmata. In diesem Forschungsprojekt soll untersucht werden, wie strukturschwache Städte Zuwanderungspolitiken formulieren, welche Konflikte im Umgang mit Zuwanderung entstehen und wie mit migrationsbezogenen Segregationsprozessen umgegangen wird. mehr info

Aktuelles
24. September | 2020

Durch die soziale Polarisierung und Pluralisierung unserer Gesellschaft nehmen Konflikte in der Planung zu. Es gibt heute kaum ein Projekt, gegen das nicht protestiert wird. Bekannte Beispiele sind Stuttgart 21, die Bebauung des Tempelhofer Feldes in Berlin, Bürgerinitiativen gegen Windkraft - und aktuell auch die besagte Tesla-Ansiedlung in Erkner. Wie kann Planung mit diesen Konflikten umgehen? Die agonistische Planungstheorie sieht Konflikte in einer pluralistischen Demokratie als immanent an und betrachtet sie als Motoren für Wandel. Ein neues Paper von Manfred Kühn, das nun in der renommierten Zeitschrift Planning Theory erschienen ist, setzt sich kritisch mit der agonistischen Planungstheorie auseinander und beschreibt einige Dilemmata, die sich in der Planungspraxis daraus ergeben. mehr Info

Aktuelles
19. Juli | 2020

Seit 2015 ist die internationale Migration nach Deutschland zu einem Topthema vieler politischer Debatten geworden. In vielen ostdeutschen Städten vollziehen sich diese Debatten auch vor dem Hintergrund einer wachsenden Konzentration Geflüchteter in bestimmten Wohnvierteln. Gerade periphere Plattenbausiedlungen entwickeln sich aktuell zu neuen „Ankunftsquartieren“. Diese Entwicklung wirft in der Planungspraxis vielfältige neue Fragen auf: Entwickeln sich die betreffenden Quartiere zu Sprungbrettern, die die Integration Zugewanderter erleichtern – oder entstehen hier neue „Ghettos“? Welche neuen Aufgaben und Bedarfe ergeben sich auf Nachbarschaftsebene? Wie wird diese Entwicklung politisch verarbeitet? Am IRS fanden im Juli 2020 zwei Veranstaltungen statt, in denen die Herausforderungen von Ankunftsquartieren intensiv diskutiert wurden. mehr Info