Forschungsabteilung REGENERIERUNG VON STÄDTEN

Die Abteilung beschäftigt sich mit Fragen der Regenerierung von Städten und begreift diese als analytischen Schlüssel zum Verständnis urbaner Transformationen. Das Forschungsinteresse richtet sich auf Praktiken der Planung, die sozialräumliche Ungleichheiten und Fragmentierungen innerhalb und zwischen Städten adressieren. Die  Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen die unterschiedlichen Ausprägungen lokaler Steuerungsansätze von Politik, Planung und Zivilgesellschaft im Umgang mit zunehmend globalen Herausforderungen. Dazu zählen beispielsweise die Migration und die Umverteilung von Ressourcen für verschiedene Bevölkerungsgruppen. Empirisch relevant sind vornehmlich europäische Städte, die einen starken Strukturwandel durchliefen und die auf diese krisenhafte Situation mit spezifischen Handlungskonzepten reagierten.

Einen besonderen Stellenwert nehmen stadtentwicklungspolitische Fragen im Rahmen des sogenannten Stadtumbaus ein. Die im Jahr 2004 im Auftrag des Bundes eingerichtete Bundestransferstelle „Stadtumbau Ost“ hat sich hier als Kompetenzzentrum für den Wissenstransfer etabliert.

Aktuelles Leitprojekt

Die europäischen Städte, seit den 1990er Jahren durch den wirtschaftlichen Strukturwandel mit zunehmenden sozialräumlichen Ungleichentwicklungen konfrontiert, mussten sich mit der Globalisierung neu erfinden. Übergreifend ist dabei ein starkes Interesse an der Generierung von Zuwanderung. Dabei kommt es vielfach zu einer Diskrepanz zwischen dem gewünschten Zuzug Hochqualifizierter, sozial bessergestellter Schichten und kreativer Klassen und zum Teil ungeplanter Zuwanderung durch Arbeitsmigranten, temporären Bewohnern und Flüchtlingen. Im Leitprojekt untersuchen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, inwieweit diese Diskrepanz auf die Stadtentwicklungsprozesse zurückwirkt. mehr info

Aktuelles
31. August | 2018

Internationale Migration steht weit oben auf der politischen Agenda vieler nationaler Regierungen und internationaler Organisationen. Das liegt zum Teil an den Zahlen, viel mehr aber noch an den Dynamiken des Migrationsprozesses. Mehr Menschen aus immer vielfältigeren Herkunftsländern haben eine schrumpfende Zahl von Ländern im Globalen Norden zum Ziel. Will man hinter die Zahlen schauen und verstehen, was die Menschen antreibt und welche Vorstellungen, welche mentalen Bilder, („Imaginaries“) sie mit auf ihre Wanderung nehmen, muss man sich mit den zugrunde liegenden Handlungslogiken befassen. Die 19 Autoren des neu erschienenen Sammelbandes „Trajectories and Imaginaries in Migration: The Migrant Actor in Transnational Space“ beschäftigen sich mit der „soft side of migration“, die hilft, die einmal initiierten Migrationsbewegungen in ihren kollektiven Verläufen in Raum und Zeit, ihren Pfaden („Trajectories“), zu verstehen. Herausgegeben wurde der Prof. Dr. Felicitas Hillmann (IRS Erkner) in Kooperation mit zwei niederländischen Kollegen. Der Band trägt zur Forschungsliteratur über transnationale Migrationsdynamiken bei. mehr Info

Aktuelles
13. Juli | 2018

In der Forschungsabteilung „Regenerierung von Städten“ sind zum 1. Juli 2018 zwei Forschungsprojekte gestartet, die institutionellen Wandel und sozialräumliche Transformation in Quartieren von ost- und mitteleuropäischen Städten untersuchen. Das von der DFG und dem polnischen Pendant Narodowe Centrum Nauki (NCN) im gemeinsamen Beethoven-Programm geförderte Projekt „Similar but Different: Neighbourhood Change in Halle (Saale) and Łódź“ thematisiert unterschiedliche Pfade der Entwicklung von Innenstadtquartieren, Großwohnsiedlungen und neuen Vorortsiedlungen in den beiden Städten nach dem Systemwechsel vor gut 25 Jahren. Das BMBF-geförderte Projekt „Estates after Transition“ fokussiert sich auf den Vergleich von sechs Großwohnsiedlungen in Deutschland, Estland und Russland. mehr Info

Foto: © Felicitas Hillmann/IRS