Forschungsabteilung KOMMUNIKATIONS- UND WISSENSDYNAMIKEN IM RAUM

Die Wissenschaftler/-innen der Forschungsabteilung erforschen Kommunikations- und Wissensprozesse in räumlichen Transformationen. Im Zentrum steht die Frage, welche Rolle Kommunikationen für die Entstehung und Verbreitung neuen Raumwissens, für soziale Prozesse und materielle Raumgestaltungen haben. Untersuchungsgegenstände sind Transformationen durch innovative Prozesse in strukturschwachen Räumen, Transformationen angesichts von Digitalisierungsprozessen in der städtebaulichen Planung sowie Transformationen aufgrund von Klimaanpassungsprozessen in Städten und Regionen.

Im Zusammenhang mit strukturschwachen Räumen werden Entstehungs-, Etablierungs- und Ausbreitungsprozesse von neuartigen Ideen, Praktiken und Projekten in der Raumentwicklung analysiert, die auch als „soziale Innovationen“ bezeichnet werden. Das auf Innovation ausgerichtete kommunikative Handeln von Akteuren aus Lokalpolitik, Verwaltung und Zivilgesellschaft ist dabei ebenso von Interesse wie das von Sozialunternehmern. Die Untersuchung digitalisierten Handelns von Planer/-innen in städtebaulichen Kontexten wird mit Fragen nach Veränderungen in den Planungspraktiken selbst, aber auch in der Konstitution von Öffentlichkeiten (z.B. in der kommunikativen Planung) und in materiellen räumlichen Anordnungen verbunden. In ihren Forschungen zum Klimawandel untersuchen die Wissenschaftler/-innen der Abteilung, wie globale Herausforderungen durch Klimafolgen national, regional oder lokal auf unterschiedliche Weise wahrgenommen und diskursiv verarbeitet werden, insbesondere in welcher Weise Vulnerabilitätswahrnehmungen und Resilienzkonstruktionen durch sozio-kulturelle Faktoren geprägt werden.

Aktuelles Leitprojekt

Smart Cities sind in aller Munde – doch smarte Dörfer? Ländliche Räume, insbesondere in strukturschwachen Regionen, sind häufig von Abwanderung und einem zunehmenden Rückstand bei digitalen Infrastrukturen und Innovationsdynamiken betroffen. Beide Trends verstärken sich gegenseitig. Es gibt jedoch Beispiele für Dörfer, in welchen innovationsorientierte Initiativen nicht nur vorhandene Defizite ausgleichen, sondern situations- und problemspezifisch neue lokale Lösungsmodelle entwickeln. Sie verbinden dabei neue Dienstleistungsangebote mit kreativen Anwendungen von Digitaltechnologie und mitunter auch verbesserten digitalen Infrastrukturen. In diesem Leitprojekt sollen solche Initiativen, die von „smart Villagers“ vorangetrieben werden, aus der Perspektive des Konzepts „gesellschaftlicher Innovationen“ untersucht werden. Ein besonderer Fokus wird dabei auf die Aspekte der Mediatisierung und Digitalisierung gerichtet. mehr info

Aktuelles
02. September | 2019

Sie wohnen in der deutsch-polnischen Grenzregion und haben Ihren Wohnsitz in Deutschland? Das IRS untersucht in einem aktuellen Forschungsprojekt, wie sich die Grenzregion seit 2007 entwickelt hat und wie sie von ihren Bewohnerinnen und Bewohnern erlebt wird. Sie können zu dieser Forschung beitragen. Uns interessiert, wie Sie die Grenze in Ihrem Alltag erleben und erfahren. mehr Info

Aktuelles
16. Juli | 2019

Vor wenigen Tagen berichtete die von der Bundesregierung eingesetzte Kommission „Gleichwertige Lebensverhältnisse“ von erheblichen regionalen Unterschieden. Vor allem ländliche Regionen leiden demnach unter vergleichsweise schlechten Bildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten, geringeren Einkommen und einer schlechten Versorgung mit öffentlichen und privaten Dienstleistungen. Dieser Befund lässt sich auf ländliche Regionen vieler europäischer Länder übertragen. In vielen Regionen ist der Wegfall von Arztpraxen, Dorfläden, Schulen und öffentlichen Ansprechpartnern und Angeboten zu beobachten. In dieser Situation ruhen Erwartungen auf einem relativ neuen Akteurstyp, den sogenannten Sozialunternehmen. In einem neu erschienenen Buch werden Sozialunternehmen und ihre Rolle in ländlichen Räumen beleuchtet. mehr Info

Konferenz
Foto: Landratsamt Böblingen/Orange Edge
26. September | 2019 - 27. September | 2019
The Impact of Mediatisation(s) on the Construction of the Urban

Since the 1990s, the concepts and practices of planners have massively changed. At almost the same time, the development of digital information technologies has contributed to a shift in planning action and planning communication, which also modifies the ways of engaging publics. The relevance of participatory and cooperative (re)thinking, (re)planning and (re)shaping of urban spaces has become increasingly common but contested. Forming imaginations of urban futures within urban planning and participation, especially digitally produced visualisations play a decisive role in such processes. mehr Info

IRS Seminar
06. November | 2019

Jean Hillier will explore the Foucauldian concepts of milieu and environnementalité which recognise interdependent entanglements of the human and non-human in regimes of ecological assemblages. Beings, such as humans, dogs, cats, foxes, rabbits, in Australia constitute themselves through the differential between exterior flows or milieus connecting them to other beings and assemblages and flows or milieus interior to their self. mehr Info