Aktuelles Leitprojekt

Lange Zeit wurde angenommen, dass soziale Disparitäten in und zwischen Städten im sozialistischen System der DDR weit weniger ausgeprägt waren als im marktwirtschaftlichen System der BRD. Neuere Erkenntnisse zeigen jedoch, dass es Analogien und parallele Entwicklungen in beiden Systemen gab, die sowohl in der BRD als auch in der DDR ab den 1960er-Jahren zur Verschärfung sozialräumlicher Disparitäten führten. Auch hinsichtlich der planungspolitischen Reaktionen darauf gibt es Hinweise auf einige analoge Entwicklungen. Mit diesem Leitprojekt soll erstmals ein integrierter Analyserahmen für historische Forschung zu sozialräumlichen Disparitäten über Systemgrenzen hinweg entwickelt und erprobt werden. mehr info

Aktuelle Drittmittelprojekte

Das Forschungsprojekt „Städtische Authentizität“ untersucht, wie seit dem Zweiten Weltkrieg bis heute in europäischen Stadtgesellschaften über öffentliche Debatten, mediale Präsentationen und städtebauliche Praktiken bestimmte Teile des Bauerbes in Wert gesetzt und „authentisiert“ wurden. „Authentizität“ als scheinbar „echte“, „reine“ und „wahre“ Eigenschaft von Personen, Objekten und Praktiken ist in den letzten Jahrzehnten zu einem wichtigen öffentlichen Diskurs geworden. Die Frage nach Authentizität löst zahlreiche Debatten über den Umgang mit dem kulturellen Erbe und kulturellem Wandel aus und wurde zu einem zentralen Forschungsfeld in den Geisteswissenschaften. Von den Theater- und Museumswissenschaft über die Denkmalpflege bis hin zu den Geschichtswissenschaften streiten Wissenschaftler darüber, auf welche Weise Authentizität den kulturellen Wandel in modernen Gesellschaften sichtbar macht und auslöst. mehr info

Global construction companies impact our futures. Beyond the edifices and infrastructures they construct, they also fundamentally influence governmental development aid policies, or dislocate people to build a new dam, for example. Yet the role of these major global players and their persistent presence in different world regions has barely been reflected upon. Our project investigates how major German construction companies conquered markets and spaces, thereby cementing their presence in different regions of the Global South, and it will trace the footprints left behind, long after the dust of the construction sites settled. It draws on the observation that it is impossible to fully understand the complexity of the built environment in these regions without acknowledging and analysing the role of construction companies such as HOCHTIEF AG or Bilfinger Berger as actors, stakeholders, transnational legal entities and major driving forces in the processes of globalised construction business. However, in previous bodies of research this perspective has been overlooked, except for rare exemptions. mehr info

Architektonische und städtebauliche Planung war in der DDR in Planungskollektiven organisiert, die dem Institutionssystem der DDR entsprechend in volkseigene Planungsbetriebe integriert waren freiberufliche Architekten gab es nur noch in verschwindend geringer Anzahl. Das Projekt untersucht diese Planungskollektive in ihrer administrativen Einbettung und Funktionsweise im politischen System einerseits und in Hinblick auf die künstlerischen Produktionsweisen und das Selbstverständnis der Architekten im Kollektiv andererseits. mehr info

Die Gründung des Ministeriums für Aufbau 1949, seine Vorgeschichte und die Transformationen in den 1950er Jahren, kann zum Ausgangspunkt genommen werden, um die komplexen Bezüge zu den Traditionen des Planens und Bauens in Deutschland, zur unmittelbar vorausgegangenen NS-Zeit und zu internationalen Kontexten der Systemkonkurrenz vor und nach 45 herzustellen. Dabei sollen die entscheidenden Weichenstellungen und Paradigmenwechsel, das traditionelle Spannungsverhältnis von Dezentralität und Zentralismus sowie die Frage nach Brüchen oder Kontinuitäten, eingebettet in den internationalen Kontext von Gesellschaften der Moderne im 20. Jahrhundert, im Fokus dieses Forschungsprojekts stehen. mehr info

Welche Rolle spielten Städtebau und Wohnverhältnisse für die friedliche Revolution in der DDR 1989? War der rasante und großflächige Verfall großer Altstadtgebiete bei gleichzeitiger und einseitiger Dominanz des industriellen Plattenbaus ein motivierender Faktor für Bürgerbewegungen? Das vom BMBF geförderte Projekt „StadtWende“ der Historischen Forschungsstelle, das im Januar 2019 mit einer Laufzeit von vier Jahren startete, will diese Frage gründlicher als bisher möglich untersuchen. mehr info

Das Projekt verfolgt das Ziel, mehrere bislang nur punktuell verbundene Forschungsstränge der historischen Forschung zur NS-Zeit zu verbinden. Dazu zählen die Architektur- und Städtebaugeschichte, hier besonders Forschungen zu Repräsentationsbauten und Großplanungen, die allgemeine Institutionengeschichte des NS-Regimes und die kommunalgeschichtliche Forschung, welche in jüngerer Zeit die häufig treibende Rolle lokaler Verwaltungen und Bevölkerungsgruppen bei Unrechtstaten und Verbrechen thematisiert. mehr info

Aktuelle Qualifizierungsprojekte

Das Promotionsvorhaben thematisiert die Transformation von Planungskulturen in Ost- und Westdeutschland zwischen 1959 und 1989 unter dem Aspekt öffentlicher Kommunikation über Stadtplanungsvorhaben. Anhand historischer kleinräumiger Beispiele von Planungsprojekten in Ost- und West-Berlin werden die Arenen öffentlicher Planungskommunikation mit Bezug auf Akteurskonstellationen, Interaktions- und Kommunikationsformen und den Stellenwert von Visualität als kommunikativem Element rekonstruiert. mehr info