Aktuelles Leitprojekt

Lange Zeit wurde angenommen, dass soziale Disparitäten in und zwischen Städten im sozialistischen System der DDR weit weniger ausgeprägt waren als im marktwirtschaftlichen System der BRD. Neuere Erkenntnisse zeigen jedoch, dass es Analogien und parallele Entwicklungen in beiden Systemen gab, die sowohl in der BRD als auch in der DDR ab den 1960er-Jahren zur Verschärfung sozialräumlicher Disparitäten führten. Auch hinsichtlich der planungspolitischen Reaktionen darauf gibt es Hinweise auf einige analoge Entwicklungen. Mit diesem Leitprojekt soll erstmals ein integrierter Analyserahmen für historische Forschung zu sozialräumlichen Disparitäten über Systemgrenzen hinweg entwickelt und erprobt werden. mehr info

Aktuelle Drittmittelprojekte

Das vorgeschlagene Projekt untersucht, wie große deutschen Baufirmen Märkte und Räume eroberten, ihre Präsenz in unterschiedlichen Regionen des Globalen Südens damit zementierend, und verfolgt Spuren, die sie hinterließen, lange nachdem der Staub der Baustelle sich gelegt hatte. Es geht von der Beobachtung aus, dass es unmöglich ist, die Komplexität der gebauten Umwelt zu begreifen, ohne die Rolle solcher Bauunternehmen wie HOCHTIEF AG oder Bilfinger Berger als Akteure, Interessengruppen, transnationale Rechtsgebilde und bedeutende Antriebskräfte in den Prozessen der globalisierten Bauwirtschaft anzuerkennen und zu analysieren. Diese Perspektive fehlt in der bisherigen Forschung bis auf wenige Ausnahmen. mehr info

Architektonische und städtebauliche Planung war in der DDR in Planungskollektiven organisiert, die dem Institutionssystem der DDR entsprechend in volkseigene Planungsbetriebe integriert waren freiberufliche Architekten gab es nur noch in verschwindend geringer Anzahl. Das Projekt untersucht diese Planungskollektive in ihrer administrativen Einbettung und Funktionsweise im politischen System einerseits und in Hinblick auf die künstlerischen Produktionsweisen und das Selbstverständnis der Architekten im Kollektiv andererseits. mehr info

Die Gründung des Ministeriums für Aufbau 1949, seine Vorgeschichte und die Transformationen in den 1950er Jahren, kann zum Ausgangspunkt genommen werden, um die komplexen Bezüge zu den Traditionen des Planens und Bauens in Deutschland, zur unmittelbar vorausgegangenen NS-Zeit und zu internationalen Kontexten der Systemkonkurrenz vor und nach 45 herzustellen. Dabei sollen die entscheidenden Weichenstellungen und Paradigmenwechsel, das traditionelle Spannungsverhältnis von Dezentralität und Zentralismus sowie die Frage nach Brüchen oder Kontinuitäten, eingebettet in den internationalen Kontext von Gesellschaften der Moderne im 20. Jahrhundert, im Fokus dieses Forschungsprojekts stehen. mehr info

Welche Rolle spielten Städtebau und Wohnverhältnisse für die friedliche Revolution in der DDR 1989? War der rasante und großflächige Verfall großer Altstadtgebiete bei gleichzeitiger und einseitiger Dominanz des industriellen Plattenbaus ein motivierender Faktor für Bürgerbewegungen? Das vom BMBF geförderte Projekt „StadtWende“ der Historischen Forschungsstelle, das im Januar 2019 mit einer Laufzeit von vier Jahren startete, will diese Frage gründlicher als bisher möglich untersuchen. mehr info

Das Projekt verfolgt das Ziel, mehrere bislang nur punktuell verbundene Forschungsstränge der historischen Forschung zur NS-Zeit zu verbinden. Dazu zählen die Architektur- und Städtebaugeschichte, hier besonders Forschungen zu Repräsentationsbauten und Großplanungen, die allgemeine Institutionengeschichte des NS-Regimes und die kommunalgeschichtliche Forschung, welche in jüngerer Zeit die häufig treibende Rolle lokaler Verwaltungen und Bevölkerungsgruppen bei Unrechtstaten und Verbrechen thematisiert. mehr info

In dem abteilungsübergreifenden Drittmittelprojekt „MedPlan“ untersuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des IRS, wie sich städtebauliche Planungsprozesse mit dem Einsatz neuer Medien verändern. Dazu integrieren sie kommunikations- und planungswissenschaftliche Forschungsansätze mit einer historischen Perspektive auf Mediatisierungsprozesse in der Planung im 20. Jahrhundert. Darüber hinaus erprobt das Projekt ein neues Format der Doktoranden- und Postdoktoranden-Ausbildung und wird daher in der Förderlinie „Nachwuchsförderung“ im Rahmen des SAW-Verfahrens der Leibniz-Gemeinschaft gefördert. Es startete im April 2017 und hat eine Laufzeit von drei Jahren. mehr info

Aktuelle Qualifizierungsprojekte

Das Promotionsvorhaben thematisiert die Transformation von Planungskulturen in Ost- und Westdeutschland zwischen 1959 und 1989 unter dem Aspekt öffentlicher Kommunikation über Stadtplanungsvorhaben. Anhand historischer kleinräumiger Beispiele von Planungsprojekten in Ost- und West-Berlin werden die Arenen öffentlicher Planungskommunikation mit Bezug auf Akteurskonstellationen, Interaktions- und Kommunikationsformen und den Stellenwert von Visualität als kommunikativem Element rekonstruiert. mehr info