ForschungsabteilungHISTORISCHE FORSCHUNGSSTELLE

Die Historische Forschungsstelle untersucht Urbanisierungspfade und Planungskulturen des 20. Jahrhunderts mit einem Schwerpunkt auf der Zeitgeschichte nach 1945. Analysiert werden, über stadt- und regionalplanerische Entwürfe hinaus, staatliches Verwaltungshandeln, diesem Handeln zugrunde liegende Zukunftsentwürfe sowie zivilgesellschaftliche Interventionen und Aneignungen von Räumen. Die aufgrund räumlicher Verdichtung in Urbanisierungsprozessen entstandenen neuen Handlungsräume und Steuerungskonzepte werden insbesondere auf Legitimationsprobleme staatlicher Politik und Handlungsmuster von Planer*innen und Stadtbewohner*innen hin untersucht. Dabei gilt der Rolle von Architekt*innen und Planer*innen als „Expert*innen“ sowie dem Zusammenwirken von Akteuren aus Staat, Parteien und Zivilgesellschaft ein besonderes Interesse. Biographische Analysen bilden einen Schwerpunkt der Abteilungsforschung.

Zur Abteilung gehören die Wissenschaftlichen Sammlungen zur Bau- und Planungsgeschichte der DDR.

Aktuelles Leitprojekt

Lange Zeit wurde angenommen, dass soziale Disparitäten in und zwischen Städten im sozialistischen System der DDR weit weniger ausgeprägt waren als im marktwirtschaftlichen System der BRD. Neuere Erkenntnisse zeigen jedoch, dass es Analogien und parallele Entwicklungen in beiden Systemen gab, die sowohl in der BRD als auch in der DDR ab den 1960er-Jahren zur Verschärfung sozialräumlicher Disparitäten führten. Auch hinsichtlich der planungspolitischen Reaktionen darauf gibt es Hinweise auf einige analoge Entwicklungen. Mit diesem Leitprojekt soll erstmals ein integrierter Analyserahmen für historische Forschung zu sozialräumlichen Disparitäten über Systemgrenzen hinweg entwickelt und erprobt werden. mehr info

Aktuelles
03. November | 2021

Am 17. und 18. September 2021 fand die internationale Abschlusstagung des DFG-geförderten Forschungsprojektes „Architektur- und Planungskollektive der DDR“ in Bamberg statt. Die Tagung wurde gemeinschaftlich von den Mitarbeiterinnen des Kompetenzzentrum Denkmalwissenschaften und Denkmaltechnologien (KDWT) der Universität Bamberg, Stephanie Herold, Sophie Stackmann und Scarlett Wilks sowie der Historischen Forschungsstelle des IRS mit Harald Engler sowie Stefanie Brünenberg organisiert, die zusammen auch das Verbundprojekt bearbeiten. mehr Info

Aktuelles
10. September | 2021

Am 1. September 2021 nahm der neue Leibniz-Forschungsverbund „Wert der Vergangenheit“ seine Arbeit auf. In ihm vereinen sich 20 Einrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft, deren Spektrum von den geschichts- und kulturwissenschaftlichen über die sozial- und umweltwissenschaftlichen Institute bis hin zu den Forschungsmuseen reicht. Das IRS ist mit seiner Historischen Forschungsstelle im Verbund vertreten. mehr Info

Ausstellung
22. Oktober | 2021 - 30. Januar | 2022

Reform und Aufbruch, Sanierungsstau und Erhalt, Eigeninitiative und Opposition – die Altstädte der DDR waren Schauplatz von Ohnmacht und Verfall, aber auch dynamische Orte der gesellschaftlichen Aktivierung. Die Ausstellung „Stadtwende” beleuchtet die Kämpfe und Niederlagen um die Altstädte, ordnet sie ein und zeigt verschiedene historische Blickwinkel auf die stets aktuelle Frage „Wie wollen wir Leben?” mehr Info