Forschungsabteilung HISTORISCHE FORSCHUNGSSTELLE

Die Historische Forschungsstelle untersucht Urbanisierungspfade und Planungskulturen des 20. Jahrhunderts mit einem Schwerpunkt auf der Zeitgeschichte nach 1945. Analysiert werden, über stadt- und regionalplanerische Entwürfe hinaus, staatliches Verwaltungshandeln, diesem Handeln zugrunde liegende Zukunftsentwürfe sowie zivilgesellschaftliche Interventionen und Aneignungen von Räumen. Die aufgrund räumlicher Verdichtung in Urbanisierungsprozessen entstandenen neuen Handlungsräume und Steuerungskonzepte werden insbesondere auf Legitimationsprobleme staatlicher Politik und Handlungsmuster von Planern und Stadtbewohnern hin untersucht. Dabei gilt der Rolle von Architekten und Planern als „Experten“ sowie dem Zusammenwirken von Akteuren aus Staat, Parteien und Zivilgesellschaft ein besonderes Interesse. Biographische Analysen bilden einen Schwerpunkt der Abteilungsforschung.

Zur Abteilung gehören die Wissenschaftlichen Sammlungen zur Bau- und Planungsgeschichte der DDR.

Aktuelles Leitprojekt

Die Entwicklung europäischer Städte nach 1945 wurde entscheidend von den Raumansprüchen des Automobilverkehrs und den damit verbundenen Mobilitätsmustern bestimmt. Dabei kam es zu einer widersprüchlichen Entwicklung: Während das planerische Leitbild der „autogerechten Stadt“ spätestens seit den 1970er Jahren zunehmend an Wirkungskraft verlor, nahmen Mobilität und insbesondere der städtische Autoverkehr vielerorts weiterhin zu. Das Leitprojekt untersucht in mehreren Fallstudien zentrale, bisher nicht erforschte Widersprüche innerhalb dieser Entwicklung in historischer Perspektive. Zentrale Analyseperspektiven betreffen die Rolle kommunaler Akteure, Planer und der Öffentlichkeit, die Überformung des Gebäudebestands durch Ausbauprojekte von Straßen sowie den Zusammenhang zwischen Autoverkehr und städtischer Freiraumgestaltung. mehr info

Aktuelles
24. November | 2017

After WW II, architecture was used and misused as an ideological signifier for competing systems and for new national identities. Diverse actors and networks took part in architectural exchange within the blocks and beyond the Iron Curtain. Different aid projects posed an attempt to overcome political and economic divides, but at the same time they were often considered as foreign imposition or neo-colonial practice. Tensions between commercial interests and solidarity arose. The conference investigates the multi-layered and multi-centred exchanges between the Global South and socialist as well as capitalist countries relation to architecture and constructing industry from an interdisciplinary perspective. The Call for Papers is open until December 20, 2017. mehr Info

Aktuelles
13. November | 2017
Spitzenforscher und Nachwuchswissenschaftler auf der IRS Spring Academy 2017

Vom 2. bis zum 5. Mai 2017 richtete das IRS in Kooperation mit der Technischen Universität Berlin die erste „IRS Spring Academy: Investigating Space(s): Current Theoretical and Methodological Approaches“ aus. 26 Nachwuchswissenschaftler/-innen aus dem In- und Ausland, darunter Geographen, Politikwissenschaftler, Historiker und Soziologen, setzten sich vier Tage lang mit neueren theoretischen Konzepten und methodischen Ansätzen der raumbezogenen Forschung auseinander. Im Mittelpunkt der diesjährigen Veranstaltung stand der Zusammenhang von Raum und Zeit. Gemeinsam mit renommierten Fachleuten diskutierten die Teilnehmer/-innen raumbezogene Theorien und Methoden, die den Faktor Zeit in unterschiedlicher Weise reflektieren – ob durch die Modellierung von raumwirksamen Prozessen oder durch die soziale Konstruktion von standardisierter Zeit. Für das IRS war die Veranstaltung zugleich eine Gelegenheit, die eigenen Forschungsarbeiten zu Raum-Zeit-Dynamiken weiter zu strukturieren und inhaltlich weiterzuentwickeln. mehr Info

Ausstellung
18. Januar | 2018 - 30. Juni | 2018
Peter Baumbach über Gebautes, Gedachtes und Gesehenes

Der Architekt und bildende Künstler Peter Baumbach (geb. 1940) hat insbesondere in Rostock, wo er seit 1964 lebt und arbeitet, zahlreiche Bauten realisiert, oft zusammen mit seiner Frau Ute. Aufmerksamkeit fand u.a. das unter seiner Leitung Mitte der 1980er Jahre in Plattenbauweise errichtete „Fünfgiebelhaus“ am Universitätsplatz, das innovativ traditionelle und künstlerische Elemente aufnahm. Als Berater des Oberbürgermeisters von Addis Abeba war Baumbach mehrere Jahre lang maßgeblich an der Entwicklung der äthiopischen Hauptstadt beteiligt, bis 2005 war er Professor an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. mehr Info

IRS Seminar
26. Februar | 2018

This talk revisits one of the most under-researched topics in the history of 20th century modern architecture: African and Asian engagements of architects, planners, and construction companies from socialist countries. Upon their arrival to postcolonial Ghana and Nigeria, architects from socialist Hungary, Poland, and Yugoslavia drew analogies between the historical experience of Eastern Europe and West Africa as underdeveloped, colonized, and peripheral. This talk will show how these analogies allowed them to draw upon specific design tools and procedures from Eastern European architectural culture – and how their work in West Africa testified to the limits of these correspondences. mehr Info