Forschungsabteilung HISTORISCHE FORSCHUNGSSTELLE

Die Historische Forschungsstelle untersucht Urbanisierungspfade und Planungskulturen des 20. Jahrhunderts mit einem Schwerpunkt auf der Zeitgeschichte nach 1945. Analysiert werden, über stadt- und regionalplanerische Entwürfe hinaus, staatliches Verwaltungshandeln, diesem Handeln zugrunde liegende Zukunftsentwürfe sowie zivilgesellschaftliche Interventionen und Aneignungen von Räumen. Die aufgrund räumlicher Verdichtung in Urbanisierungsprozessen entstandenen neuen Handlungsräume und Steuerungskonzepte werden insbesondere auf Legitimationsprobleme staatlicher Politik und Handlungsmuster von Planern und Stadtbewohnern hin untersucht. Dabei gilt der Rolle von Architekten und Planern als „Experten“ sowie dem Zusammenwirken von Akteuren aus Staat, Parteien und Zivilgesellschaft ein besonderes Interesse. Biographische Analysen bilden einen Schwerpunkt der Abteilungsforschung.

Zur Abteilung gehören die Wissenschaftlichen Sammlungen zur Bau- und Planungsgeschichte der DDR.

Aktuelles Leitprojekt

Lange Zeit wurde angenommen, dass soziale Disparitäten in und zwischen Städten im sozialistischen System der DDR weit weniger ausgeprägt waren als im marktwirtschaftlichen System der BRD. Neuere Erkenntnisse zeigen jedoch, dass es Analogien und parallele Entwicklungen in beiden Systemen gab, die sowohl in der BRD als auch in der DDR ab den 1960er-Jahren zur Verschärfung sozialräumlicher Disparitäten führten. Auch hinsichtlich der planungspolitischen Reaktionen darauf gibt es Hinweise auf einige analoge Entwicklungen. Mit diesem Leitprojekt soll erstmals ein integrierter Analyserahmen für historische Forschung zu sozialräumlichen Disparitäten über Systemgrenzen hinweg entwickelt und erprobt werden. mehr info

Aktuelles
16. April | 2019

In diesem Jahr jährt sich der Mauerfall zum 30. Mal. Zugleich wäre der Architekt und Stadtplaner Egon Hartmann, der sowohl in der DDR als auch in der Bundesrepublik den deutschen Nachkriegs-Städtebau maßgeblich mit prägte, 100 Jahre alt geworden. Die Wissenschaftlichen Sammlungen des IRS widmen Hartmann deshalb eine Ausstellung, die zurzeit im Architekturmuseum der Technischen Universität Berlin zu sehen ist. mehr Info

Aktuelles
07. Januar | 2019

Wenn 2019 das dreißigjährige Jubiläum der friedlichen Revolution von 1989 in allen Medien gefeiert wird, so wird in den historischen Analysen zu diesem epochalen Ereignis sicher die Frage gestellt werden, welches eigentlich die entscheidenden Triebkräfte waren, die den Zusammenbruch der DDR herbeiführten. Die Historische Forschungsstelle des IRS interessiert dabei in erster Linie, welche Bedeutung und welcher Anteil dabei dem Städtebau und den Wohnverhältnissen zukam. Motivierte der rasante und großflächige Verfall großer Altstadtgebiete bei gleichzeitiger und einseitiger Dominanz des industriellen Plattenbaus die Menschen in Ostdeutschland zusätzlich, eine Revolution loszutreten? mehr Info

Ausstellung
Foto: Hans-Joachim Schottstädt
27. März | 2019 - 26. April | 2019
Kulturhistorische Ausstellung des Vereins 425 Kultur Erkner e.V.

Die Bahnhofssiedlung in Erkner wurde 1919 als Genos­senschaft gegründet und nach den sozialreformerischen Ideen der Gartenstadtbewegung gestaltet. Die Ausstellung nimmt das Jubiläum zum Anlass, die Geschichte der Siedlung mit breitem Blick zu würdigen. Thematisiert werden die städtebaulichen Diskurse der Entstehungszeit und die architektonische Gestaltung des Straßennetzes und des typischen Siedlungshauses samt Garten ebenso wie das Leben der Bewohner in sehr verschiedenen politischen Systemen. mehr Info